Teufel MUTE im Test

von Ben Vollmann 16.01.2016

Als jemand, der sich in den letzten Monaten intensiv mit dem Thema Kopfhörer auseinandergesetzt hat, kann ich euch sagen, dass hohe Preise und klingende Markennamen nicht immer Garant für zufriedene Gehörgänge sind. Abhängig von euren Bedürfnissen und eurem Budget zahlt es sich wortwörtlich aus, ein wenig zu recherchieren, bevor ihr euch entscheidet. Wenn ihr ein wenig so seid wie ich, dann werdet ihr wahrscheinlich bei eurer Recherche über diesen Artikel stolpern, weil ihr „Teufel MUTE Test“ oder etwas Ähnliches gegoogelt habt. Weil ich weder über ein absolutes Gehör verfüge, noch sonderlich versiert in akademischer Audioanalyse bin, werde ich versuchen, meine Ausführungen so praxisnah und zugänglich wie möglich zu gestalten. Wer also Ohm- und Herzzahlen sucht, findet diese hinter dem Link am Ende des Berichts.

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Preis/Lieferumfang

Für 169,99 Euro bietet Teufel mit dem MUTE einen Overear-Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling – kurz ANC –, einer Technologie, bei der Umgebungsgeräusche gemessen und durch ein „Gegengeräusch“ aufgehoben werden. Zum Vergleich: Der ANC-Platzhirsch QC 25 von Bose kostet nochmal gute 100 Euro mehr. Trotz der unterschiedlichen Preisklasse braucht der MUTE den Vergleich aber nicht zu scheuen. Sowohl beim Lieferumfang als auch bei der Verarbeitung bzw. den eingesetzten Materialien ist der Teufel MUTE top. In der stylishen Box in den „teuflischen“ Farben rot und schwarz findet ihr neben dem obligatorischen User Manual ein stabiles Carrying Case mit dem Kopfhörer, ein Miniklinkenkabel, einen Flugzeugadapter und eine AAA-Batterie. Besonders cool: Adapter, Kabel und anderes Kleinzeugs lassen sich im herausnehmbaren Minitäschchen verstauen.

Einziges Manko bei der Ausstattung ist das Fehlen einer Fernbedienung bzw. eines Inline-Micros am Kabel. Besonders wenn man plant, den MUTE überwiegend mit dem Smartphone zu nutzen und dieses Feature von den Standard-Handyohrstöpseln kennt, ist das eine gewöhnungsbedürftige Umstellung.

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Material/Komfort

Wie bei Kopfhörern dieser und ähnlicher Preisklassen üblich, besteht der Teufel MUTE überwiegend aus Kunststoff – der Vorteil, der sich daraus ergibt, ist das angenehme Gewicht von 240 Gramm. Robust fühlen sich die Kopfhörer dennoch an. Kein Knarzen und Spiel bei den Gelenken stört den hochwertigen Gesamteindruck. Der Anpressdruck ist stark genug für einen sicheren Sitz, und dank der Proteinlederpolsterung an Muscheln und Bügel drückt auch nach stundenlangem Tragen nichts unangenehm. Die Ohrmuscheln lassen sich um 45 Grad drehen, was zum einen die optimale Anpassung an die Kopfform garantiert und zum anderen erlaubt, den MUTE flach im mitgelieferten Case zu verstauen. Die Bügel lassen sich beidseitig ausfahren, so passt der MUTE auch auf große Köpfe oder über gefühlte drei Schichten an Kopfbedeckungen.

Meine riesigen Ohren stellen aber eine Herausforderung für die Muscheln dar, denn meine Ohrläppchen wollen partout nicht in die Schalen passen und schauen auch nach optimaler Adjustierung immer ein kleines bisschen am unteren Rand heraus. Dank der Kombination aus weicher Polsterung und gutem Anpressdruck aber ein rein ästhetisches Problem, denn sowohl die Abdichtung als auch der Komfort waren trotzdem unverändert gut.

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ANC

Im Gegensatz zu so manch anderen Kopfhörern ist das Noise-Cancelling beim Teufel MUTE optional. Es wird über einen gut erreichbaren Button hinten an der Schale aktiviert. Wenn es aktiv ist, braucht es natürlich Strom, den eine einzelne AAA-Batterie liefert. Mit einer Batterie kommt man aber bis zu 40 Stunden aus, und sollte unterwegs einmal der Saft ausgehen, kann der MUTE auch ohne ANC genutzt werden. Auf die Soundqualität hat das Deaktivieren des ANC kaum einen Einfluss – bei anderen Kopfhörern erkennt man hier weitaus deutlichere Unterschiede. Weil die Geräuschfilterung aber ein Feature ist, das ich nach kurzer Zeit nicht mehr missen wollte, blieb es während meiner Testzeit meist an.

Da ANC am besten auf gleichbleibende und tiefe Geräusche anspricht, glänzt die Technologie besonders im urbanen Pendleralltag. Autolärm, Straßenbahnrattern und U-Bahn-Brummen sind genau jene Art von nervigen, monotonen Hintergrundgeräuschen, bei denen das im MUTE verbaute ANC glänzt. Wunder sollte man trotzdem nicht erwarten: Bei leiser Musikwiedergabe kann man vorbeirauschende Autos immer noch wahrnehmen, allerdings nur den höheren Teil des Geräuschs, die tiefen brummigen Töne werden gänzlich gefiltert. Irreguläre und schrille Töne bleiben zwar weiter hörbar, das liegt aber an der Art, wie ANC-Technologie funktioniert, und ist bei anderen Herstellern genauso. Bei lauterer Musikwiedergabe relativiert sich diese „Problematik“ aber schnell, denn dann dringt kaum noch ein Außengeräusch an euer Ohr.

Wo das ANC des MUTE meiner Meinung nach besonders glänzt, sind Podcasts und Audiobücher. Die Filterung der Störgeräusche von außen und der Resonanzgeräusche, wie sie zum Beispiel durch das Gehen entstehen, werden so weit abgeschwächt, dass es ruhig genug wird, um beim Spaziergang durch den Großstadtdschungel in Hörspiele einzutauchen.

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Klang/Fazit

Auch was Musik betrifft kann der Teufel MUTE sich hören lassen. Gute Räumlichkeit beim Klang und ein sehr kräftiger Bass sorgen für Spaß beim Musikgenuss – unabhängig vom Genre. Im Vergleich mit anderen Kopfhörern sind die Teufel etwas leise, aber nicht so leise, dass es stören würde. Alles in allem bekommt man gemessen am Preis einen wirklich guten Sound, der vor allem für UmsteigerInnen von Billigsdorfer-Kopfhörern und -Ohrstöpseln eine neue Dimension des Musikgenusses eröffnet.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Teufel MUTE gemessen am Preis ein sehr guter Allrounder ist, der besonders im lauten urbanen Umfeld seine Stärken ausspielt. Wenn ihr plant, euren Kopfhörer überwiegend im stillen Umfeld eurer vier Wände zu nutzen, könntet ihr mit einem anderen Modell besser beraten sein. Seid ihr aber auf der Suche nach einem Kopfhörer, der euch erlaubt, im hektischen und lauten Alltag in eure eigene Welt abzutauchen, dann ist der Teufel MUTE ziemlich genau das, was ihr suchen dürftet. Bei Audioprodukten gilt natürlich: Es gibt nichts, was das Testhören ersetzen kann. Mit der unkomplizierten Möglichkeit, den Kopfhörer 8 Wochen Probe zu hören und ihn bei Nichtgefallen zurückzugeben, könnt ihr euch selbst ein Bild vom MUTE machen, bevor ihr euch endgültig entscheidet.

Mehr Infos gibt’s im Teufel-Shop.

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