21 Bridges– Chadwick Boseman als knallharter Cop in New York

von Michael Neidhart 18.01.2020

Black Panther Star Chadwick Boseman schlüpft in 21 Bridges in die Rolle eines knallharten Cops, der einer gewaltigen Verschwörung innerhalb des NYPD auf die Spur kommt. Was zunächst nach der Jagd nach Polizistenmördern aussieht, wird mit Fortlauf der Ermittlungen zu einem immer undurchsichtigeren Netz aus Fakten und Zufällen. Schnell verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse und die Polizei greift zu einer außerordentlichen Maßnahme: Sie schließt alle 21 Brücken von Manhattan und flutet die Insel mit Cops.

 

21 Bridges – Verwobene Story

Der New Yorker Police Detective Andre Davis (Chadwick Boseman) hat ein sehr persönliches Motiv, das ihn dazu motiviert, mit Cop-Killern kurzen Prozess zu machen. Sein Vater, ebenfalls Polizist, wurde im Einsatz getötet. Der Film beginnt mit dessen Beerdigung und in einer grandiosen Szene ist anhand des Gesichts des jungen Andre bereits abzulesen, dass er in Vaters Fußstapfen treten wird. Die pathetische Rede des Pastors begleitet die Szene, die in der deutschen Fassung leider alles an Emotion vermissen lässt. Einen Zeitsprung später sitzt Davis vor einem Ausschuss der Internen Abteilung und muss sich für seinen Umgang mit mutmaßlichen Tätern rechtfertigen. Dabei vergleicht er seinen Job mit dem eines Soldaten und spricht von einem Krieg auf der Straße.

In der folgenden Nacht haben zwei Kleinkriminelle auf den ersten Blick mehr Glück als Verstand. Einem Tipp folgend, brechen sie bei einem Weinhändler ein, um 30kg Kokain zu entwenden. Der muskelbepackte Mitarbeiter beunruhigt die beiden noch nicht, doch als sie im Keller statt der 30 gleich 300kg finden, spricht einer der beiden aus, was Sache ist: „That’s Stupid.“ Diese Aussage bestätigt sich wenige Minuten später. Gerade als sie den Ort des Verbrechens verlassen möchten, erscheinen Cops. Die beiden schießen sich den Weg frei und hetzen sich als Cop-Killer das gesamte NYPD auf den Hals.

21 Bridges

Copyright: Constantin Film

Scorsese meets Ritchie

Der Plot von 21 Bridges entwickelt sich sehr direkt und ohne viele Überraschungen. Das sorgt zwar für gute Unterhaltung, wirklich spannend ist das aber nur selten. Was sich zunächst wie die Kombination des besten aus Filmen wie Departed und Snatch anfühlt, kehrt sich schon bald ins Gegenteil um. Es ist von Beginn an klar, dass hier etwas faul ist. Bosemans Cop ist eigentlich eine sehr intelligente Figur, die klar schlussfolgert und nachvollziehbare Entscheidungen trifft. Deshalb schmerzt es umso mehr, dass er solange braucht, um das große Ganze zu erkennen. Auf der einen Seite sind die Steine, die ihm beim Ermitteln in den Weg gelegt werden, einfach zu offensichtlich. Auf der anderen Seite wirken manche Plot-Elemente als hätte Regiseur Brian Kirk keine bessere Idee gehabt, die Szene zu lösen.

21 Bridges entwickelt dennoch viel Charme und das liegt vor allem an den herrlichen Aufnahmen der Stadt New York. Sie wirken erfrischend anders, als die tausenden, die bereits in unzähligen Filmen zu sehen waren. Im Zusammenhang mit der knappen Zeit, Davis und sein Team haben gerade mal vier Stunden, den Fall zu lösen bevor das FBI übernimmt, entsteht ein gewisser Sog, der einen wild durch Manhatten zieht. Während die Schlinge um die Täter immer enger gezogen wird, verdichtet sich auch die Story bis zum Showdown in der New Yorker U-Bahn. In dieser Schlüsselszene überzeugt Boseman endgültig, aber auch die enttäuschende Leistung von Sienna Miller findet ihren Höhepunkt.

Gute Unterhaltung mit Abstrichen

21 Bridges bietet gute Unterhaltung, leider aber auch nicht mehr. Chadwick Boseman gibt sein bestes, kann aus dem Drehbuch aber nicht mehr machen als es ist. Die Story ist zu einfach zu durchschauen und bereits nach zehn Minuten ist klar, was am Ende passieren wird. Abseits der Story entwickelt der Film dennoch einen gewissen Charme. New York ist richtig gut in Szene gesetzt und das enge Zeitfenster der Ermittlung macht den Film zumindest halbwegs spannend. Am Ende genügt es aber nicht, um mich so richtig zu fesseln.

Wertung: 6.5 Pixel

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