Stomp Wien 2018 Kritik: Noch nie hat „Lärm“ so viel Spaß gemacht!

von Stefan Hohenwarter 07.03.2018

Waschbecken, Besen, Feuerzeuge, Zündholzschachteln – was nach einfachen Alltagsgegenständen klingt, wird bei Stomp zu Musikinstrumenten, mit denen noch bis zum 11. März dieses Jahres ein energiegeladenes Rhytmusspektakel auf die Bühne des Wiener MuseumsQuartiers gezaubert wird. Ich war gestern Abend bei der Premiere und konnte mit rund 1.100 BesucherInnen eine beeindruckende Show live erleben.

20 Jahre Stomp

Was mit einfachen Gegenständen, die zu beeindruckenden Instrumenten umfunktioniert werden, begann, begeistert aktuell das Wiener Publikum. Die Show bietet sowohl ruhige Klänge, wie etwa durch das Klopfen auf Streichholzschachteln oder dem einstudierten Herumrutschen auf Sand, zeigt aber auch mit energetischen Performances, wie vielseitig ein Besenstiel, ein Waschbecken oder ein paar Mülltonnen beispielsweise sein können.

„2015 verlieh die Universität Brighton den beiden Erfindern von Stomp die Ehrendoktorwürde. Doch Luke Cresswell und Steve McNicholas ruhen sich nicht gerne auf ihren Erfolgen aus. Stomp wurde zum Ausgangspunkt für weitere Projekte, wie die sinfonische Bühnenkomposition „The Lost and Found Orchestra“, einen Oscar-nominierten Kurzfilm sowie eine furiose Rhythmusshow bei den Abschlussfeierlichkeiten der Olympischen Spiele in London 2012.“ (Quelle: Offizielle Pressemitteilung)

Das Rhythmusspektakel ist noch bis zum 11. März 2018 im Museumsquartier Wien zu erleben.

 

Vom Frühjahrsputz zum Finalo Furioso

Ich wusste anfangs nicht wirklich, was mich erwarten wird und war deshalb sehr froh, in der 3. Reihe vor der Bühne zu sitzen, um kein Detail zu übersehen. Als ich es mir gemütlich gemacht hatte, wurde plötzlich das Licht gedimmt und ein Mann mit einem Besen betrat die Bühne. Er begann rhythmisch zu kehren und zum Takt fest auf den Boden zu schlagen. Mehr und mehr KünstlerInnen mit dem alltäglichen Kehrutensil kamen dazu, sodass am Ende ein richtiges „Besenorchester“ in der Halle E das Publikum nach wenigen Minuten bereits abgeholt hat. Während der Show sorgen die KünstlerInnen mit komödiantischen Einlagen, Mitklatsch- und -schnipsanimation in Richtung Publikum, sehr viel Abwechslung und viel guter Laune dafür, dass die Zeit wie im Flug vergeht, bis mit Mülltonnendeckel das Finalo Furioso eingeläutet wurde.

Stomp Wien Fazit: Simplizität meets Rhythmus

Nach wenigen Minuten ist der Stomp-Funke dank grandiosen Choreografien, sehr viel Abwechslung, Situationskomik, Animationen zum Mitmachen sowie KünstlerInnen, die sichtlich und spürbar Spaß haben, auf das Wiener Publikum über gesprungen. Für mich war es beeindruckend, wie vielfältig das Musikarsenal der Show war und wie gut die Reduktion auf die Simplizität von Alltagsgegenständen funktioniert hat. Statt auf Special-Effects, Lichtspielereien, eine Videowall im Hintergrund oder ein Live-Orchester zu setzen, überzeugt die Show mit acht KünstlerInnen auf der Bühne, die das Lebensgefühl Stomp nicht nur verinnerlicht haben, sondern es das Publikum auch spüren lassen.

Stomp ist eine grandiose Show, die für mich schon jetzt ein Anwärter auf meinen Titel „Show des Jahres“ ist. Noch nie hat Lärm so viel Spaß gemacht!

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