BTOOOM! Vol. 2 (Blu-ray) im Test

von Stefan Hohenwarter 04.03.2014

Der Überlebenskampf von Ryōta Sakamoto wird immer gefährlicher! Mit BTOOOM Vol. 2 werden Dramaturgie, Action und Tiefgang des Animes auf eine neue Stufe gehoben. Ich habe mir Vol. 2 angeschaut, und was ich davon halte, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

BTOOOM_Vol_2

Facts

  • Genre: Action
  • Vertrieb: AV-Visionen
  • Regie: Kotono Watanabe
  • Release: 31. Jänner 2014

Was bisher geschah …

Hauptfigur in BTOOOM! ist der 22-jährige arbeitslose Ryōta Sakamoto, der sich vor zwei Jahren bei einem Spielentwickler namens Tyrannos Japan beworben hat. Sofort wird dem Berufsanfänger ein Job angeboten, allerdings ohne Anstellung. Laut den Angaben des Jobinterviewers kann es sich die Firma aktuell nicht leisten, Ryōta anzustellen. So geht er nach Hause und wartet Tag für Tag, von seinem Traumarbeitgeber angerufen zu werden. Um sich die Zeit bis dorthin zu vertreiben, spielt er Tyrannos Japans Onlinespiel BTOOOM!, in dem es darum geht, GegnerInnen mit gezielten Bombenanschlägen außer Gefecht zu setzen. Mit seinem Team kämpft er sich im Onlinespiel in den Ranglisten nach oben, und schon bald ist er einer der besten Spieler in BTOOOM!.

In BTOOOM! ist Ryōta ein Held, der von allen SpielerInnen respektiert wird, während er im realen Leben nicht viel auf die Reihe bekommt. So verbringt er gleichförmige Tage vor dem Bildschirm, bis eines Tages sein Leben auf den Kopf gestellt wird: Ryōta wacht mit einem Fallschirm in einem Baum hängend auf. Er blutet am Kopf und hat Schmerzen. „Ist das ein Traum?“, fragt sich Ryōta. Auf seiner Hand entdeckt er bald darauf einen mysteriösen Chip, wie er ihn aus seinem Onlinespiel kennt. Schnell wird ihm klar, dass er sich hier in einer Real-Life-Version von BTOOOM! befindet. Nach und nach erfährt er mehr über dieses kranke Spiel, bei dem alle der rund 30 unfreiwilligen TeilnehmerInnen mit ihnen zur Verfügung gestellten Hightech-Bomben mindestens sieben andere töten müssen, um selbst von der Todesinsel, auf der sie ausgesetzt wurden, zu entkommen.

Im Verlauf von Vol. 01 schließt sich Ryōta mit dem 51-jährigen Immobilienhai Kyoshi Tiara zusammen. Sie wissen nicht, ob sie sich vertrauen können, da in diesem Spiel auf Leben und Tod alle potenzielle MörderInnen sind: In einem achtlosen Moment könnte jeder der beiden den anderen sofort ausschalten. Dazu kommt die ständige Gefahr, auf feindlich gesinnte SpielerInnen zu treffen, sowie die Suche bzw. Jagd nach Lebensmitteln. Mit seinem analytischen Verständnis entschlüsselt Ryōta aber Stück für Stück die Feinheiten der Real-Life-Version von BTOOOM!.

Der Kampf wird härter!

Gleich zu Beginn von Vol. 2 lernen wir den 14-jährigen Kōsuke Kira kennen. Doch wer ist dieser Kōsuke? Ein ganz normaler Junge, der ebenfalls auf diese Insel verschleppt wurde und einfach nur zu überleben versucht? Ganz im Gegenteil: Er ist ein Frauenvergewaltiger und Mörder, der unter anderem Genugtuung verspürt, wenn er wehrlose Frösche grausam zerquetschen kann. Blut im Gesicht, keine Skrupel, seinen grausamen Vater mit einer seiner Implosionsbims ins Nirvana zu schicken und dabei noch Freude zu fühlen – das ist Kōsuke Kira. Genau diesem Verrückten laufen Ryōta und Herr Tiara über den Weg. Die Überlebenschance der beiden sinkt mit jeder Sekunde, und so beschließt Ryōta, mit dem Bengel zu kämpfen. Herr Tiara versteckt sich mit seinem verletzten Bein in der Zwischenzeit im Unterholz. Der Kampf ist hart, denn auch Kōsuke ist ein Spieler der Onlineversion von BTOOOM!. Nur mit seiner Erfahrung als Weltranglistenspieler gelingt es dem 22-Jährigen, den psychopathischen Teenager zu überwältigen. Ryōta tötet den Widersacher nicht, nimmt ihm aber alle Bims und Vorräte ab. Ryōta und Herr Tiara sind vorerst außer Gefahr, doch die Ruhe ist nicht von langer Dauer …

Zusammenfassung

Der Anime von BTOOOM! steht dem Manga von Junya Inoue, der hierzulande von Tokyopop vertrieben wird, in nichts nach und ist mindestens genauso explosiv. Die Dramaturgie und Intensität des Überlebenskampfs wurde von der Regisseurin Kotono Watanabe hervorragend auf den Bildschirm gebracht, wobei man sagen muss, dass es Unterschiede zwischen dem Anime und dem Manga gibt. Der Animationsstil, der vom Studio Madhouse kommt (u. a. Barfuß durch Hiroshima, Das Mädchen, das durch die Zeit sprang, Black Lagoon, Gunslinger Girl, Devil May Cry), gefällt mir besonders gut, da er sehr detailreich ist. Auch in technischer Hinsicht braucht sich die Blu-ray-Fassung von BTOOOM! Vol. 2 mit einer DTS-HD-MA-2.0-Tonspur sowie 1920 x 1080p-Bildauflösung nicht zu verstecken.

Allerdings habe ich ein Problem mit der deutschen Synchronisation. Ich finde die Wahl von Dirk Stollberg als Synchronstimme von Ryōta einen absoluten Griff ins Klo: Sie klingt meiner Meinung nach zu verängstigt und zu kindlich. Ich habe nie das Gefühl, dass die Stimme einem 22-Jährigen gehört. Ein weiteres Manko sind die fehlenden Extras, außer einem Wendecover und Trailern gibt es nichts zu entdecken. Diese Umstände sind zwar nervig, aber das schreckt mich nicht davon ab, dem Anime eine gute Bewertung zu geben. BTOOOM! Vol. 2 ist explosiver als Vol. 1, intelligent strukturiert und definitiv nichts für schwache Nerven.

Wertung: 9 Pixel

für BTOOOM! Vol. 2 (Blu-ray) im Test