Das vivo Y76 5G Review: Fest in der Mittelklasse integriert

von Mandi 13.04.2022

Mit dem vivo Y76 5G kommt ein Gerät um die 320 Euro zu uns. Ob der Preis zur gebotenen Leistung passt, klären wir im Review! Zur offiziellen Website des Geräts geht es hier entlang.

Über das vivo Y76 5G

vivo stellt hier ein Smartphone vor, das sich von der Budget-Kategorie abhebt und fest in Richtung Mittelklasse stapfen will. Das vivo Y76 5G ist um 319,- Euro erhältlich und bietet dafür am Papier ein schlagkräftiges Allround-Paket. Da gibt es eine Kamera mit 50 MP Auflösung, eine Schnellladefunktion mit bis zu 44 Watt, 12 GB Arbeitsspeicher (8 GB echt und 4 GB via Speicherplatz) und nicht zuletzt die namensgebende 5G-Mobilfunkunterstützung. Zum Stand April 2022 sind die 5G-Tarife bei allen Anbietern immer noch unverhältnismäßig teuer, der günstigste kostet 30 Euro pro Monat bei Magenta. Doch wer schon einen solchen sein Eigen nennt, könnte hier also relativ günstig davon profitieren!

Das Smartphone selbst reiht sich nahtlos in die Riege der Geräte der letzten Jahre ein. An der Front erwartet euch mit Ausnahme der Kamera nur Screen, dieser misst im Falle des vivo Y76 5G 6,58 Zoll in der Diagonale. Die rechte Kante beinhaltet (ihr ahnt es bereits) die Lautstärkeregelung wie auch einen Standby-Button, der gleichzeitig ein Fingerabdruckscanner ist. Oben ist der SIM-Karten-Einschub zu finden sowie ein Mikrofon für die Umgebungsgeräuschunterdrückung. An der unteren Kante gibt es dann das Mikrofon, das eure Sprache aufnimmt, einen USB-C-Port, einen Lautsprecher sowie eine 3,5 mm-Buchse für Headsets – ein seltener Vogel im Jahre 2022!

Inbetriebnahme und Funtouch OS 12

Wie bei jedem Smartphone der letzten Jahre ist auch beim vivo Y76 5G die Erstkonfiguration kein Hexenwerk. Ihr werdet galant Schritt für Schritt durch die Optionen geführt, und nach wenigen Minuten seid ihr auf dem Homescreen angekommen. Natürlich müsst ihr am Anfang noch ein wenig Feintuning betreiben, so lässt euch das Smartphone die Wahl zwischen der Drei-Menü-Navigation oder der mittlerweile standardmäßigen Gestensteuerung. Doch egal, wie der Skin darüber heißt: Auch bei diesem Gerät erwartet euch Android in seiner typischen Form, gottseidank sind die Zeiten vorbei, wo Skins die Handys furchtbar verunstalteten oder gar verlangsamten.

Funtouch OS 12 macht seine Sache sehr gut und gestaltet das Erlebnis recht flüssig und unkompliziert, auch die Einstellungen sind übersichtlich. Allerdings kam mir im Testzeitraum vor, als käme das Handy mit der Drei-Menü-Navigation irgendwie besser zurecht als mit der Gestensteuerung. Es gab zwar keine Abstürze oder sonstige Bremsen, aber gefühlt fühlte ich mich mit den Touch-Tasten wohler – etwas, das schon lange nicht mehr passiert ist. Abgesehen davon war Ende März 2022 der Sicherheitslevel von Anfang März, also topaktuell! Das darf ruhig so weitergehen, vivo, denn gerade im günstigeren Preissegment sind solche Updates gerne etwas, wo die Hersteller sparen. Super!

Das vivo Y76 5G in der Praxis

Man ist also auf dem aktuellsten Stand, man hat alles eingerichtet, und dann stellt sich das Erlebnis der Normalnutzung ein. Das ist erfreulich angenehm, denn das Smartphone tut seinen Dienst wie geheißen. Bei Spielen wie Alto’s Odyssey gibt sich das vivo Y76 5G recht schlagfertig und präsentiert die Games einwandfrei und ohne Ruckler. Ihr müsst halt auf eine höhere Bildwiederholrate als 60 Hz verzichten, aber innerhalb der gebotenen Möglichkeiten schlägt sich das Gerät gut. Auch im Alltag überzeugt die Leistung – was will man mehr? Andere Tester:innen reiben sich auf der 60 Hertz-Obergrenze des Screens auf, oder auch daran, dass es „nur“ ein LCD-Bildschirm ist. Who cares? Selbst bei iPhone-Smartphones war dies lange der Fall, und war nie ein Thema.

Die Farbe auf der Rückseite des Geräts wird durch die mitgelieferte transparente Hülle perfekt erhalten, und zusätzlich gibt es einen Schutz für euer Smartphone. Gleichzeitig hat vivo eine 3,5 mm-Buchse verbaut, das macht Freude, wenn ihr noch alte Headsets besitzt oder das mitgelieferte verwenden wollt! Nicht nur das, auch die 5G-Unterstützung kann mit dem entsprechenden Tarif den Turbo zünden. In dieser Preisklasse ist das schon ziemlich nett, und die unkomplizierte Bedienung macht es einfach, dieses Gerät sowohl Einsteiger:innen wie auch Android-Fans zu empfehlen. Die Leistung passt, die Haptik ist in Ordnung (der Vibrationsmotor ist halt Standard) und die Grundausstattung scheint zu passen. Gibt es auch etwas, was man dem vivo Y76 5G ankreiden kann?

Die Kameras des Smartphones

Schon das Datenblatt verrät den üblichen Kniff von Herstellern, den Preis zu drücken. Das vivo Y76 5G bietet eine Hauptkamera mit 50 MP Auflösung, und dann zwei Sensoren (Bokeh und Makro) mit jeweils 2 MP Auflösung. Um den Elefanten im Raum gleich zu adressieren: Ja, die besten Ergebnisse erzielt ihr selbstverständlich ausschließlich mit der Hauptkamera. Sehr spannend ist auch, dass sich der Hersteller eine Ultraweitwinkellinse gespart hat – etwas, das man bei der Konkurrenz im ähnlichen Preissegment eigentlich immer findet. Ich persönlich habe bislang kaum einen Nutzen für eine solche Kamera gefunden, also fehlt sie mir nicht extra. Aber wenn ihr gerne Panoramen schießt und die einzigartige Verkrümmung braucht, die so ein Sensor hinbekommt, solltet ihr darauf achten.

Während die Resultate der Hauptkamera für die Preisklasse in Ordnung (lest: guter Durchschnitt, ohne zu glänzen) sind, ist natürlich noch einiges Luft nach oben. Irgendwo muss es ja einen Unterschied zu den hochpreisigen Smartphone-Alternativen geben, das ist keine große Überraschung. Was ich allerdings gar nicht verstehe, sind die beiden zusätzlichen 2 MP-Sensoren. Weder der Bokeh-Effekt noch die Makrofunktion sind wirklich effektiv geworden, und das liegt leider ausschließlich an der verbauten Hardware. Ein Schritt nach oben bei der Makrolinse auf 5 MP würde die Resultate um Welten verbessern, aber das spielt’s hier nicht. So bleiben euch also beim vivo Y76 5G eigentlich nur die Hauptkamera und die Selfie-Cam (16 MP), mit denen ihr brauchbare Fotos schießt.

Funktionsvielfalt bei Fotos

Das passt ja auch so: Bei guten Lichtverhältnissen kommen mit diesen beiden Objektiven fast immer gute Bilder raus. Für schwaches Licht gibt es den Nachtmodus, der das Seine tut – doch bei den beiden 2 MP-Linsen hilft eigentlich nichts. Warum die mit von der Partie sind, weiß wohl nur vivo! Der Hersteller tut dennoch sein Bestes, um das Maximum aus der vorhandenen Hardware rauszuholen. Mittlerweile zum guten Standard gehört, dass ihr sowohl Front- als auch Rückkamera gleichzeitig verwenden dürft. So könnt ihr sowohl die vordere als auch die rückwärtige Kamera für das Dual-View-Video-Feature nutzen und euer Vlogging auf ein neues Niveau heben. Darüber hinaus lässt euch das Smartphone zwischen dem Bild im Bild- und dem Dual View-Modus wählen. 

Mit dem 16 MP KI Extreme Night Selfie-Modus bekommt ihr mehr Details, außerdem verringert er das Bildrauschen und bietet stärkere Kontraste. Um die Selfies aufzuhübschen, die mitten in der Nacht entstehen, sorgen der KI Face Beauty-Algorithmus und der Smart-Softlight-Modus für ein klareres Porträt. Nicht genug? Nun, neue Face Beauty-Funktionen haben ihren Weg auf das vivo Y76 5G gefunden. Mithilfe der verbesserten Face Beauty-Funktion dürft ihr eure Selfies bis ins kleinste Detail personalisieren: den eigenen Hautton optimieren, aber auch eure eigene Gesichtsform und Gesichtszüge mit einem laut vivo „mehrdimensionalen Algorithmus“ anpassen. Das funktioniert recht gut, allerdings neigt man schnell dazu, das eigene Aussehen zu stark zu verändern.

Die Technik des vivo Y76 5G

Die Abmessungen des vivo Y76 5G betragen 163,84 x 75 x 7,79 mm bei einem Gewicht von 175 Gramm. Möglich macht dieses verhältnismäßig geringe Gewicht das verbaute Kunststoff-Material. Der LCD-Bildschirm misst 6,58 Zoll in der Diagonale und löst mit 2408 x 1080 Bildpunkten auf. Befeuert wird das Smartphone durch einen potenten Mediatek Dimensity 700-Prozessor – in Geekbench 5 erreicht er 541 (singlecore), 1678 (multicore) und 1494 (compute) Punkte. Ihm zur Seite stehen 8 GB Arbeitsspeicher, die standardmäßig auf 12 GB erhöht werden. Diesen Trick (Auslagern von RAM-Speicher auf die Festplatte) kennt man in der PC-Welt schon lange, nun wird das auch bei Smartphones gang und gäbe. Beim Speicherplatz bekommt ihr 128 GB, und es gibt zwei Farben zur Auswahl: Cosmic Aurora und Midnight Space.

Als Betriebssystem kommt Funtouch OS 12 zum Einsatz, das auch mit der Android-Version 12 einhergeht. Sowohl Google Play als auch die Sicherheitsebene sind zum Testzeitpunkt aktuell, das ist lobenswert und ich hoffe, dass das vivo Y76 5G auch weiterhin so brav und rechtzeitig mit Updates versorgt wird. Wie es sein Name sagt, kann das Handy mit dem 5G-Mobilfunkstandard umgehen und sorgt da für Tempo. Der Akku fasst 4.100 mAh, was ein durchschnittlicher Wert ist, und der Ladevorgang kann mit bis zu 44 Watt passieren. Dies bedeutet, dass das Smartphone in der Regel nach etwas über einer Stunde wieder voll geladen ist. Die Kameras sind ein Verbund aus Hauptkamera (50 MP), Bokeh-Sensor, Makrolinse (jeweils 2 MP) und die Selfie-Cam (16 MP). 

Fazit: Gute Absichten zum guten Preis

Wäre dieses Smartphone vor einem Jahr erschienen, hätte man vivo Rosen gestreut. Man hat bei den wichtigsten Features an alles gedacht: Die Performance passt, es gibt eine gute Kamera, es gibt eine Schnellladefunktion, viel Arbeitsspeicher und 5G-Unterstützung. Vor allem die letzten beiden Punkte machen das vivo Y76 5G zukunftssicherer, da kann man nichts falsch machen, richtig? Leider ist die Konkurrenz gerade in diesem Preissegment stark, und egal, ob Poco, OnePlus oder andere, alles ist eine Überlegung wert. Ein HUAWEI nova 9 SE etwa bietet für 50 Euro mehr zwar keine 5G-Unterstützung und ist von der Performance her schwächer. Dafür bekommt ihr eine Ultraweitwinkellinse, schnelleres Laden und einen flüssigeren Bildschirm. Ihr seht schon: Alle Hersteller nehmen andere Abkürzungen, um zu einem niedrigeren Preispunkt zu gelangen – so auch vivo.

Das beginnt bei den Kameras, bei denen eigentlich nur die Hauptkamera wirklich gute Resultate liefert. Die Schnellladefunktion ist super, hinkt aber anderen um 20 oder mehr Watt hinterher. Der Bildschirm ist voll in Ordnung, kann aber nicht mit AMOLED-Varianten oder Screens mit 90 Hertz oder gar höherer Bildwiederholrate konkurrieren. Ihr seht schon: Würde das vivo Y76 5G in einer Blase existieren, bekommt man viel für sein Geld geboten. Als All-you-can-eat-Buffet funktioniert das Smartphone, denn ihr bekommt von allen Features etwas ab – allen voran die zukunftsweisende 5G-Unterstützung. Das Smartphone ist für diese Zielgruppe bestens geeignet, keine Frage. Wenn ihr aber nur ein Quäntchen mehr in Sachen Kameras, Akku oder Display-Erlebnis erwartet, müsst ihr euch anders entscheiden.

Wertung: 7.5 Pixel

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