Xenoblade Chronicles X (Wii U) im Test

von Mandi 30.11.2015

Endlich ist der lang ersehnte Nachfolger zum Rollenspiel-Hit Xenoblade Chronicles (Wii) bei uns erhältlich. Das wohl beste RPG für die Wii wartete mit einer spannenden Storyline auf, überzeugte mit einem soliden Kampfsystem und fesselte mit seiner langen Spielzeit. Nintendo legte das Meisterwerk im April 2015 neu für den 3DS auf, und Ende 2015 ist es so weit: Xenoblade Chronicles X (die offizielle Website findet ihr hier) erscheint für die Wii U. Nach zig Spielstunden stellt sich die Frage: Kann der Nachfolger den Meilenstein übertreffen? Lest hier in diesem definitiven Review, wie eindeutig die Antwort ausfällt!

7_WiiU_Xenoblade_scrn07_E3_beyond pixels_fieslingDas nennt man mal fortschrittliche Technologie

Woher der Xenoblade Chronicles-Hype?

Fast sechs Jahre nach dem Original-Release von Xenoblade Chronicles für Wii bringen Nintendo und Monolith Software einen Nachfolger im Geiste für Wii U heraus: Xenoblade Chronicles X. Für Fans ist es ein lang erwarteter Termin, der Hype kannte nach der Ankündigung des Games keine Grenzen. Es kann jedoch beim Großteil der EuropäerInnen leicht passiert sein, dass der JRPG-Hit Xenoblade Chronicles völlig unter dem Radar verschwunden ist und viele von euch noch nicht einmal davon gehört haben.

Das ist allerdings nicht als Angriff zu werten: Der JRPG-Boom war damals noch nicht so ausgeprägt wie heute, und trotz des riesigen Erfolges der Nintendo Wii war sie doch eher für Gelegenheitsspiele bekannt anstatt für epische Rollenspiele. Ähnlich wie etwa bei Star Ocean II (PSone) kamen nicht allzu viele Kopien auf den europäischen Markt, sodass einzelne Discs nicht selten für über 100 Euro verkauft werden. Warum ist das so eine große Sache, und wieso legen so viele SpielerInnen derart viel Geld auf den Tisch? Die Antwort ist simpel: Qualität.

Die Kolleginnen und Kollegen von GameSpot zeichneten Xenoblade Chronicles bei ihren Auszeichnungen der besten Spiele 2011 als bestes Wii-Spiel des Jahres aus, nominiert war es außerdem als bestes Rollenspiel und bestes Spiel des Jahres. The Daily Telegraph, eine britische Tageszeitung, nominierte das Spiel für die Spiel-des-Jahres-Auszeichnung 2011. In einer Auflistung von IGN (Die 25 besten Wii-Spiele aller Zeiten) erhielt Xenoblade Chronicles den elften Platz. LeserInnen der japanischen Computerspielzeitschrift Famitsu wählten Xenoblade Chronicles auf Platz 6 ihrer 50 besten Nintendo-Spiele aller Zeiten.

Erwartungshaltung? Wir doch nicht

Noch nicht genug? Bei den Japan Game Awards erhielt Xenoblade Chronicles einen so genannten „Award For Excellence“. Ferner führte die Entwicklerwebsite Gamasutra das Studio Monolith Soft auf ihrer Liste der 30 besten Entwicklerstudios 2011 auf, für die Verdienste des Studios mit Xenoblade Chronicles für das JRPG-Genre. Das Time Magazine wiederum zeichnete Xenoblade Chronicles als zweitbestes Videospiel 2012 aus. Bei den Spiel-des-Jahres-Auszeichnungen von IGN gewann es als Wii-/Wii-U-Spiel mit bester Handlung sowie bestes Spiel für Wii oder Wii U. Außerdem war es plattformübergreifend nominiert als bestes RPG, als Spiel mit der besten Handlung sowie bestes Spiel des Jahres.

Ihr seht also, hinter Xenoblade Chronicles X verbirgt sich ein Game, das schon allein seines Vorgängers wegen gigantisch groß, atemberaubend hübsch und extrem fesselnd werden sollte. Gemeinsam mit der genialen Erzählweise, die Xenoblade Chronicles erst so richtig auszeichnete, stand Monolith Software nun vor der Herausforderung, diesen Titel zu toppen. Doch wie macht man ein Top-Spiel noch besser? Besinnt man sich auf die altbekannten Stärken, erfindet man sich völlig neu, und wo ist der Grat zwischen diesen beiden Optionen? Es gibt nur eine einzige schwierigere Aufgabe, als mit einem klasse Erstlingswerk für Aufsehen zu sorgen, nämlich den Erfolg zu halten oder gar zu mehren.

Fans auf der ganzen Welt haben sich somit den 4. Dezember 2015 markiert. Anstatt aber wie im originalen Xenoblade Chronicles mit einem mächtigen Schwert mit Eigennamen die Zeit zu manipulieren, besinnt sich Xenoblade Chronicles X als geistiger Nachfolger eher auf die Wurzeln der Xeno-Serie. Ihr werdet ganz ohne Monado ins Spiel geworfen, auch das Look and Feel des Games ist schlichtweg anders. Meine eigene Vorfreude bezüglich Xenoblade Chronicles X kannte so gut wie keine Grenzen, abgesehen vielleicht von No Man’s Sky (sorry, Hello Games!) freute ich mich auf diesen Titel mehr als auf alles Andere.

Mann, hat sich das Warten ausgezahlt.

6_WiiU_Xenoblade_scrn06_E3_beyond pixels_linDas ist Lin, 13 Jahre altes Wunderkind und Ingenieurin

Xenoblade Chronicles X: Die Story

Wir schreiben den Juli 2054. Das Leben ist mehr oder minder glücklich auf dem Planeten, und abgesehen von der immens hoch entwickelten Technologie sind wir als Menschheit noch immer so, wie wir uns kennen: Da gibt es Städte, die Los Angeles heißen, nach wie vor siedeln wir auf der Erde kreuz und quer herum, und die Technik erleichtert das Leben ungemein. Egal, ob Hardware, Software, Schutzanzüge oder Raumfahrt, die Menschheit befindet sich auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Glaubt sie.

Ähnlich wie in Per Anhalter durch die Galaxis sind es oft die kleinen Zufälle im großen intergalaktischen Kontext, die für die Erdlinge einen fatalen Ausgang bereithalten. So auch in Xenoblade Chronicles X. Die Erde ist eher zufällig in der Nähe, als sich zwei Raumschiff-Flotten von verschiedenen Xeno-Rassen (Xeno ist mit Alien, sprich mit anderen Spezies gleichzusetzen) einen erbitterten Kampf liefern. Bevor die Regierung auf der Erde überhaupt richtig reagieren kann, entwickelt sich das Scharmützel in der Umlaufbahn des Planeten zu einem Gefecht bis zum Schluss. Die großen Waffen werden ausgepackt, und alles in der näheren Umgebung wird unter heftigsten Beschuss genommen.

In größter Eile wird auf der Erde nun Projekt Exodus ins Leben gerufen und die Erde soll verlassen werden. Rasch wird alles zusammengepackt und in verschiedenste Schiffe geladen, doch das Drama beginnt hier erst. Dank der hochentwickelten, sehr zerstörerischen Technologie der unbekannten Xenoformen wird auch so gut wie jede Rettungskapsel vom Himmel geholt, sobald sie die Atmosphäre der Erde verlassen hat. Mit viel Glück und einer gehörigen Portion Geschick hat es ein Schiff namens „Weißer Wal“ geschafft, der Kampfumgebung zu entkommen. Viele Bewohner sind im Weißen Wal in Stasis-Schlaf versetzt worden und so beginnt das bange Hoffen auf das Überleben…

2_WiiU_Xenoblade_scrn02_E3_beyond pixels_raumschlachtDer Kampf um die Erde

Eine neue Welt

Zwei Jahre lang irrt die Fracht durch den Weltraum, als plötzlich die für die Zerstörung der Erde verantwortlichen Raumschiffe wieder den Weg des Weißen Wals kreuzen. Um sich noch unbeliebter als zuvor zu machen, richten die Xenos erneut ihre Waffen auf das Raumschiff und beschädigt den Moby Dick-Verschnitt irreparabel. Nun nimmt die Suche nach einem neuen Zuhause ein unfreiwilliges Ende, und der Weiße Wal steuert unkontrolliert auf den nächsten Planeten namens Mira zu. Einen Eintritt in die Atmosphäre und eine unsanfte Landung auf Mira später sammelt sich die Menschheit wieder, um Fuß auf der neuen Umgebung zu fassen. Rasch wird an der Absturzstelle eine Stadt errichtet und New Los Angeles (kurz NLA) getauft.

Glück gehabt: Es scheint, als wäre der Planet Mira soweit geeignet, um an ein Überleben zu denken. Atmen ist möglich, auch die Schwerkraft ähnelt in etwa jener der Erde (ein wenig leichter wirkt das Springen schon), also im Grunde ist der Grundstein für einen Neubeginn gelegt. Nicht alles ist schlimm in Xenoblade Chronicles X, könnte man meinen. Wäre da nicht die Sache mit dem riesigen Lebensspeicher, der sich beim Aufprall auf Mira vom Hauptkorpus des Weißen Wals gelöst hat und nun mitten in der Wildnis zwischen wildem Getier und sonstigen Bedrohungen liegt. Der Lebensspeicher ist, wie der Name schon sagt, für die Menschheit überlebenswichtig, da er viele Dinge wie Ressourcen und möglicherweise weitere Bewohner-Pods in sich trägt.

Zwei Monate nach der Bruchlandung hat sich in NLA eine Übergangsregierung formiert, die effektiv und kompromisslos für das Überleben der Menschheit zuständig ist. Es gilt, die bestehenden Bewohner als Ressourcen zu betrachten und bestmöglich einzusetzen, den Lebensspeicher zu finden und zu bergen, Angriffe von einheimischen Wildtieren abzuwehren (immerhin ist der Weiße Wal ja mitten in deren Revier abgestürzt), die nähere Umgebung zu erkunden, um überhaupt herauszufinden, wo sich andere Stasis-Pods und der wichtige Lebensspeicher überhaupt befinden und darüber hinaus in den eigenen Reihen für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Nichts einfacher als das, richtig? Keine Panik.

Jetzt steigt ihr ein

Das Leben in Xenoblade Chronicles X beginnt mit der Charaktererstellung. In diesen ersten Minuten erlernt ihr auch den fachspezifischen Umgang mit eurem GamePad: Menüpunkte werden ausschließlich mit dem Steuerkreuz gewechselt, wohin ihr die „echte“ Umgebung ausschließlich mit den Analogsticks manipuliert. Bei der Erstellung eures Avatars habt ihr extrem viele Möglichkeiten, neben den altbekannten Körperproportionen (abgesehen von Brüsten – danke, liebe USA!) dürft ihr euch auch mit Makeup beschäftigen oder den Haarspitzen andere Farben verpassen. Auch die Stimme kann von euch gewählt werden, diese beschränkt sich allerdings nur auf die Kampf-Ausrufe: Leider ist euer Avatar stumm und die Entscheidungen trefft ihr via Textauswahl. Da ging die Priorität der Individualisierbarkeit wohl vor jener der Vertonung eines Helden oder einer Heldin. Schade, das hat Xenoblade Chronicles damals besser gelöst (auch wenn Shulk nicht grade vor Persönlichkeit strotzte).

3_WiiU_Xenoblade_scrn03_E3_beyond pixels_elmaEure Lebensretterin Elma

Nach der Charaktererstellung beginnt ihr euer Abenteuer – wie könnte es auch anders sein – in einem Stasis-Pod. Die hochrangige Soldatin namens Elma findet euch und feiert dies ausgelassen, schließlich sind gute Nachrichten auf Mira eher Mangelware. Nach der Namenseingabe und einem kurzen Kampftutorial, das für EinsteigerInnen etwas fordernd und für KennerInnen des Vorgängers bestenfalls eine Auffrischung ist, lauft ihr schon durch die Wildnis. Das Kampfsystem ist im Vergleich zu Xenoblade Chronicles weitestgehend unverändert: Eure bis zu vier Charaktere (ihr steuert nur euren Avatar) laufen frei durch die Gegend, und eure automatischen Angriffe werden regelmäßig je nach ausgerüsteter Waffe öfter oder weniger frequent durchgeführt. Die Ausnahme hierbei bildet das horizontale Kugelgeflecht am unteren Ende des Bildschirms.

Mit den Richtungstasten könnt ihr zwischen den einzelnen Angriffsvarianten wählen und mit einem Druck auf A benutzen. Da ihr in Xenoblade Chronicles X zwei Waffen gleichzeitig führt, etwa ein Langschwert und eine Schusswaffe, habt ihr auch dementsprechende Möglichkeiten: Ein gewiefter Streich mit der Nahkampfwaffe kann einen großen Gegner schon mal ins Schwanken bringen, was ihr mit einem gezielten Schuss aufs Gelenk oder einer anderen Fertigkeit ausnutzt und den Feind damit umwerfen könnt. Umgeworfene Gegner greifen nicht an, bis sie wieder auf die Beine finden und müssen für die Dauer des Statuseffektes erhöhten Schaden einstecken. Es gilt also, die eigenen Fertigkeiten möglichst effizient aneinander zu reihen und nebenbei auch darauf zu achten, was eure GefährtInnen so treiben, da diese selbständig agieren und ebenfalls mit verschiedensten Angriffen und Statuseffekten um sich werfen.

Entscheidungen über Entscheidungen

Damit ihr auch etwas mitzureden habt, könnt ihr via der Taste + das Kampfmenü aufrufen, in dem ihr einen Befehl gebt, der unverzüglich ausgeführt wird. Dies kann von „Wechselt in den Nahkampf“ bis „Bleibt in meiner Nähe“ alles sein, und in der Praxis funktioniert dies auch einwandfrei. Neben euren Trefferpunkten gibt es auch Spannungspunkte (kurz SP), die ihr für die Ausführung eurer Fertigkeiten benötigt. Damit aber ihr die Welt von Xenoblade Chronicles X nicht mit superstarken Aktionen zuspammen könnt, gibt es zusätzlich zu den SP-Kosten auch eine Cooldown-Phase nach der Benutzung ebenselber. Jede Spezialfertigkeit besitzt ihre eigene Abklingzeit, und mit genügend Training mit so genannten Trainingspunkten, die ihr für Abschluss verschiedenster Missionen erhaltet, könnt ihr die Stärke der Skills erhöhen und gleichzeitig deren Cooldown-Zeit verringern.

Die Trainingspunkte könnt ihr aber auch dafür verwenden, einzelne Talente wie etwa „Maximale Lebenspunkte +30 %“ aufzuwerten. So gut wie alles ist anpassbar, und wenn ihr Xenoblade Chronicles zuvor nicht gespielt habt, kann euch die Fülle an Optionen und Kampfvarianten überfordern. Zwar verpasst ihr von der Story her nichts bis auf ein paar Anspielungen, wenn ihr mit dem Vorgänger nichts am Hut habt, aber das Kampfsystem wurde weitestgehend vom Vorgänger übernommen. Spätestens nach zwei oder drei Spielstunden habt ihr auch dieses gemeistert, und dann kann euch nichts mehr aufhalten. Nun, fast nichts, bis auf die Flora, Fauna und das wütende Getier, das sich so auf Mira herumtreibt. Oder, um ganz ehrlich zu sein, eigentlich kann euch zu Beginn des Spiels fast alles aufhalten, denn wenn ihr bedenkt, in welcher Lage sich die Menschheit befindet, wäre alles andere auch an den Haaren herbeigezogen.

Gestrandet auf einem fremden Planeten ohne viele Ressourcen und mit nur wenigen im Kampf ausgebildeten SoldatInnen müsst ihr nun mal gewisse Missionen erledigen, die euer Überleben auf Mira sichern. Nach etwa drei bis vier Spielstunden könnt ihr euch einer von acht Divisionen der Organisation BLADE anschließen, die allesamt verschiedene Aufgaben zu erledigen haben. Je nachdem, wie ihr euer Spielerlebnis gestalten wollt, entscheidet ihr euch, aber diese Divisionen sind keine endgültige Wahl. Gegen die Entrichtung einer mehr oder minder geringen Gebühr könnt ihr auch die Divisionen wechseln – euch wird in Xenoblade Chronicles X zunächst alles bis ins Detail erklärt, bevor ihr euch einer von acht Divisionen zugehörig macht. Neben den Divisionsboni wie etwa Lebensregeneration, mehr Nahkampfschaden oder erhöhte Fernkampf-Treffsicherheit gibt es die folgenden Möglichkeiten…

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Die Divisionen in Xenoblade Chronicles X

Die so genannten Pathfinders haben als Hauptaufgabe das Installieren von Datensonden bekommen. Diese Datensonden stecken tief in der Erde, bauen wertvolles Miranium ab und liefern es an die eigenen Rüstungsfirmen, decken eure Karte auf und können die Stadt vor dem Eindringen besonders starker Kreaturen warnen. Darüber hinaus werden die BewohnerInnen von NLA mit Live-Feeds versorgt, was deren Neugier befriedigt und ihre Zufriedenheit steigert. Da Pathfinders hauptsächlich als Aufklärer dienen und die Karte erweitern, sind sie auch unerlässlich, wenn es darum geht, den Lebensspeicher aufzuspüren und zu sichern. Immerhin befinden sich dort laut letzten Informationen noch einige der Überlebenden und es gilt, diese um jeden Preis zu retten. Es geht schließlich um die Zukunft der Menschheit.

Die Interceptors beschützen NLA und führen ein eher kampflastigeres Leben. Ihre Hauptaufgaben umfassen den Schutz der Mauern von NLA, die Eskorte von Forschern und anderen Teams, auch die Bergung und Rettung von Bewohner-Pods in der näheren Umgebung fällt in den Aufgabenbereich der Interceptors. Sie sind mehr als Verteidigungslinie zu sehen – dem gegenübergestellt sind die Harriers. Sie sind die Speerspitze von NLA und führen notwendige Präventivangriffe auf eventuelle Bedrohungen der Stadt durch. Wenn es um Jagd geht, sind die Harriers die erste Wahl – sie müssen die Drecksarbeit verrichten und die einheimischen Kreaturen aus ihrem angestammten Revier vertreiben, ungeachtet der eigenen Ideologie.

Die Reclaimers wiederum sammeln ganz unspektakulär die Bruchstücke des Weißen Wals auf, bergen mitunter Überlebende und nehmen nebenbei alles mit, was irgendwie nach Technologie aussieht. Auch die Suche nach dem Lebensspeicher wird von den Reclaimers unterstützt, da sich oft in Trümmern ein Hinweis verbirgt, wo das nächste Teil sein könnte. Die Curators wiederum sind die reinen Forscher, die auch die Außenposten auf Mira besetzen. Sie sind diejenigen, die Pionierarbeit leisten und unerforschte Gebiete als Erste betreten. Sie treffen auch oft auf unbekannte Kreaturen, kein Winkel bleibt ihnen verborgen. Mediatoren wiederum sind die klassische Polizei in Xenoblade Chronicles X: Katze weg? Sprecht mit den Mediatoren. Problem mit dem Nachbarn? Sprecht mit den Mediatoren. Sie sorgen für Stabilität in NLA.

Die Prospectors suchen alles Verwertbare, was in die Richtung von Mineralien, Ressourcen und Verbrauchsgütern geht. Trinkwasser, Brennstoff und neuartige Stoffe sind das Um und Auf im Leben von Prospectors. Das Ziel der Prospectors ist es, eigene Energie herzustellen, damit man die eigene Produktion wieder in Gang kriegt. Die Outfitters wiederum sorgen für die Ausrüstung der Truppen, sie sammeln Einzelteile, Zubehör, reißen sich Miranium unter den Nagel, damit die privaten Rüstungsfirmen mehr und stärkere Gegenstände herstellen können. Outfitters halten Ausschau nach neuen Waffentechnologien und sind diejenigen, die Prototypen neuer Waffen ausprobieren dürfen.

9_WiiU_Xenoblade_scrn10_E3_beyond pixels_nerviger tatsuKeine Zwiebel, das ist nur Tatsu – ein Nopon und Witzlieferant

Freiheit wird groß geschrieben

Diese BLADE-Divisionen sind überlebensnotwendig und je nachdem, wie ihr euren eigenen Spielstil einschätzt, entscheidet ihr euch für eine dieser Gruppen. BLADE (kurz für Builders of the Legacy After the Destruction of Earth) bietet euch die Option, im Rang aufzusteigen, und das werdet ihr in Xenoblade Chronicles X natürlich gehörig ausnutzen. Ihr könnt euch im Verlauf des Spiels auch externe Hüllen zulegen, dank denen ihr geschützt seid, mehr Schaden austeilt und stärkere beziehungsweise größere Gegner aufs Korn nehmen dürft. Die Skells (ein Wortspiel aus Skeleton und Shells, also Skeletthüllen) sind im Laden erhältlich und erlauben euch somit die Erhöhung eurer Kampfkraft – das einzige Problem mit ihnen ist deren Begrenztheit. Nur die BLADE-Spezialkräfte, die sich besonders verdient gemacht haben, bekommen eine Skell-Lizenz und dürfen einen solchen führen.

Alles hängt sehr eng mit der Story zusammen, und ihr entscheidet selbst, wie schnell ihr mit der Handlung voranschreiten möchtet. Da jedes Gerücht, jeder Nebenquest und jede optionale Sammelmission in eurem BLADE-Terminal zusammengefasst wird, könnt ihr zwischen den Missionen auch rasch hin und her wechseln. Die Hauptmissionen haben jedoch, bevor ihr sie in Angriff nehmen dürft, bestimmte Voraussetzungen, wie zum Beispiel das Erfüllen von gewissen Nebenmissionen. Wollt ihr also weiterspielen, gilt es zunächst, diese Nebenmissionen zu schaffen, den erforderlichen Level zu erreichen oder schlichtweg die Party dementsprechend anzupassen. Allerdings müsst ihr die Nebenmissionen zuerst selbst suchen, das bedeutet, dass auch innerhalb New Los Angeles die Erforschung Pflicht ist. Ein wenig werdet ihr also schon gefordert, bevor ihr einen wohlverdienten Quest-Marker auf eure Minikarte bekommt.

Xenoblade Chronicles X macht es vollinhaltlich richtig und überlässt euch vollkommen die Entscheidung, wie ihr an gewisse Dinge herantretet. Ihr bekommt zwar einen Quest-Marker, aber wie ihr dahinkommt, ist euch überlassen. Oft müsst ihr erst die Umgebung betrachten, um überhaupt einen Weg dorthin zu finden, aber das ist nicht alles. Wollt ihr euch durch den unerforschten Dschungel kämpfen? Versucht es ruhig, doch wundert euch nicht, wenn euch innerhalb der ersten zehn Spielstunden ein Level 60-Wildtier mit einem Schlag besiegt. Lieber zunächst die neuen Kontinente erforschen und die Wegpunkte freischalten, bevor ihr mit der Handlung weitermacht? Kein Thema. Seid ihr Mitglied bei den BLADEs, könnt ihr eure Crew fast nach Belieben austauschen, und mehr als zwölf Charaktere warten darauf, in eure Vierergruppe aufgenommen zu werden. Ihr trainiert die Leute, mit denen ihr die Erforschungen anstellt, und je mehr ihr mit ihnen durchmacht, umso beliebter werdet ihr bei diesen Charakteren. Das hat Xenoblade Chronicles auf der Wii schon gut gemacht, und auch im Nachfolger gibt es gewisse Harmoniemissionen, sobald die ersten Freundschaften entstehen.

5_WiiU_Xenoblade_scrn05_E3_NLAWillkommen in NLA

Ein kleines Menümonster

Während auf der freien Wildbahn noch alles überschaubar ist, sieht man von den getarnten Fieslingen mal ab, wird es in den diversen Gegenden auf Mira schon um ein Eck ungemütlicher. Witterungen und Sandstürme machen euch zu schaffen, die zahlreichen Zwischensequenzen schaffen es schnell, auch mal Emotion auf die Couch zu bringen, und generell verfliegt die Zeit im Nu, wenn ihr erst mal vor der Wii U sitzt. Generell habt ihr viel Übersicht in der Welt von Mira, denn die Gegenstände werden als leuchtend blaue Kristalle gekennzeichnet, die ihr einfach durch Darüberlaufen aufsammelt. (Klar, dass ihr dank dem eingebauten Kollektikon ganz wie in Xenoblade Chronicles auch Boni fürs Sammeln einheimsen könnt.) Die für die Pathfindes lebensnotwendigen Sondenpunkte zum Aufdecken der Minikarte leuchten ebenfalls schon von Weitem auf, wenn ihr euch also auf die Suche danach macht, fällt es nicht allzu schwer. So weit, so gut, wären da nicht die fiesen Halunken allernorts.

Nicht nur auf der Pirsch, sondern auch im Startmenü verbirgt sich da und dort ein Monster. Xenoblade Chronicles X hat gar keinen Hehl darum gemacht, den Vorgänger in allen Belangen übertreffen zu wollen, und so ist auch das Pausenmenü ordentlich angewachsen. Die wichtigsten Punkte umfassen euer Team, das ausgerüstet werden möchte. Vier Mitglieder mit je sieben Slots (Waffe 1, Waffe 2, Kopf, Brust, linker Arm, rechter Arm, Hose) machen gleich mal 28 Punkte aus, die ihr regelmäßig checken solltet. Wechselt ihr die Teammitglieder des Öfteren, steigt diese Zahl natürlich noch an. Damit nicht genug, es gibt für jeden eurer Charaktere eigene Techniken, Talente, Klassen und ausschließlich für euren Avatar auch Kampfrufe, die ihr anpassen dürft. Unter Techniken findet ihr sämtliche Attacken, die ihr im Kampf einsetzen und im Menü anpassen könnt. Hier werden die einzelnen Angriffe auch trainiert und ausgetauscht.

Unter Talente versteht man in Xenoblade Chronicles X diverse passive Boni, die etwa die eigenen Lebenspunkte erhöhen, den physischen Schaden steigern, eine Ausweichrate boosten oder mehr. Die Klassen wiederum sind Spezialisierungen, die entscheiden, welche Waffen, welche Techniken und wie viele Talente ihr einsetzen dürft. Da gibt es von der Fernkampf-Support-Klasse bis hin zum klassischen Tank mit Megaschild eine ganze Menge, 16 Klassen sind es insgesamt. Euer Avatar kann in bestimmten Situationen einen Kampfruf einsetzen, bei dem ihr eine Anzeige mit der B-Taste im weißen Bereich treffen müsst. Im Menü Kampfrufe erstellt ihr dann eure persönliche Einstellung, bei welchen Situationen welcher Ruf und welcher Bonus möglich werden soll – oder aber ihr habt genug von der Einstellerei und lasst die Standardeinstellung ihr Werk tun. Wenn es einen Kritikpunkt an diesem Spiel ist, ist es das Zuviel an Anpassbarkeit und die teils doch erschlagende Möglichkeit zur Feinjustierung.

Darüber hinaus gibt es einen Kritikpunkt beim Laden: Ihr habt keine Option, alles in eine Art Plunder-Abteilung zu schieben und auf einen Schlag zu verkaufen. Wartet ihr also ein paar Spielstunden mit dem Verkaufen, artet die A-Knopf-Drückerei schnell in repetitives Buttonmashing aus. Abgesehen davon? Ich kann Xenoblade Chronicles X einfach keinen Vorwurf machen, in jeder Hinsicht größer und vielfältiger als der Vorgänger zu sein. Das Kampfsystem à la Final Fantasy XII oder eben Xenoblade Chronicles ist nach wie vor grundsolide mit den altbekannten Verfeinerungen. Je nachdem, wo ihr euch befindet (seitlich, vor oder hinter eurem anvisierten Gegner), richtet ihr mehr oder weniger Schaden an. Rüstungen wollen zuerst vernichtet werden, und habt ihr erst mal eine Schwachstelle gefunden, gilt es, diese gnadenlos auszunutzen. Nicht nur im Kampf, auch bei den Missionen rockt das Game absolut: Die Nebenmissionen wechseln täglich durch und bieten euch Abwechslung für jeden Geschmack. Top!

1_WiiU_Xenoblade_scrn01_E3_beyond pixels_skellsSkells machen euer Leben leichter

Volle Punktzahl für das Spielgefühl

Was immens schwierig zu transportieren ist, aber Xenoblade Chronicles X vollkommen richtig macht, ist das Look & Feel des Spiels. Nachdem ihr euren Avatar erschaffen habt, lernt ihr zunächst die grundlegende Bewegung und die Steuerung. Springt ihr in einem Spurt – und vertraut mir, ihr werdet das oft tun -, springt euer Held beziehungsweise eure Heldin dank der Schwerkraft fast wie Spider-Man durch die Gegend. Auch das Kämpfen an sich ist eine kurze und schmerzlose Sache, sofern ihr dafür bereit und vorbereitet seid. Mit der richtigen Taktik bekommt ihr sogar sogenannte Tyrann-Monster sehr schnell klein, wohingegen ihr mit der falschen Strategie oft lange Minuten gegen einen Widersacher kämpft. Generell geht es sehr rasch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, dass ihr Fortschritte macht.

Dabei muss man sagen, dass fast jeder Aspekt in Xenoblade Chronicles X richtig, richtig gelungen ist. Die Umgebungen sehen toll aus, und die Kontinente unterscheiden sich extrem voneinander. Wüste, Dschungel, grüne Wiesen leuchten euch entgegen – es ist ein Wahnwitz, wie viel Fantasie die Jungs und Mädels von Monolith Software hier beweisen. Es gibt Monster jeder Größe, und ihr seid bei weitem nicht das Ende der Fahnenstange, egal ob in Höhe oder Stärke: Ein falscher Schritt kann gerade zu Beginn euren sicheren Tod bedeuten. Das Gefühl ist gigantisch, wie klein so ein Mensch im Vergleich zur Wildnis eigentlich ist, und es wird richtig gut rübertransportiert. Wie in jedem guten RPG geht es aber wie immer um die guten alten XP. Egal, welcher BLADE-Division ihr euch angeschlossen habt, ihr bekommt wie schon in Xenoblade Chronicles für so gut wie alles Erfahrungspunkte.

Erforscht ihr die Gegend, bekommt ihr plötzlich Erfahrungspunkte, besiegt ihr Gegner, hagelt es sowieso Punkte, und wenn ihr spezielle Missionen in Angriff nehmt, ist euch grade zu Beginn der nächste Level-Up so gut wie sicher. Langeweile gibt es in Xenoblade Chronicles X nicht, denn es gibt immer etwas zu tun. Und wenn ihr einmal denkt, ihr möchtet jetzt einfach nur den Planeten erforschen oder Gegenstände sammeln, dann tut genau das! Auch solche Spielstunden bringen eurem Team immer wieder wertvolle Punkte, doch damit nicht genug: Dank des integrierten Online-Modus könnt ihr euch entscheiden, ob ihr miteinander gegen große Gegner antretet oder einfach gemeinsam nebeneinander herspielt. Letzteres ist quasi die Standard-Einstellung für Einzelspieler und wenn ihr möchtet, könnt ihr euch an den Events beteiligen, bei denen ihr beispielsweise mit einem S markierte Kreaturen besiegt.

Alle 45 Minuten gibt es dann diverse Boni, die ihr euch in eurem BLADE-Menü abholen dürft. Es ist unheimlich schwierig, wenn ihr an einem Wochenende nur noch ein wenig zockt, dann plötzlich gegen drei Uhr morgens so mir nichts, dir nichts das GamePad wegzulegen oder den Spurt wegen des Ladekabels anzutreten. Die umfassende Enzyklopädie im Spiel lässt sogar jene aus der Star Ocean-Reihe verblassen, und im Prinzip fällt mir nur wenig ein, was BesitzerInnen einer Wii U davon abhalten sollte, sich diesen Titel zuzulegen. Es scheint tatsächlich, als hätten Nintendo und Monolith Software aus Xenoblade Chronicles X ein Spiel gemacht, das so gut wie alles aus der Konsole kitzelt. Das zeigt sich nicht nur bei den starken Kampfeinlagen und deren Effekten, sondern oftmals auch nur an der Stimmung, die ins Wohnzimmer gebracht wird. Das bekommen nicht viele Games hin, aber dieses spielt geradezu mit seiner Wirkung auf euch – und das auf der Wii U.

4_WiiU_Xenoblade_scrn04_E3_beyond pixels_single_skellSpezialangriff oder Abschuss?

Die technische Umsetzung: Besser wird’s nicht

Das Erste, was in Xenoblade Chronicles X auffällt, ist die immense Weitsicht. Monolith Software ist nicht die erste Spieleschmiede, die damit wirbt, dass „alles, was ihr seht, ihr auch erkunden könnt“. Zwar ist es noch nicht Standard in der Spielewelt – oft gerät man noch an arbiträre Grenzen und die berühmte unsichtbare Wand -, aber es sollte einer werden. Gemeinsam mit der für Wii U grandiosen Grafikpracht macht es einfach Laune, durch die verschiedenen Kontinente auf Mira zu wandern und einfach nur zu erkunden. Die Tiere haben ihre eigenen Abläufe, je nachdem, ob ihr sie am Tag oder bei Nacht besucht, oft ist es auch überlebensnotwendig, gewisse Spaziergänge zu einer anderen Tageszeit zu machen. Da die Gegner nicht besonders hervorgehoben werden, sondern eher mit ihrer Umgebung eins werden, schreckt es nicht nur die Party, sondern auch euch als SpielerIn, wenn ihr wieder einmal in einen Hinterhalt geratet.

Xenoblade Chronicles X hat aber nicht nur die grafische Umsetzung, sondern auch andere technische Aspekte sehr gut umgesetzt. Das GamePad beispielsweise wird meisterhaft unterstützt, da ihr völlig losgelöst vom Geschehen auf dem TV-Bildschirm die Karte erkunden oder die nächsten Sondenpunkte suchen könnt. Das Vorzeigefeature der Wii U, nämlich ohne Fernsehgerät zu spielen, wird selbstverständlich ebenfalls geboten und ihr könnt jederzeit ohne großes Suchen in Menüs zwischen den Modi hin und her wechseln. Der Sound, der aus den Lautsprechern tönt, kann sich mehr als nur hören lassen: Zwar ist der Mix zwischen Heavy Rock und elektrischen Riffs nicht ganz mainstream-tauglich, doch für das Eintauchen in die Welt von Mira passt der Score perfekt. Es passierte mir schon öfters, dass ich am Frühstückstisch einen Tune im Kopf hatte, bis mir wieder einfiel, dass er aus Xenoblade Chronicles X war. Auch die Stimmung wird perfekt transportiert, ihr erkennt anhand der Musik schnell, ob ihr im Kampf eine Chance habt oder ob ihr nur Jausengegner für den aktuellen Widersacher seid.

Die Steuerung des Spiels und die generelle Handhabung sind ebenfalls sehr gut gelungen, wobei ich hier dazu sagen muss, dass ich den Vorgänger Xenoblade Chronicles gespielt habe und daher das Kampfsystem keine Hürde für mich war. NeueinsteigerInnen werden hier ein wenig Zeit investieren, bevor ihnen das Handling in Fleisch und Blut übergeht. Dafür spricht aber die komplette Anpassbarkeit eurer Kampfaktionen, die ihr euch legen könnt, wie ihr wollt. Wenn es schon einen Kritikpunkt in Xenoblade Chronicles X geben muss, dann wäre es schon fast das Zuviel an Optionen: Dass ihr euren linken und rechten Ärmel einzeln ausrüsten könnt, dass es viele Untermenüpunkte im normalen Pausenmenü gibt und die Lesbarkeit der kleinen Schriftgröße fast schon an einen Test grenzt, kann zu viel für einzelne SpielerInnen sein, keine Frage. Doch wer sich damit zurechtfindet und sich auf das Spiel einlassen will, wird derart belohnt, dass es eine Freude ist.

xenoblade_chronicles_x_01_beyond pixelsEinfach nur episch und fesselnd: Xenoblade Chronicles X

Xenoblade Chronicles X: Das nächste große RPG

Langer Rede kurzer Sinn: Wenn ihr Fans von Rollenspielen seid, dürft ihr euch diesen Titel nicht entgehen lassen. Sei es die hervorragende Umsetzung und konsequente Weiterentwicklung des an sich schon guten Kampfsystems aus Xenoblade Chronicles, sei es die starke Grafik samt der großartigen Weitsicht und das tolle Gameplay-Gefühl, sei es die gut gemachte Story mit emotionalen Momenten oder einfach nur das Realwerden des Traumes eines jeden Technik-Freaks, Monolith Software und Nintendo haben mit Xenoblade Chronicles X ein ganz heißes Eisen im Feuer. Hier treffen eine Vielzahl von Welten aufeinander, und es scheint, als wäre von jeder Seite nur das Beste mit dabei.

Wenn ihr erst über die Unzahl von Personalisierungsmöglichkeiten hinweg seid und einen für euch funktionierenden Kampfstil gefunden hat, verliert das Game massiv an Schrecken, denn die Menüs und Optionen im Kampf können fürs Erste extrem überbordend und überfordernd wirken. Als Mix zwischen RPG und Action-Adventure mit viel Erforschung macht Xenoblade Chronicles X fast alles richtig, und das Spielgefühl kann nicht genug hervorgehoben werden. Nichts geht über das Feeling, sich in diversen Dschungelgebieten um übermächtige Feinde mit Furcht im Nacken herum schleichen zu müssen, nur um ein paar Stunden später am anderen Ende der Nahrungskette zu stehen und sich erbitterte Schlachten mit ebenselben zu liefern.

Es fällt ja nicht mal auf, dass ihr schon Unmengen an Stunden in Xenoblade Chronicles X gesteckt habt, und wenn ihr erst mal den Online-Part für euch entdeckt, wird der Titel nur noch grandioser. Der rockige Soundtrack hat einen Ohrwurm nach dem anderen im Köcher, das Erkunden macht in jedem Part des Spiels richtig Spaß, und es ist gewaltig schwer, die selbst auferlegte „nur noch eine Stunde“ im Spiel tatsächlich einzuhalten. Zu viel gibt es zu erforschen, zu viele Missionen gibt es zu lösen, und zu reibungslos könnt ihr zwischen den Aufgaben wechseln. Es wird richtig spannend, was Monolith Software mit dieser Reihe noch so alles vor hat, doch für Wii U-BesitzerInnen gilt die folgende Empfehlung uneingeschränkt. Holt euch Xenoblade Chronicles X – denn das, was Xenoblade Chronicles seinerzeit für die Wii war, ist Xenoblade Chronicles X nun für die Wii U: Das beste Rollenspiel in jeder nur erdenklichen Hinsicht!

9.5

Wertung: 9.5 Pixel

für Xenoblade Chronicles X (Wii U) im Test