Willkommen in Marwen – Kinokritik zu Zemeckis neuem Filmdrama

von Michael Neidhart 26.02.2019

Willkommen in Marwen ist die wahre Geschichte des Künstlers Mark Hogancamp. Er kämpfte sich nach einer schweren Attacke, einem sogenannten Hate Crime, dank der Fürsorge seiner Mitmenschen und mit Hilfe von Kunst, wieder zurück ins Leben. Das Drama stammt aus der Feder von Robert Zemeckis, dem Schöpfer von Zurück in die Zukunft. Das Zemeckis auch Dramen schreiben kann, bewies er bereits mit Forest Gump.

Willkommen in Marwen

Marwen ist eine fiktive belgische Stadt, die zu einem Schauplatz des Zweiten Weltkriegs wird. Hogencamps Puppen-Avatar stürzt zu Beginn der Geschichte in deren Nähe ab und wird von fünf weiblichen Puppen gerettet, die allesamt echte Vorbilder haben. Hogancamp lässt sie jene Kämpfe führen, zu denen er selbst noch nicht bereit ist. Die Grenzen zwischen Marwen und der echten Welt sind fließend, die Stadt breitet sich von Hogencamps Haus bis in seinen Garten aus.

Das Drama arbeitet auf einer hoch-emotionalen Ebene und es ist vor allem dem schauspielerischen Talent von Steve Carell geschuldet, dass die Emotionen auf das Publikum überspringen. Mit feinsten Gesten zeigt er, wie zerbrechlich die menschliche Psyche ist und wie leicht Hass einen Menschen aus der Bahn werfen kann. Der Film zeigt aber auch, wie unglaublich wichtig ein soziales Umfeld ist und wie sehr ein Netz aus Freunden in Notsituationen helfen kann.

Zurück ins Leben

Das Drama Willkommen in Marwen lebt vor allem von den SchauspielerInnen und seiner ganz eigenen Ästhetik. Ein wenig erinnern die Gefechte der kleinen SoldatInnen an den Film Small Soldiers aus dem Jahr 1998. Zemeckis verzichtete dabei fast vollständig auf Splattereffekte. Sterben die Puppen, erstarren sie wieder in ihrem leblosen Zustand.

Das Zusammenspiel zwischen realen Szenen und den Kämpfen der Puppen wirkt zunächst etwas irritierend. Dieser Zustand hält aber nicht sehr lange an. Schnell wird klar, dass Mark Hogencamp sich in eine Welt flüchten musste, um sein Trauma zu überwinden. Langsam aber stetig übernimmt er dabei wieder selbst die Kontrolle und findet den Weg heraus.

 

 

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