Was das nächste Surface Pro vom iPad Pro lernen muss

von Bernhard Emig 24.11.2018

Ein altbekanntes Surface-Gehäuse in schwarz gewinnt vielleicht eine Schlacht, aber nicht den Krieg. Soweit dürfte Microsofts Hardware-StrategInnen das auch klar gewesen sein. Nicht umsonst wurde das 2018er Modell der beliebten Convertible-Reihe im stillen Kämmerlein, und ohne Pauken und Trompeten angekündigt. Was Microsoft wirklich dringend braucht, ist ein großer Wurf. Die Geräte der Konkurrenz schließen vehement auf, und auch Lieblingsrivale Apple positioniert das iPad Pro beharrlich als Laptop Ersatz. Diese Eigenschaften sollte ein Surface Pro 7 haben, um sich vom iPad Pro, und dem Rest des Marktes abzuheben.

© Microsoft

Grenzenlose Bilder

Huawei macht es, Apple macht es, selbst manch angestaubter Traditionshersteller springt auf den Trend auf:  Edge to Edge-Displays! Bildschirmränder waren gestern, das Display von Welt erstreckt sich von einer Kante zur andern, und lässt bestenfalls noch etwas Raum für eine Frontkamera. Randlose Displays sehen nicht nur sexy aus, sie ermöglichen es auch größere Bildschirmdiagonalen in kleinere Formfaktoren einzubetten. Microsoft sollte diesem Trend nicht die kalte Schulter zeigen, und beim nächsten Surface Pro ebenfalls auf ein modernes, randloses Panel setzen. Und wenn wir schon dabei sind, kann es auch gleich 120 Hz Bildwiederholrate, HDR und 4K Auflösung unterstützen.

Windows Hello in jeder Lebenslage

Das Surface mag ein vollwertiger Computer sein, im Grunde seines Herzens ist und bleibt es auch ein Tablet. Und als solches hält man es auch mal hochkant, zum Beispiel um ein Dokument zu lesen. Die Frontkamera, welche dank Windows Hello auch zur biometrischen Authentifizierung genutzt werden kann, sollte damit kein Problem mehr haben. Apple hat es vorgemacht, wie Face-ID in allen Lebenslagen zu funktionieren hat, Microsoft sollte hier dringend nachziehen!

Tradition und Moderne

© Apple

Von den Peripherie-Anschlüssen des iPads sollte sich Microsoft mit Bedacht inspirieren lassen: Das neue Surface Pro braucht USB Typ-C! Am besten gleich zwei davon, und mit flottem Thunderbolt 3! Den klassischen Typ-A Stecker, sowie Mini-Display Port und Micro-SD Kartenslot sollte man jedoch trotzdem nicht gleich über Bord werfen. Immerhin ist das Surface ein Tool für Professionals, und die lieben nun mal eine stattliche I/O-Auswahl. Auch den praktischen magnetischen Ladestecker sollte Microsoft der Vollständigkeit halber beibehalten. So bleibt das Surface rückwärtskompatibel, und vor versehentlichen Gewalteinwirkungen auf das Ladekabel geschützt. Mit Peripherieunterstützung, die dem „Pro“ im Namen gerecht wird, kann sich das Microsoft-Tablet deutlich vom iPad emanzipieren. Aber bitte auch weiterhin mit Klinkenstecker.

Induktiv geladener Stift

Eines muss man den Designern aus Cupertino lassen: Egal wie schlecht die Ladefunktion des ersten Apple-Pencils gelöst war, das kabellose, magnetische Laden des neuen Stifts am iPad Pro ist genial! Den magnetischen Stifthalter hatte das Surface bereits Jahre vor dem iPad, da wird es wohl nicht zu viel verlangt sein, sich beim nächsten Surface das induktive Laden abzuschauen.

Intel adé

Kommen wir nun zum gewagtesten Punkt auf meiner Wunschliste: Anstelle eines Intel-Prozessors sollte Microsoft den Schritt zum ARM-Chip wagen. Was dem Surface fehlt, ist eine im 7 Nanometer-Verfahren gefertigte Octa-Core CPU mit integrierter GPU. Ein Chip wie er im – erraten – im iPad Pro steckt! Apples vollmundigem Leistungsvergleich zur Xbox One S kann Microsoft mit so einem Chip nicht bloß Paroli bieten. Das Surface Pro könnte so zur mobilen Xbox werden! Danke Play Anywhere laufen viele Xbox Spiele ohnehin bereits auf PC Hardware.

Windows 10 für ARM ist bereits Realität, wenngleich alte X86-Anwendungen darauf emuliert werden müssten. Für viele Legacy-Programme, die schon seit X Windows Generationen im Einsatz sind, und wenig Hardware-Hunger haben, kein Problem. Für Programme wie Adobes Creative Suite müssten Anpassungen gemacht werden. Da es aber bereits Photoshop fürs iPad gibt, sollte das keine allzu große Hürde darstellen.

Kann das Surface Pro 7 das iPad Pro vom Thron stoßen?

Microsoft muss mit der nächsten Surface Generation beweisen, dass es die Hardware-Sparte des Convertibles nicht bloß definiert hat, sondern dass es auch weiterhin in der Lage ist Innovationen voranzutreiben. Noch hat Windows 10 einen riesen Software-Vorsprung gegenüber iOS. Diesen Vorteil gilt es zu wahren, während, mobile Tugenden wie ein geringes Gewicht und stromsparende Performance weiter verbessert werden müssen. Nur so kann Apples Plan, mit dem iPad den Laptop-Markt zu erobern ein Riegel vorgeschoben werden.

 

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