47 Ronin (Blu-ray) im Test

von Stefan Hohenwarter 17.06.2014

Keanu Reeves verschlägt es in 47 Ronin ins Japan des 18. Jahrhunderts, eine Welt voller Magie, Dämonen und alles durchtrennendem Stahl. Was ihr von der Mischung aus fernöstlicher Schwertkunst und Hollywoodkino erwarten könnt, verrät mein Testbericht.

47Ronin

Facts

  • Genre: Action, Fantasy
  • Publisher: Universal Pictures
  • Regie: Carl Rinsch
  • Releasetermin: 5. Juni 2014

Für Fürst Asano!

Der Film beginnt mit einem Blick in die Jugend von Kai (Keanu Reeves), der mit Narben am Kopf und völlig erschöpft von einem Samurai-Trupp gefunden wird. Anstatt dankbar zu sein, zückt der Junge instinktiv sein Schwert und hält es dem Samurai, der sich zu ihm beugt, an die Kehle. Das Kind muss Schreckliches erlebt haben, wenn es so reagiert. Kraftlos sackt der junge Kai nach wenigen Sekunden zusammen, und die Samurai nehmen ihn mit in ihre Festung. Wegen seiner ungeklärten Herkunft wird er allerdings nur respektlos behandelt und, da er offensichtlich kein Asiate ist, stets als Halbblut bezeichnet. Dies trifft jedoch nicht auf alle BewohnerInnen der Provinz zu, denn die Tochter von Fürst Asano hat ein Herz für Kai. Auch er liebt die Prinzessin, doch wegen seines niederen Ranges kann er von einem gemeinsamen Leben mit ihr nur träumen. Trotz der widrigen Umstände lässt sich Kai jedoch nicht entmutigen. Er entwickelt sich zu einem stattlichen Mann, der wie die Samurai der Provinz alles opfern würde, um seinem Herrn zu dienen. Anerkennung oder Respekt erhält er dafür jedoch nicht.

Bei einer Jagd nach einem chimärenartigen Fabelwesen weist Kai dem Samurai-Trupp nicht nur den Weg, sondern er rettet einem gewissen Oishi auch das Leben. Nach Anerkennung lechzend tötet Kai unter Einsatz seines Lebens die Chimäre, die nicht einmal der gesamte Samurai-Trupp zu stoppen vermochte. Ehre und der Ruhm für den Tod der Bestie werden aber ausschließlich dem Samurai Oishi zuteil. Kurz darauf besucht der Shogun, das Oberhaupt des gesamten Reichs, der über jeden Zweifel erhaben ist, die Provinz, in der Kai lebt. Bei einem Schauwettkampf sollen die Provinzen von Fürst Asano und Fürst Kira antreten, um den Shogun zu unterhalten. Für Fürst Kira betritt ein Hüne von einem Mann, gepanzert mit glitzerndem Stahl und mit der Kraft von wohl mindestens fünf Männern, den Ring, während alle auf den Kämpfer von Fürst Asano warten. Dieser wurde jedoch von einer Hexe, die offenbar mit Provinzherrscher Kira gemeinsame Sache macht, vergiftet –  betritt nicht sofort jemand den Ring, ist die Schande für das Reich von Fürst Asano grenzenlos. Kai ist kein Samurai, wirft sich jedoch sofort in die Rüstung und bestreitet den Kampf. Er weicht ein paar Schlägen aus, versucht auch zu kontern, doch Kiras Kämpfer fackelt nicht lange: Er schlägt Kai den Helm vom Kopf, und als klar wird, dass dieser kein Samurai ist, beendet der Shogun das Spektakel auf der Stelle.

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Das war jedoch nur der erste Schritt von Kiras intrigantem Plan. Im zweiten Schritt vergiftet die Hexe, die verkleidet als seine Konkubine mitgekommen ist, Fürst Asano. Die Wahnvorstellungen, die dieses Gift auslöst, lassen Asano glauben, dass Fürst Kira seine Tochter vergewaltigt, weshalb er sich in das Gemach des vermeintlichen Verbrechers aufmacht, um ihn mir seinem messerscharfen Samuraischwert zu töten. Der Shogun nimmt Notiz von diesem nächtlichen Aufruhr. Eine solche Tat gilt als unverzeihlich, und so opfert sich Fürst Asano, um die Ehre seiner Provinz nicht zu verletzen. Nun ist der Weg für Kira frei, der nicht nur Asanos Tochter mit sich nimmt, sondern sich auch seine Provinz unter den Nagel reißt. Der Shogun entlässt die nun herrenlosen Samurai von Asano, die nun ihr Leben als Ronin fristen müssen, verweist sie des Landes und verbietet ihnen unter Androhung der Todesstrafe, Rache für ihren Herrn zu üben. Oishi, der Anführer der Samurai, dessen Wille mit einem Jahr in einem dunklen Kerker gebrochen werden sollte, kommt nach seine Gefangenschaft wieder frei. Trotz der klaren Worte des Shoguns hat er nur ein Ziel: Rache am intriganten Fürsten Kira.

Bild, Ton & Extras

47 Ronin punktet meiner Meinung nach nicht mit einer unvorhersehbaren Geschichte, sondern vielmehr mit einer bildgewaltigen Inszenierung und beeindruckender Filmausstattung. Auch die Synchronstimmen und Akustik passen wunderbar in diese Konzept. Abgerundet wird das Paket mit unveröffentlichte Szenen und verschiedenen Featurettes.

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Zusammenfassung

Die Geschichte der 47 Ronin ist ein in Japan berühmtes Ereignis, bei dem 47 Krieger den Tod ihres Herrn rächten. Die Ereignisse sind ein vorbildliches Beispiel für die bedingungslose Treue der Samurai. In der Hollywood-Verfilmung von 47 Ronin mit Keanu Reeves in der Hauptrolle werden zu diesem geschichtsträchtigem Ereignis Drachen, Fabelwesen und ein wenig Magie gemischt. Das Ergebnis stellt wohl nicht alle, auch mich nicht, hundertprozentig zufrieden, wobei ich erwähnen muss, dass ich für diese Art von Filmen eigentlich sehr empfänglich bin. Der Mix funktioniert zwar, täuscht aber nicht über die doch vorhersehbare und schwache Story hinweg.

Wer also auf effektreiche und pompös inszenierte Filme steht, kann gern zugreifen. Wer jedoch eine durchdachte Story mit Wendungen und mehr als Effekthascherei sucht, sollte wohl lieber die Finger von dem Film lassen. Kurz und knapp: 47 Ronin ist ein interessanter Film für Popcornkino-Fans, der jedoch sein volles Potenzial nicht ausschöpft.

Wertung: 7.5 Pixel

für 47 Ronin (Blu-ray) im Test