WipEout Omega Collection (PS4) im Test: Speedrausch

von Mandi 09.06.2017

Wenig Geschichte, viel Geschwindigkeit: Die WipEout Omega Collection schickt sich an, euer Wohnzimmer zu erobern. Seid ihr bereit für einen Tempoboost der Güteklasse A? Schnallt euch an und lest das Review! Hier geht es zur offiziellen Website.

Die Collection: WipEout 2048/HD/Fury

Die WipEout Omega Collection bietet euch drei Titel: WipEout 2048, WipEout HD und WipEout Fury. Ihr dürft euch keinen großen Kampagnenbogen erwarten, diese Collection hat die drei Games „nur“ neu aufgelegt, generalüberholt und getuned. Aber holla die Waldfee, was eine PS4 mit den guten alten Rennspielen anstellen kann! Im Hauptmenü könnt ihr zwischen den drei Games wechseln.

WipEout 2048 präsentiert euch eine Kampagne, die sich großteils in vier Elemente gliedert. (Spoiler: Alle haben mit Rennen zu tun.) Es gibt normale Rennen, bei denen ihr euch möglichst weit vorne platzieren sollt, aber auch Zeitrennen, bei denen ihr eine festgelegte Zeit schlagen müsst. Zonenrennen sind eine Art Überlebensmodus, bei dem ihr immer schneller werdet, bis euer Gleiter den Geist aufgibt. Der Kampf-Modus ist am besten mit Mario Kart zu vergleichen. Nur mit verdammt schnellen Gleitern.

WipEout HD und WipEout Fury sind nach exakt dem selben Prinzip aufgebaut, es gibt auch noch andere Modi. Ihr sammelt in diesen beiden Games Goldmedaillen, anstatt euch Rangpunkte zu verdienen. Das Gameplay ist aber genau gleich: Gewinnt, und ihr kommt weiter. Verliert, und ihr bekommt eine weitere Chance, im nächsten Rennen zu gewinnen. Die WipEout Omega Collection bietet euch Arcade-Action vom Feinsten, nicht mehr und nicht weniger. Aber ihr könnt es auch ruhiger angehen lassen…

 

Das digitale Art Book zu WipEout

Mit inbegriffen ist ein Art Book, das euch komplett andere Einblicke gibt. In diesem Book habt ihr die Möglichkeit, das Storyboard eines Trailers näher zu betrachten. Technik-Fans werden im Bereich „Schiffe aus WipEout Omega“ glücklich, da sie darin gezeichnete und teils kolorierte Konzepte finden. In Action sehen kann man diese Concept Arts dann im Bereich „Konzepte“.

Unterteilt in „Schiffe-Konzept“ und „Strecken-Konzept“ könnt ihr euch durch malerische Ideen blättern. Hier wird ersichtlich, wie viel Gedanken sich bei den einzelnen Teilbereichen in der WipEout-Serie gemacht wurden. Auch ein Video ist mit von der Partie, das diverse Gedanken und einzelne Ideen von Grund auf animiert hat. Wenn ihr also schon immer wissen wolltet, wie so ein Gleiter von innen aussieht oder welche Einzelteile es gibt: Hier seid ihr richtig!

Generell gesprochen ist dieses digitale Art Book eine sehr gelungene Ergänzung zur WipEout Omega Collection. Während es Nicht-Fans bestenfalls ein einziges Mal ansehen werden, können sich die Nerds und Geeks durchaus darin verlieren. Vor allem die detailreichen Zeichnungen und das zweite Video haben es mir persönlich besonders angetan! Aber genug von der Evolution der Serie und der Geschwindigkeit – legen wir los!

Arcade ohne Ende

Ob es nun 1995 oder 2017 ist: WipEout hat nichts von seinen Stärken eingebüßt. Mehr noch: Der Einstieg in WipEout Omega Collection macht phasenweise noch mehr Spaß als damals. Die verschiedenen Strecken bringen extrem viel Abwechslung in das Game, und bis ihr alle nur ansatzweise gemeistert habt, vergehen viele, viele Stunden. Der rockige Soundtrack tönt euch schon von Anfang an um die Ohren, was den Adrenalinausstoß nur noch erhöht.

Beruhigungsmittel werden aber nicht nötig sein, es sei denn, ihr zockt WipEout Omega Collection auf der Schwierigkeitsstufe Elite. Schon auf Veteran stieß ich an meine Grenzen, und wer zu stolz ist, gewisse Rennen auf Anfänger zu fahren, wird hier noch einiges an Trainingsstunden investieren müssen. Darüber hinaus zahlt es sich nicht immer aus, einem Rennstall treu zu bleiben. Während Feisar ein gutes Schiff für den Einstieg bietet, solltet ihr euch schon auch mit anderen Herstellern anfreunden.

Übrigens hat WipEout Omega Collection auch einen Online-Spielmodus spendiert bekommen. Ihr könnt dank diesem eigene Räume erstellen, in denen ihr Rennen mit eigenen Regeln fährt. (Das geht offline übrigens auch, in der Rennbox.) Bis zu acht SpielerInnen können in einen solchen Raum, und ihr fahrt dann drauflos. Schade ist nur, dass es keine Bots gibt: Solange nicht acht menschliche PilotInnen sich in einem Raum befinden, heißt es warten. Gibt es da wirklich keine andere Lösung?

Technisch auf der Überholspur

Es gibt keine Geschichte, keinen tieferen Sinn, nur den Geschwindigkeitsrausch und Medaillen oder Rangpunkte. Das kann sowohl ein guter Punkt, aber auch ein Negativpunkt sein: Für die Langzeitmotivation tut WipEout Omega Collection abgesehen von seiner Arcadelast nicht. Falls ihr also keinen Kick aus dem Speed bekommt und euch das Spielen einer Vielzahl an Strecken Überwindung kostet, kann sich das Novum hier schnell abnutzen.

Was aber ewig scharf bleibt, ist die Grafik. Selbst in 4K-Auflösung fahren die Crews in WipEout Omega Collection butterweich dahin, und es ist ein Augenschmaus. Als PilotIn habt ihr vielleicht nicht die Ruhe, die atemberaubenden Umgebungen zu genießen, aber die Grafik ist definitiv eine große Stärke des Titels. Weiters ist es immer klasse, wenn ihr einen Level nach einigen Versuchen schafft. Die Genugtuung und das Belohnungsgefühl wiegen den zeitweise aufkommenden Frust wieder auf.

Auch der Soundtrack vermag es zu beflügeln, die Soundeffekte tragen ihriges zum Gesamterlebnis bei. Die vier Geschwindigkeitsstufen Venom, Flash, Rapier und Phantom fordern euch spätestens ab der Klasse Rapier und verzeihen kaum Fehler. Eine Gummiband-KI scheint es in WipEout Omega Collection nicht zu geben – und wenn, dann nur in sehr abgeschwächter Form. Ich hatte schon Siege mit über zehn Sekunden eingefahren, aber auch schon vernichtende Niederlagen erlitten.

WipEout Omega Collection: Grandiose Nostalgie

Was soll man dazu sagen? Würdet ihr nicht auf Geschwindigkeit und Adrenalin stehen, habt ihr nicht bis hier durchgehalten. Das ist auch die Quintessenz von WipEout Omega Collection – es vergibt nicht und es verändert sich nicht für einen. Es ist, was es ist, sagt der Kritiker, und es ist WipEout. Ihr prescht mit den Gleitern eurer Wahl durch wahnsinnig verdrehte, futuristische Strecken, die mit Zucker für die Augen und Balsam für die Seele aufwarten.

Zweiteres wird aber nur euren ZuseherInnen zuteil, während ihr alle Hände voll zu tun habt, auf den Strecken zu bleiben. Schafft ihr dies einigermaßen, ist eure nächste Challenge eine gute Platzierung. Spielt ihr auf dem Schwierigkeitsgrad „Anfänger“, können auch Ungeübte eine Zeit lang Spaß an WipEout Omega Collection haben. Stellt ihr aber auf Veteran oder Elite um, ist der Spaß schnell vorbei und ihr müsst an eurem Können bis zur Perfektion feilen.

Der Online-Modus, wenn ihr mal in einer Gruppe drin seid, fordert euch ebenfalls bis an eure Grenzen. Abgesehen von der reinen Arcade-Action-Flut und dem stets steigenden Schwierigkeitsgrad/Tempo kann man WipEout Omega Collection nichts vorwerfen. Tolle technische Umsetzung, genügend Abwechslung für alle Speed-Variationen, coole Spielmodi (nichts geht über den Eliminator) und jede Menge Strecken machen WipEout Omega Collection fast zu einem Must-Have-Titel für PS4-BesitzerInnen. Steigt ein!

Wertung: 8.5 Pixel

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