Teufel Airy bluetooth im Test

von Natalie Lamprecht 11.08.2015

Ich muss es gleich vorweg gestehen: Von Technik habe ich keine Ahnung. Selbst das Einschalten, sagen wir, einer PS4 und das Navigieren durch deren Menü ist ohne Anleitung für mich so kompliziert wie die richtige Kommasetzung für andere. Allen das ihre, sage ich immer, und doch hat mich unser Chefredakteur aufgefordert, einen Testbericht zum Headphone „Airy bluetooth“ von Teufel zu machen. „Damit es auch einmal einen Blick auf solche Geräte aus Laienperspektive gibt. Die technischen Details sehen sich ohnehin nur diejenigen an, die sich dafür interessieren.“ Soll sein, wer bin ich schon, um mein Urteil – „Ich kann das nicht!“ – über jenes des Chefredakteurs zu stellen? Hier also der vollkommen untechnische, böse Zungen werden behaupten, das Klischee „Frauen und Technik vertragen sich nicht“ zu 100 % bestätigende Test zum Teufel Airy bluetooth. Erfreut euch am technikunaffinsten Artikel zu einem Stück Technik, der vielleicht im Internet kursiert!

Auspacken und staunen

Ich mache das jetzt wie Viktor Gernot in „Was gibt es Neues?“ – dem österreichischen Pendant zu „Genial daneben“ –, wenn er das Ding der Woche vor sich liegen hat und in Ermangelung einer Idee, was das denn nun sein könnte, einfach mal das Äußere beschreibt.

Da liegt es nun also vor mir, das Headphone, um genauer zu sein: das Softcase mit dem Headphone drin. Das muss ich erwähnen, weil das Softcase ziemlich adrett aussieht. Schwarz mit dezentem Rot beim Reißverschluss, das Teufel-Logo – das T“ im Kreis – als Reliefdruck oben. Schön. Die Kopfhörer und das Zubehör, ein USB- und ein Audio-Kabel, liegen sanft gebettet in mit Samt ummantelten Hartschaumstoff. Die Kopfhörer selbst sind – nun ja, dunkelweiß/grau. (Ja, für diese spezifische Farbe gibt es wohl einen eigenen Namen, aber um das Klischee von der typischen Frau zu konterkarieren: „Eierschale“ und Co. sagen mir genauso wenig, wie sie angeblich dem durchschnittlichen Mann etwas sagen. Ich bleibe also bei „dunkelweiß/grau“.) Weitere Adjektive fürs Airy bluetooth: schnörkellos, geradlinig, unaufdringlich – genau so, wie ich es mag. Für das Aussehen gibt’s also einen fetten Pluspunkt. Auf der rechten äußeren Seite des Headphones befinden sich der Lautstärkeregler in Form eines Rads mit dem Teufel-Emblem in Silber, die Stopp/Pause-, Forward- und Rewind-Tasten sowie der USB-Ladekabel-Anschluss und das Mikrofon. Die Ohrpolster sehen geradezu fluffig aus, und der Kopfbügel lässt sich naturgemäß verstellen. Also gleich rauf mit dem Ding, um den Tragekomfort zu testen.

Der Tragekomfort

… ist hier durchaus gegeben. Das Airy bluetooth ist leicht – der Name ist Programm –, die Ohrpolster umschließen die Ohren angenehm, aber fest genug, um störende Außengeräusche zu dämpfen: Auf meinen Wegen mit der U-Bahn und anderen Verkehrsmitteln werden so peinliche Gespräche zwischen zufällig in dieselbe Richtung fahrenden ArbeitskollegInnen, Kindergegreine und sonstige auditive Nervenbelastungen relativ gut abgeschirmt. Soweit ich es beurteilen kann, ist es im Übrigen auch umgekehrt: Die Außenwelt wird ebenso vom Mithören meiner Musik verschont (ihr Pech). Auch der Kopfbügel liegt bequem auf. Nur bei längerem Tragen wird’s etwas unangenehm: Vor allem wenn man BrillenträgerIn ist, fangen die Brillenbügel über kurz oder lang etwas zu drücken an, und auch der Druck des Kopfhörerbügels kann etwas unangenehm werden. Das ist aber nicht allzu schlimm, wenn man die Vorteile des Headphones abwägt: Es sieht stylish aus, blendet die Umwelt weitgehend aus und vermittelt ihr noch dazu, dass man nicht angesprochen werden möchte. Drei Fliegen mit einem Kopfhörer.

Nun sag, wie hast du’s mit der Musikqualität?

Das ist die Gretchenfrage bei jedem Kopfhörer, doch leider kann ich sie nicht so ohne Weiteres beantworten. Ihr könntet nun entgegnen: „Du bist ne herzlich gute Frau, allein ich glaub, du weißt nicht viel davon.“ Und ihr hättet recht. Wer sich hier also eine Rede über Ohm, differenzierte Mitten und klare Höhen erwartet hat, hat die Einleitung nicht gelesen. Ich kann nur so viel sagen: Für mich passt’s super. Wenn ich das Airy bluetooth an den Computer, den iPod etc. anschließe, ist das Musikerlebnis für mich teuflisch gut (auf dieses schlechte Wortspiel habt ihr doch nur gewartet, also bitte, hier ist es). Besonders das Basserlebnis hat’s mir angetan.

Teufel_Airy_bluetooth

Es ist nicht alles dunkelweiß, was glänzt

… oder so. Will heißen: Das Dunkelweiß ist schon recht bald, wenn die Kopfhörer denn in Gebrauch sind, von allerlei Spuren gekennzeichnet, die in meinem Fall von gemeinem Schmutz über Nagellack und Make-up bis hin zu Weiß-der-Kuckuck-Was reichen. Immerhin kann ich ohne Musik nicht leben und benütze das Headphone täglich, es kugelt in meiner Tasche und auf sonstigen Ablegeflächen herum, wenn es sich nicht gerade auf meinem Kopf oder um meinen Hals befindet. Dass man dem Gebrauchsgegenstand seinen Gebrauch ansieht, ist nicht zu bemängeln, aber dass es gar so schnell geht und dies wohl nicht nur an der Farbe, sondern auch am Material liegt, eher schon. Also ein kleiner Abzug in der B-Note.

Da war doch noch was mit Bluetooth …

Ganz recht, das Airy bluetooth lässt sich auch – wer hätte das geahnt! – mit kompatiblen Geräten wie z. B. mit den meisten Smartphones über Bluetooth verbinden, was auch tadellos funktioniert. Im kabellosen Zustand funktionieren zudem die Bedientasten an den Kopfhörern, im verkabelten Zustand hingegen nicht – was bei mir vorerst Verwirrung ausgelöst hat. Hier hilft, wie so oft, das genaue Durchlesen der Bedienungsanleitung, in der explizit steht, dass die Bedientasten bei Verbindung mit Kabel schlichtes Beiwerk sind. Ein Grund mehr, das Airy bluetooth, das immerhin eine Akkulaufzeit von rund zwölf Stunden hat, seinem Namen entsprechend zu verwenden. Dass ich die Anbindung geschafft habe – wir erinnern uns: Technikaffin bin ich nicht gerade –, spricht für die einfache, benutzerInnenfreundliche Bedienung des Headphones.

Airy bluetooth, nur du allein!

Es ist vielleicht wie mit dem/der ersten festen FreundIn, den/die man gehabt hat: Irgendwie wird diese Person immer einen wichtigen Platz in unserem Leben einnehmen. Ähnlich geht es mir mit dem Airy bluetooth, meinen ersten „richtigen“ Kopfhörern. Über diverse kleine Mankos – das relativ schnelle Schmutzigwerden, zumindest bei der Farbe „Ivory“ (offizielle Herstellerbezeichnung, da lag ich mit der Eierschale nicht ganz daneben), das Druckgefühl beim längeren Tragen und die fehlende Funktion der Bedientasten, wenn die Kopfhörer verkabelt sind – kann ich bei so viel Schönheit, Coolness und fetten Bässen getrost hinwegsehen. Es werden vielleicht – irgendwann mal, viel, viel später – bessere Kopfhörer kommen, aber bis dahin erfreue ich mich des besten Headphones, das ich jemals hatte, und werde es auf meinem Kopf und in meinem Herzen tragen.

Wertung: 9 Pixel

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Kompliment an die Autorin für den erfrischen Artikel. Und erfüllt auch noch dazu seinen Zweck und liefert Informationen für eine Kaufentscheidung.