Xperia Z2 Tablet im Test

von Mandi 20.05.2014

Nach dem SWR10 SmartBand und dem Xperia Z2 Smartphone legte ich mein Augenmerk auf das Xperia Z2 Tablet. Kann das 10,1-Zoll-Gerät genauso überzeugen wie die beiden anderen neuesten Gadgets von Sony? Lest es hier in meinem Review!

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Schnell ist das Xperia Z2 Tablet aus der Verpackung genommen, und es sieht fantastisch aus. Es ist extrem dünn (6,4 Millimeter), erinnert vom Design her an das Xperia Z Ultra, es ist wasserdicht und orientiert sich preislich am iPad Air. Das bedeutet, dass es sich einerseits  perfekt zum Vergleichen eignet und andererseits das Air ein wenig übertrumpfen sollte, da dieses voraussichtlich im Herbst oder Winter upgedatet wird.

Das 10,1-Zoll-Display sieht großartig aus. Mit seiner Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten und seiner Live-Colour-LED-Technologie ist das Xperia Z2 Tablet ein Fest für die Augen. Generell ist es wie bei vielen Tablets, dass ihr sowieso nur noch den Bildschirm ohne viel Drumherum in Händen haltet. Das schlägt sich auch im Gewicht nieder: Mit knapp 440 Gramm ist das Xperia Z2 Tablet ein absolutes Leichtgewicht.

Die abgerundeten Ecken, das geringe Eigengewicht und das rutschfeste Material auf der Rückseite machen einen guten Eindruck, es sei denn, ihr wollt das Tablet mit nur einer Hand halten. Auf der linken Seite ist das Xperia Z2 Tablet gut gebaut, doch auf der rechten Seite quietscht und knackt der Rahmen, ohne viel Druck auszuüben. Das geht besser.

Alles drin, alles dran

Die technischen Spezifikationen können sich sehen lassen, so werkt im Inneren ein 2,3 GHz schneller Vierkernprozessor neben einer Adreno 330-GPU – kurz: das Beste, das es derzeit zu kaufen gibt. Wie beim Smartphone ruckelt auch hier allerdings das Interface teilweise ein wenig, was manchmal irritieren kann.

Der 6000-Milliamperestunden-Akku hält bei moderater Nutzung bis zu zehn Stunden am Tag; da ist der Stamina-Modus allerdings noch nicht eingerechnet. Dieser verhindert im Endeffekt sämtliche Hintergrundaktivitäten, wenn das Tablet im Stand-by-Modus schlummert, und kann eure Akkulaufzeit leicht verdreifachen. Ein großartiges Feature, das durchaus sinnvoll ist und den meisten NutzerInnen Freude bereitet.

Bei der Usability hingegen hat Sony geklotzt, nicht gekleckert: Ganze 52 Apps kommen mit dem Gerät aus der Verpackung. Das ist eine ganze Menge an vorinstallierten Programmen, die App-Übersicht benötigt so eineinhalb Bildschirme. Natürlich sind auch wieder sämtliche Sony-Entertainment-Network-Verknüpfungen mit von der Partie wie die doppelten Apps für Fotos, Videos und dergleichen. Das bedeutet, Profis müssen erst alles einstellen und löschen, wohingegen EinsteigerInnen sich wohl einfach daran gewöhnen sollten.

Auf dem Xperia Z2 Tablet befinden sich zwei Kameras. Die rückseitige hat eine Auflösung von 8,1 Megapixeln, und die Frontkamera schießt Bilder mit 2,2 Megapixeln. Zum alltäglichen Gebrauch sind die Kameras in Ordnung, allerdings solltet ihr keine Wunderdinge erwarten: Die Software, die für die Optimierung eurer Schnappschüsse verantwortlich ist, geht seit jeher weit zu aggressiv zu Werke und verunstaltet so ansonsten gut gelungene Bilder.

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Das alte Leiden

Es ist aber immer die Software, die Sony plagt. Das Gerät selbst ist gut designt, hochwertig und leistungsstark – mit dem Xperia Z2 Tablet hat Sony alles richtig gemacht, was die Technik angeht. Doch leider ist der Skin etwas zu gierig, was manchmal zu Rucklern führt, die Fotooptimierung ist zu aggressiv und die Apps zu zahlreich. Das sind aber alles Dinge, die mit einem Update gelöst werden können.

Leider macht dem Xperia Z2 Tablet genau jene Software einen Strich durch die Rechnung, für die Sony am Wenigsten kann. Android hat es bis dato nicht geschafft, den Tablets das Rüstzeug für den Kampf gegen das allmächtige iPad Air mitzugeben. Beim direkten Vergleich hat das Xperia Z2 Tablet immer den Kürzeren gezogen: Geht es um Apps wie Twitter, Facebook oder ein aktuelles Spiel wie FIFA 14, scheint auf dem iPad alles flüssiger, runder und schöner zu laufen.

Kann man Sony hier einen Vorwurf machen? Das Tablet selbst strotzt vor Kraft und Potenzial, was insbesondere beim Surfen im Netz spürbar wird. Doch wenn das Beste und Schnellste wegen der Software eingeschränkt wird, ist es schwierig, sich sowohl vom Mitbewerb als auch von der direkten Konkurrenz aus dem Hause Apple abzusetzen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Der Preis ist ähnlich hoch wie beim iPad Air, doch die Performance des Gesamtpakets spielt letzten Endes nicht immer in derselben Liga. Das Xperia Z2 Tablet wird wärmer, dennoch ruckelt es teilweise, der Bildschirm im 16:9-Verhältnis ist im Hochformat nicht optimal, und die meisten Apps sind noch immer nicht für Tablets optimiert. Traurig, aber wahr: Wenn es nicht einmal die größten Firmen wie Facebook als wichtig erachten, wieso sollten es dann die „kleinen“ EntwicklerInnen tun?

Xperia Z2 Tablet: Kleiner Sprung nach vorn

Das Xperia Z2 Tablet macht seine Sache sehr gut. Sowohl zu Hause als auch draußen ist es ein robuster Begleiter: Da es wasserdicht ist, hält es auch Ausflüge ins Badezimmer oder an den See ohne Probleme aus. Gemeinsam mit dem Style-Cover-Stand und den MDR-NC31EM-Ohrstöpseln macht das Xperia Z2 Tablet gleich noch viel mehr Spaß.

Während ihr mit dem Style-Cover-Stand euer Tablet rundum schützen und gleichzeitig in eine Schreibposition oder eine reine Stehposition bringen könnt, holen die Ohrstöpsel das Maximum aus der Welt des Sounds heraus. Zwar sind die integrierten Lautsprecher schon nicht von schlechten Eltern, aber mit den Ohrhörern könnt ihr noch viel mehr Details und Tiefen heraushören. Ich persönlich fand sie ein wenig unangenehm, da sie eher größer sind, der Klang jedoch ist einwandfrei.

Wir werden sehen, wie sich das Xperia Z2 Tablet auf dem Markt schlagen wird. Das einzige Problem, das ich sehe, ist der Releasetermin: Wenn es jetzt im Mai/Juni auf den Markt kommt und im Q3 oder Q4 das neue iPad erscheint, wird es schwierig, sich mit dem aktuellen Stand der Technik zu behaupten. Dennoch finde ich das Tablet gelungen, da es die grundlegenden Sachen richtig macht und auch beim Preis nicht hoch ansetzt. Daher freue ich mich auf die Dinge, die da kommen mögen – Sony sollte jedoch noch an der Software arbeiten. Der Skin, die vielen vorinstallierten Apps sowie die Kamerasoftware wären die wichtigsten Punkte.

Wertung: 8 Pixel

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