Dante’s Inferno im Test #ThrowbackThursday

von Stefan Hohenwarter 10.11.2016

Am heutigen #ThrowbackThursday verschlägt es mich mit Dante’s Inferno in die Hölle. Was ich von dem „herzerwärmenden“ Trip zwischen Blut und Liebe halte, erfahrt ihr in meinem Test.

dantesinferno

Vom Buch über ein Spiel zum Anime

Dante’s Inferno wurde 2010 von EA in Videospielform veröffentlicht. Als Basis für das Action-Adventure im Stil von God of War, Devil May Cry oder Darksiders diente das erste Buch von Dante Alighieris Die Göttliche Komödie. Damit war die Reise aber noch nicht zu Ende: Der Stoff war offenbar so interessant, dass die Story des Spiels auch als Anime umgesetzt wurde.

Einmal Hölle und zurück?

Fegefeuer, Wollust, Maßlosigkeit, Habgier, Zorn, Ketzerei, Gewalt, Betrug und Verrat – dies sind die neun Höllenkreise, die Dante Alighieri in seinem berühmten Meisterwerk Die Göttliche Komödie erschaffen hat. Durch diese neun Höllenkreise muss Dante gehen, wenn er seine geliebte Beatrice aus den Fängen des Höllenmeisters Luzifer befreien will. Doch wie ist sie überhaupt in diese missliche Lage gelangt?

Dafür müssen wir etwas zurück in der Zeit: Dante befindet sich auf einem Kreuzzug und ist eine lange Zeit von seiner Beatrice getrennt. Als er zurückkommt, findet er sie mit einem Schwert durchbohrt und zerrissenem Kleid vor ihrem gemeinsamen Haus. Die Trauer überkommt ihn, als sich plötzlich Beatrices Geist vom Körper trennt und sich vor Dante manifestiert. Sie kann ihn nur „Warum hast du das getan?“ fragen, schon wird sie von Luzifer in die Hölle gezerrt. Wie sich im Verlauf des Spiels herausstellt, hat Beatrice mit dem Teufel gewettet, dass Dante sie niemals betrügen würde, und ihm dafür ihre Seele versprochen … Untröstlich über den Verlust seiner Liebe entschließt sich Dante, tief in die Hölle hinabzusteigen und Luzifer zu besiegen, um seine geliebte Beatrice wieder zurückzubekommen.

Hier kommt der Sensenmann

Gleich im Prolog, der noch während der Kreuzzüge spielt, wird Dante von einem Gegner erstochen. Als der Sensenmann vor ihm auftaucht, entschließt Dante sich zu kämpfen. Er kann dem Tod ein Schnippchen schlagen und kehrt mit der Waffe des Feindes ins Reich der Lebenden zurück. Die Sense ist neben seinem unbeugsamen Willen und einem geweihten Kreuz die wichtigste Waffe im Kampf gegen die Kreaturen der Hölle.

Dante’s Inferno Sensenmann

Abwechslungsreicher Höllentrip

Entwickler Visceral Games hat sich bei Dante’s Inferno einiges überlegt, sodass die SpielerInnen im Action-Adventure nicht nur neun Kreise mit anderen BossgegnerInnen erwarten. Jeder Kreis spiegelt hervorragend einen Abschnitt aus dem zugrunde liegenden Stoff von Dante Alighieri Werk wider. So warten in manchen gigantische Bossgegner, in anderen gilt es, Geschick zu beweisen, und in wieder anderen müssen gewisse Herausforderungen gemeistert werden. Eines ist dabei klar: Langweilig wird das Spiel in keiner Minute. Mit tollen Cinematics, die die Geschichte vorantreiben, dem Fremdenführer namens Vergil, der alle Lokalitäten mit originalen Worten der Göttlichen Komödie beschreibt, und Quicktime-Events wird man als SpielerIn bei Laune gehalten.

Ein weiteres Puzzlestück sind die Fähigkeiten, die ihr mit gesammelten Seelen freischalten bzw. aufrüsten könnt. Dabei lässt euch das Spiel die Wahl zwischen einem heiligen oder unheiligen Pfad. Erlöst ihr verirrte Seelen in den Höllenkreisen, steigt ihr im heiligen Pfad auf, während ihr mit Bestrafungen auf der dunklen Seite vorankommt. Je höher eure Heilig-/Unheiligstufe ist, desto mehr Skills könnt ihr auswählen. So können alle SpielerInnen ihren eigenen Spielstil unterstützen. Ich beispielsweise habe mich voll auf den Fernkampf mit den heiligen Kreuzen konzentriert.

Abseits davon muss ich Visceral Games ein großes Lob für das Leveldesign aussprechen. Der Mix aus Kletter-, Kampf- und Erkundungsabschnitten ist so gut gemacht, dass man ganz darauf vergisst, die schön gestalteten Höllenkreise, die jeweils ein eigenes Setting bekommen haben, zu genießen.

Neun höllische Facetten und doppelter Videospaß

Die tollen Cinematics habe ich ja schon zuvor erwähnt, aber das ist nur ein Teil von Videos im Spiel. Immer wieder sehen wir Flashbacks in Form von gezeichneten Episoden. Diese sind mindestens genauso detailreich und gut inszeniert wie Beatrices oder Luzifers CGI-Aufritte.

Dante’s Inferno

Fazit zu Dante’s Inferno

Ich muss gestehen, dass ich Dante’s Inferno nicht gleich zum Release gespielt habe. Ich habe das Spiel sogar erst Jahre danach ins Laufwerk geschoben. Ein Fehler, wie sich herausgestellt hat! Dantes Höllentrip lässt mich dank Visceral Games Genregrößen wie Devil May Cry, Darksiders oder God of War vergessen. Warum das Spiel nicht zu einem Kassenschlager mit mehreren Fortsetzungen wurde, kann ich mir nicht erklären. Doch meine Hoffnung stirbt zuletzt, denn im Abspann des Spiels kann man „Fortsetzung folgt“ lesen. Nachdem vermehrt Gerüchte aufgetaucht sind, dass EA Bulletstorm ein PS4-/Xbox-One-Comeback bescheren könnte, träume ich auch von Dantes HD- oder sogar 4K-Comeback auf der aktuellen Konsolengeneration. Dante’s Inferno hat alles, was man sich als SpielerIn wünscht: Abwechslung, eine coole Präsentation, eine interessant erzählte Geschichte und Freiheit in der Charakterentwicklung. Falls ihr Action-Adventures im Stil von God of War, Darksiders etc. mögt, dann solltet ihr Dante’s Inferno zumindest eine Chance geben. Ihr werdet es nicht bereuen.

9.5

Wertung: 9.5 Pixel

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