Samsung Galaxy Watch9 Test: Mehr Power, mehr Gesundheit?

von Mandi 18.09.2026

Samsung hat mit der Galaxy Watch9 sein Standardmodell für 2026 vorgestellt und setzt dabei auf Evolution statt Revolution. Lest mehr!

Über die Samsung Galaxy Watch9

Ein Blick auf die offizielle Website des Geräts zeigt: Unsere Gesundheit ist Samsung wichtig. Ungewöhnliche Vitalwerte werden uns mitgeteilt, noch bevor wir sie spüren, das Schlaf-Tracking verspricht tiefe Analysen, smartes Trainieren soll ebenso möglich sein wie die Hand zu heben und einfach loszusprechen. Hier wird dann Google Gemini aktiv und kann auch jede Frage eine Antwort geben. Dass die Samsung Galaxy Watch9 zudem ausdauernder ist als zuvor, macht natürlich viel Freude.

Unter dem vertrauten „Squircle“-Gehäuse mit abgerundetem, fast rechteckigem Design und rundem Display steckt ein neuer Qualcomm Snapdragon Wear Elite-Chip auf 3-Nanometer-Basis, ein leicht gewachsener Akku und eine Reihe verfeinerter Gesundheitsfunktionen. Für 409,- Euro (40 mm, Bluetooth) bzw. 439,- Euro (44 mm) ist das ein ambitioniertes Paket, das Hersteller Samsung hier geschnürt hat. Packen wir die Smartwatch in der Farbe Graphite doch erst einmal aus:

Leicht, flach, unauffällig

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Galaxy Watch9 kaum vom Vorgängermodell: Samsung behält das charakteristische Squircle-Design mit gebürstetem Aluminiumgehäuse, Saphirglas-Display und stark abgerundeten Ecken bei. Mit 8,6 Millimetern Dicke und einem Gewicht von 31,5 Gramm (40 mm) bzw. 34 Gramm (44 mm) zählt die Uhr zu den flacheren und leichteren Smartwatches auf dem Markt. Im Alltagstest fällt sie am Handgelenk kaum auf, selbst nach mehreren Stunden Tragezeit gibt es keine Druckstellen oder unangenehmen Stellen. Ein äußerst positiver Punkt, den wir der Smartwatch zugute halten werden!

Die Verarbeitung ist hochwertig: Das Aluminiumgehäuse fühlt sich wertig an, die Kanten sind sauber verarbeitet, und das Saphirglas schützt das Display zuverlässig vor Kratzern. Die IP68-Zertifizierung und 5ATM-Wasserdichtigkeit machen die Uhr alltagstauglich, da sind Duschen, Schwimmen oder Regenschauer kein Problem. Für extremen Wassersport wie Schnorcheln oder Tauchen ist sie jedoch nicht ausgelegt, hier bleibt die robustere Galaxy Watch Ultra 2 die bessere Wahl. Das Silikonarmband im Test ist bequem, bei warmem Wetter neigte ich aber zum Schwitzen. Da wäre wohl ein Nylon-Armband eine gute Wahl.

Die Galaxy Watch9 im Alltag

Bei den Sensoren fährt Samsung erneut groß auf: Der BioActive-Sensor misst Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Hauttemperatur, Stresswerte und ermöglicht EKG sowie Blutdruckmessung. Neu ist die Gesundheitsübersicht Vitalwerte, die während der Nacht Puls, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz, Hauttemperatur und Sauerstoffsättigung auswertet und Abweichungen vom persönlichen Normalbereich in der Health-App markiert. Der ebenfalls neue Fitness-Index bündelt Daten zu Aktivität, Ausdauer und Körperzusammensetzung, um Veränderungen des Fitness-Levels sichtbar zu machen. Ein Haken bleibt jedoch bestehen: Für EKG und Blutdruckmessung (nur in Verbindung mit einem Manschetten-Blutdruckmessgerät) wird weiterhin ein Samsung-Smartphone benötigt, mit anderen Android-Geräten sind diese Funktionen nicht nutzbar. Auch die Schlafapnoe-Erkennung und die Kamera-Fernsteuerung sind nur im Samsung-Ökosystem verfügbar. Das wirkt wie eine künstliche Bindung an Samsungs eigene Geräte und schränkt die Attraktivität der Uhr für Nutzer anderer Android-Smartphones spürbar ein.

Das Schlaf-Tracking hinterlässt im Test einen sehr genauen Eindruck: Schlafdauer, Schlafphasen (REM, Tiefschlaf, leichter Schlaf) und nächtliche Wachphasen werden plausibel erfasst und liegen nahe an den Werten vergleichbarer Geräte wie einer Apple Watch Series 10. Die Samsung Health-App bereitet die Daten ausführlich auf und ergänzt sie um Hinweise zur Schlafqualität und persönliche Tipps zur Verbesserung. Für eine Uhr, die auch nachts getragen werden soll, ist das ein wichtiger Pluspunkt. Beim Sporttracking zeigt sich die Galaxy Watch9 ebenfalls stark: Die optische Pulsmessung ist im Vergleich mit einem Brustgurt sehr genau, selbst bei kurzen Belastungsspitzen reagiert der Sensor schnell. Das Dual-Band-GPS zeichnet Strecken beim Laufen und Radfahren sauber auf, und die automatische Trainingserkennung funktioniert zuverlässig. Viele Sportprofile sind vorhanden, jedoch nicht ganz so detailliert wie bei Spezialuhren von Garmin oder Polar. Das ist aber auch gar nicht der Anspruch dieser Smartwatch!

Performance und Laufzeiten

Im Inneren arbeitet erstmals Qualcomms Snapdragon Wear Elite-Chip (SDW6100) auf 3-Nanometer-Basis, ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorgänger. Samsung verspricht bis zu fünfmal mehr CPU- und siebenmal mehr GPU-Leistung, was sich im Test bestätigt: Apps starten zügig, Animationen laufen flüssig, und auch beim Wechsel zwischen Navigation, Sportaufzeichnung und Sprachassistent gerät die Uhr nicht ins Stocken. Der Arbeitsspeicher beträgt wie beim Vorgänger 2 GB RAM, der interne Speicher 32 GB, völlig ausreichend für Apps, Musik und Offline-Karten. Als Betriebssystem lief Wear OS 7 mit der Samsung-Oberfläche One UI 9.0 Watch. Das App-Angebot ist riesig: Google Maps, Spotify, Gmail, WhatsApp und viele weitere Apps aus dem Play Store sind verfügbar. Bezahlen funktioniert über Samsung Pay und Google Wallet, die Sprachsteuerung übernimmt Google Assistant oder direkt die KI-Assistenz Google Gemini, die per Handgelenkheben und Sprachbefehl aktiviert wird. Samsung verspricht bis zu fünf Jahre Software-Updates, was die Uhr auch langfristig attraktiv macht.

In der 40-mm-Version steckt ein Akku mit 390 mAh, das bedeutet einen Zuwachs von 65 mAh gegenüber dem Vorgänger (325 mAh). Beim 44-mm-Modell steigt die Kapazität von 435 auf 445 mAh. Im Test machte sich die höhere Kapazität jedoch kaum bemerkbar: Die Samsung Galaxy Watch9 hielt im smarten Modus ohne Sport knapp zwei Tage durch. Mit aktivem GPS sind etwa neun Stunden Sportaufzeichnung möglich. Das ist zwar ausreichend für einzelne Läufe oder Radtouren, somit auch dem eigenen Anspruch entsprechend, aber nicht für mehrtägige Abenteuer. Gerade weil diese Smartwatch auch den Schlaf überwachen kann oder auch soll, ist die Laufzeit für viele ein No-Go wie bei Apple. Ihr müsst daher feste Ladezeiten einplanen, damit die Uhr nachts nicht ausfällt. Sie benötigt knapp eineinhalb Stunden für eine volle Ladung. Die 44-mm-Version dürfte aufgrund ihres etwas größeren Akkus die sinnvollere Wahl sein, sofern das größere Gehäuse zum Handgelenk passt. Im Vergleich zu Wear OS-Konkurrenzgeräten mit längerer Laufzeit scheint die Uhr hier insgesamt im Nachteil zu sein.

Die Technik der Smartwatch

Der OLED-Bildschirm der Galaxy Watch9 misst 1,34 Zoll (40 mm) bzw. 1,5 Zoll (44 mm) und löst mit 438 × 438 bzw. 480 × 480 Pixeln auf. Die Bildqualität ist überzeugend: Farben sind satt, Schwarztöne tief, und die Darstellung bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Samsung gibt eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits an, und das ist für eine Smartwatch ein sehr überzeugender Wert. Ein Always-On-Display ist vorhanden und kann individuell konfiguriert werden, etwa mit reduzierter Helligkeit oder zeitgesteuertem Aktivieren.

Die digitale Lünette, bei der man durch Streichen am Displayrand durch Menüs blättert, funktioniert präzise und ergänzt die Touchbedienung sinnvoll. Wem das kleine 40-mm-Display bei der Bedienung zur Geduldsprobe wird, kann zur 44-mm-Variante greifen. 32 GB Speicher (davon 20 GB nutzbar), 2 GB RAM, NFC, Bluetooth 6 und WLAN (sowohl 2,4 als auch 5 GHz) runden die technische Ausstattung gelungen ab. Die Abmessungen betragen 46 x 43,7 x 8,6 mm bei einem Eigengewicht von 34 Gramm. Das bringt uns zum Fazit!

Ideal fürs Samsung-Ökosystem

Die Samsung Galaxy Watch9 ist eine hervorragende Allround-Smartwatch für Android-Nutzer. Sie misst präzise, sieht gut aus, hält an die zwei Tage durch und empfiehlt sich besonders für alle, die bereits im Samsung-Ökosystem unterwegs sind. Diese Smartwatch überzeugt mit einem hellen, scharfen Display, einer flüssigen Performance dank neuem Snapdragon-Chip, präzisen Gesundheits- und Sportfunktionen sowie einem riesigen App-Angebot. Das leichte, flache Gehäuse trägt sich ausgezeichnet, und die Verarbeitung ist hochwertig.

Im Wear OS-Land ist der große Schwachpunkt aber die Akkulaufzeit: Selbst, wenn sie knapp zwei Tage durchhält, läuft die Konkurrenz Runden um die Watch, besonders, wenn sie auch nachts getragen werden soll. Dazu kommt die ärgerliche Bindung wichtiger Gesundheitsfunktionen wie EKG an Samsung-Smartphones, das hatten wir auch schon beim Galaxy Ring. Wer mit beidem leben kann und zur größeren 44-mm-Version greift, bekommt eine der besten Android-Smartwatches des Jahres. Die Kompromisse sind aber klar kommuniziert!

Wertung: 8.5 Pixel

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