WWE 2K15 (PS4) im Test

von postbrawler 21.01.2015

Hulk Hogan, Brad „the Hitman“ Heart und der Undertaker – Kinder der Achziger wissen, worum’s geht: Wrestling! Von Eltern als abstumpfendes Gewalt-Kasperltheater verrufen aber von Millionen Kids vergöttert, prägen die muskelbepackten Hühnen der „World Wrestling Entertainment Inc.“ das amerikanische Sport- und Weltbild bis heute. Natürlich darf bei so einem Zirkus das obligatorische Medien-Drumherum nicht fehlen: Von Filmen, CDs und Merchandise bis hin zu Videospielen gibt’s alles, was das Wrestling-Herz begehrt. In der jüngsten Iteration der Letztgenannten machen sich die Athleten erstmals auch auf Next-Gen Konsolen breit. WWE 2K15 für PS4 und Xbox One setzt auf Tradition gepaart mit moderner Grafik. Ob das gutgeht, verrate ich euch in diesem Test.

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Legenden und No-names

In WWE 2K15 kann man zwischen 83 Athleten und Athletinnen wählen, Männer wie Frauen, Zeitgenossen wie Veteranen und Legenden wie Hulk Hogan und Ultimate Warrior. Zu Beginn des Spiels sind aber noch nicht alle Charaktere frei wählbar. Alternativ kann man über einen Karriere-Modus seinen eigenen Recken erstellen und mit vielen Einstellungsmöglichkeiten wie Haar- und Augenfarbe, Gesichtszüge und Körperkunst versehen. Mit einer frisch erstellten KämpferIn kann man dann eine Karriere vom Anfänger zum Profi durchspielen. Dieser Story-Modus erinnert in vielerlei Hinsicht einem Boot-Camp für harte Kerle und trägt wenig zum Kern-Spielerlebnis von WWE 2K15 bei.

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Gameplay aus der Hölle

An den Kernfunktionen aus den beliebten Vorgängern wurde wieder geschraubt: Statt ein Kampfspiel mit Wrestlern will WWE 2K15 eine Wrestling-Simulation sein. Button-Smasher kommen hier nicht auf ihre Kosten. Doch leider mündet der Anspruch nur allzu oft in einem Grappling-Mode bei dem weniger das Geschick, als Glück bei der Wahl der richtigen Tasten zählt. Dieses Schere-Stein-Papier-Spielchen macht anfangs noch Spaß, nervt jedoch nach dem zweiten oder dritten Mal echt höllisch. Die trägen Animationen und langen Antwortzeiten auf Tasteneingaben tragen das ihre dazu bei, dass sich WWE 2K15 wie ein träges, behäbiges Glücksspiel anfühlt, und nicht wie ein dynamisches, schnelles Sportspiel. Dank einer Ausdauer-Leiste können auch die spektakulären Special-Moves der Wrestler nicht im Akkord „gespammt“ werden, sondern müssen mit Bedacht und Taktik eingesetzt werden.

Bugs, Bugs, Bugs

Leider strotzt WWE 2K15 auch noch so vor Bugs und Glitches: Wrestler laufen teilweise in völlig unnachvollziehbare Richtungen, führen Moves gar nicht oder von ganz alleine aus und bleiben manchmal hilflos in einem Grapple stecken, weil das Interface nicht geladen wird. Diesen besonders lästigen Bug kann man nur durch einen Neustart des Matches auflösen – das ist sehr unangenehm und verdirbt beim zweiten oder dritten Auftreten die Lust am Weiterspielen ungemein. Auch Grafik-Glitches stören die Immersion in das Spiel, Griffe scheinen irgendwo inmitten von Gliedmaßen anzusetzen, selbige verbiegen sich in unnatürliche Positionen – alles in allem kein schöner Anblick.

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Grafik: Next-Gen, aber so lala

Auch bei der Präsentation hätte Entwickler Yuke’s noch ein Scheibchen nachlegen können. Zu Zeiten von Ryse – Son of Rome kann man Gesichter und Mimik der ProtagonistInnen wirklich glaubhafter simulieren, besonders, da es sich nur um zwei darzustellende Charaktere handelt. Haare und Bärte tragen der starken Hardware dagegen ganz gut Rechnung. Auch die Texturen sind scharf und das Rigging der Modelle funktioniert bis auf die genannten Gelenksverrenkungen ganz gut. Nichtsdestotrotz bleibt die Präsentation minimalistisch und trägt zur Stimmung eines großen Wrestling-Events kaum etwas bei. Teilweise hat man das Gefühl, die KämpferInnen tummeln sich ganz allein im Ring.

Fazit

Die einhelligen Pressestimmen über WWE 2K15 sind sehr kritisch und geben der Neuauflage keine guten Noten. Diesem Tenor kann ich mich leider nur anschließen. WWE 2K15 ist behäbig, voller Bugs und noch nicht mal sonderlich schick. Leider hat mir das Spiel nicht mal ansatzweise so viel Spaß gemacht, wie ich es mir als Kind der Achziger erhofft hatte. Hoffentlich schaffen die EntwicklerInnen den Bogen wieder hin zu einem Unterhaltungsprodukt, denn dieser Simulator mit Glücksspiel gepaart, kann nicht die Zukunft des Wrestlings sein.

Wertung: 5.5 Pixel

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