Batman – The Telltale Series Episode 1 im Test

von Mandi 23.08.2016

Er ist nicht der Held, den Gotham verdient, aber der Held, den Gotham braucht. In Batman – The Telltale Series schlüpft ihr in die Maske des schwarzen Rächers, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Doch auch das Auftreten als Bruce Wayne will gelernt sein! Lohnt sich die Anschaffung des Spiels? Lest mehr in meinem Review!

Batman – The Telltale Series ist derzeit für PC, Xbox One und PS4 erhältlich. Für Xbox 360, PS3, iOS und Android gibt es mit Stand August 2016 ein “coming soon”. Auf der offiziellen Website des Spiels könnt ihr mehr erfahren.

Bruce Wayne, der beste Detektiv der Welt

Wenn ihr schon andere Spiele von Telltale Games gespielt habt, so werdet ihr euch in Batman – The Telltale Series sofort heimisch fühlen. Nach einem expansiven Intro schlüpft ihr in die Rolle von Batman, um Böses zu vereiteln. Dabei werdet ihr feststellen, dass das Böse nicht immer Masken trägt. Auch auf einem Ball, der in der Wayne Mansion stattfindet, müsst ihr euch mit Diplomatie und auf euch gerichteten Augen herumschlagen.

Episode eins ist natürlich für den Einstieg gedacht, und so passiert noch nicht äußerst viel. Die Charaktere werden vorgestellt, ihr kommt schnell dahinter, wem ihr trauen könnt und ihr setzt eure ersten Duftmarken. Doch ist tatsächlich alles so, wie es zu sein scheint? Sind alle tatsächlich freundlich zu euch alias Bruce Wayne, oder wollen sie nur an euer Geld beziehungsweise eure Stellung ausnutzen? Solche Entscheidungen sind zu treffen, wenn ihr Batman seid. Solche Entscheidungen passen perfekt zu einem Telltale-Spiel. Willkommen bei Batman – The Telltale Series.

Gewohnte Kost, nur mit Batman

Wie all die anderen Telltale-Spiele (Game of Thrones, Tales of the Borderlands, The Wolf Among Us und viele mehr) wartet auch dieses mit wunderschönen, handgezeichneten Hintergründen auf. Ihr stapft mit eurem Hauptcharakter durch die Gegend und erforscht die Gegend, um mit gewissen Punkten zu interagieren. Diese werden euch hervorgehoben, damit ihr euch nicht dumm und dämlich sucht. In solchen Erforschungssequenzen gibt es keinen Zeitdruck und ihr könnt spielen, wie euch beliebt.

Doch ihr spielt nicht nur den wohlgesitteten und meist besonnenen Bruce Wayne, auch Batman will von euch gesteuert sein. In Batman – The Telltale Series ist auch der Kampf ein wichtiges Element, und hier nehmen die Quick Time Events überhand. In diesen Sequenzen gilt es, angezeigte Tasteneingaben möglichst schnell durchzuführen, um Attacken auszuweichen und selbst Angriffe zu setzen. Es lohnt sich hierbei schon, den PS4-Controller (oder worauf ihr auch immer spielt) zu kennen, denn viel Zeit bleibt euch im Kampf nicht, um nachzusehen, wo sich der Knopf befindet.

Quelle: telltale.com

Quelle: telltale.com

Leichte Änderungen vorgenommen

Im Vergleich zu Spielen wie A Wolf Among Us, Tales of the Borderlands oder Game of Thrones müsst ihr aber nicht die gleiche Taste zwanzigmal drücken. Nein, ihr seid Batman, und daher braucht ihr solche Kraftproben nicht. Viel eher gilt es, mit dem rechten Stick von links nach rechts zu schwingen oder – das ist neu! – zwei Tasten zugleich zu drücken. In diesem Spiel entfällt es also, wie ein wildes Tier auf einen einzelnen Button einzudreschen. Das finde ich gut.

Was perfekt zu Batman – The Telltale Series passt, ist natürlich die Detektivarbeit. Mit eurem Batscanner könnt ihr Tatorte auf Beweismittel überprüfen und die einzelnen Indizien miteinander verbinden. So rekonstruiert ihr beziehungsweise euer Bruce-Avatar den Tathergang, und ihr werdet schlauer beziehungsweise kommt im Spiel voran. Diese Detektivarbeit kann euch aber künstlich bremsen, und wenn man das nicht von Telltale-Spielen gewohnt ist, kann es ungut auffallen. Zunächst dachte ich auch “Meh!”, aber im Nachhinein passen die Passagen sehr gut zum Spiel.

Quelle: telltale.com

Quelle: telltale.com

Grafisch wie immer opulent, aber…

Mann, ist das Spiel düster. Na klar, niemand, der an Batman denkt, wird etwa an den Regenbogenpony-Level aus Diablo 3 denken. Hier wechseln sich aber Dunkelgrau mit Schwarz und Tiefblau ab. Ist das jetzt gut? Für das Auge ist es eigentlich ein Nachteil, denn grafische Freude kommt beim Spielen nicht wirklich auf. Nimmt man aber einen Schritt Abstand und ruft sich in Erinnerung, dass es hier um den Batman geht, der in einer dunklen Höhle sein Tagewerk verrichtet und des Nächtens seine Gerechtigkeit durchboxt, dann kann man Telltale schon keinen Vorwurf mehr machen.

Vielmehr muss man sagen, dass die Grundstimmung des Rächers perfekt eingefangen wurde. Auch die Sounduntermalung ist stimmig, man merkt einfach, dass Telltale mit jeder Story dazulernt und den Fans mehr und mehr bietet. (Wo bleibt eigentlich Dragon Ball – The Telltale Series?) Einzig und allein die technische Umsetzung ist es, die Batman – The Telltale Series ein Bein stellt, und zwar grob. Wo die vorigen Telltale-Spiele ruckelfrei und sauber über den Bildschirm flimmerten, so lief dieses Game teils unter 30 Bildern pro Sekunde. Warum dies so ist, kann ich nicht beurteilen, ich hoffe nur, dass die nächsten Episoden für PS4 wieder gewohntes Telltale-Niveau erreichen.

Quelle: telltale.com

Quelle: telltale.com

Batman – The Telltale Series startet grandios

Was bleibt noch zu sagen? Die Stimmung ist opulent, der Held ist glaubwürdig, die Charaktere sind buntgemischt: Was für ein Start. Als Fan des Rächers freute ich mich schon auf die erste Episode von Batman – The Telltale Series, und ich wurde nicht enttäuscht. Die Detektivarbeit mag zunächst als Last erscheinen, macht aber nach kurzer Zeit richtig Spaß. Auch die Interaktion mit den anderen Avataren ist wirklich gut geskriptet, und es fühlt sich nach wenigen Minuten schon so an, als ob ihr in der nächsten Verfilmung des Batman wärt.

Der Zeichenstil und die Aufmachung ist ganz typisch Telltale, auch wenn die technische Umsetzung diesmal ein wenig hapert. 60 Bilder pro Sekunde habe ich selten gesehen in dieser ersten Episode, was in den anderen Spielen von Telltale kein Problem war. Vielleicht legt sich das noch, vielleicht gibt es einen Patch – aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Es geht doch in Wahrheit um die Geschichte, um das Miterleben, um Batman, und hier kann Batman – The Telltale Series auf der ganzen Linie überzeugen. Ich freue mich schon auf die nächste Portion!

Wertung: 8.5 Pixel

für Batman – The Telltale Series Episode 1 im Test
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[…] ihr die ersten beiden Episoden noch nicht gespielt habt, solltet ihr die nachfolgende Inhaltsbeschreibung besser […]

[…] sind fünf Episoden für Batman: The Telltale Series geplant. Die erste Episode hat Mandi bereits für euch getestet. Die gesamte Staffel ist digital auf Konsolen und Steam […]

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