Star Wars: The Force Awakens (Blu-Ray) im Test

von Ben Vollmann 07.06.2016

Die Erwartungen die Star Wars: The Force Awakens zu erfüllen hatte, waren enorm. Der Film sollte nicht nur beweisen, dass die kultige IP bei Disney in guten Händen ist und dass ein Star Wars Film ohne die Mitwirkung von George Lucas seine Berechtigung hat, es galt auch einen Schritt weg vom CG-Kaugummi-Look der in Fankreisen nur bedingt geschätzten Prequels hin in Richtung Old School Star Wars zu machen, ohne dabei in bloßes nostalgisches Zitieren zu verfallen. Vor allem sollte Das Erwachen der Macht ein kulturelles Event sein, bei dem Nerd-Mamas und -Papas der Generation Ackbar Hand in Hand mit ihren JarJar-affinen Geek-Kids in die Kinosäle strömen.

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Facts

  • Regie: J. J. Abrams
  • Hauptdarsteller: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Adam Driver
  • Genre: Sci-Fi/Action
  • Studio: Lucasfilm/Disney

Der Film

Mit J. J. Abrams hat Disney auf das richtige Pferd im Reboot- und Reimagening-Rennen gesetzt – hatte dieser doch schon mit Star Trek unter Beweis gestellt, dass er das nötige Feingefühl für die zeitgemäße Adaption eines leicht angestaubten und fanatisch geliebten Urstoffes besitzt. Unterstützt wird Abrams bei seiner Mammutaufgabe von Lawrence Kasdan, dem Drehbuchautor von The Empire Strikes Back und den wichtigsten Schauspielern der Original-Trilogie. Dramaturgisch lehnt sich The Force Awakens wenig aus dem Fenster. Das Credo Back to-the-Roots bedeutet nicht nur den Verzicht auf übermäßigen Greenscreen-Einsatz zugunsten fantastischer Practical-Effects, sondern auch eine klare Anlehnung an den Plot von A New Hope.

Ein junges Mädl (Rey – gespielt von einer starken Daisy Ridley) wird auf einem Wüstenplaneten zusammen mit einem desertierten Stormtrooper (Finn – locker und sympathisch John Boyega) in den Kampf zwischen Gut und Böse verwickelt. Es folgt eine Reise von Planet zu Planet, in deren Verlauf ein alter Schmuggler (Han Solo – gaunerhaft wie eh und je Harrison Ford) und eine rebellische Prinzessin (Leia – mit leichten Mimikdefiziten gemimt von Carrie Fisher) den Frischlingen die Tragweite des Konflikts zwischen heller und dunkler Seite der Macht vermitteln. Ein mysteriöser Sith-Lord (Snoke – wie gewohnt mit Punkten im Gesicht Andy Sirkis) und sein Schüler (Kylo – grandios emotional gespielt von Adam Driver) versuchen dabei ebenso wie die Rebellen, den verschollenen Jedi Meister zu finden (Luke – ein in Spurenelementen vorhandener, bärtiger Mark Hamill). Aja, ein Todesstern, ein Eisplanet (in einem!), eine schäbige Weltraumkantine, Lichtschwertduelle, Raumschiffschlachten, ein cooler Bad „Guy“, der kaum zwei Sätze spricht, philosophisches Machtgefasel und viele andere Tropes sind natürlich auch mit von der Partie.

Die Kritik

Stellenweise droht The Force Awakens in einem Meer aus Parallelen, Anspielungen und Inside Jokes zu ertrinken, wenn da nicht ein Cast überaus sympathischer und interessanter Youngsters wäre,  von deren Aufbruch ins Abenteuer der Film eigentlich handelt. Han, Chewie, Leia und in letzter Instanz auch Luke – der wie die sprichwörtliche Carrot on a Stick den Film antreibt – sind Versatzstücke, die der Film braucht, um eine Brücke in die Zukunft zu bauen, seine neuen Helden zu legitimieren und ihnen die Fackel in die Hand zu drücken. Auch wenn die schiere Zahl der Zitate dazu verleiten mag, The Force Awakens als uninspiriertes Beat-by-Beat-Remake von A New Hope abzutun, überwiegt am Ende das Gefühl, Rey, Finn, Poe und Kylo bei einer Entfesselungsnummer beobachtet zu haben, die sie von allen Erwartungen und Altlasten befreit. So gesehen ist Star Wars: The Force Awakens der gelungen Startschuss für eine spannende Reise mit neuen Helden in einem altbekannten Universum.

Die Features

Technisch bekommt man mit The Force Awakens DTS-HD Master Audio 5.1 und FullHD in 16:9. Interessanter als die Specs sind aber die Bonus Features, die auf einer eigenen Disc daherkommen. Das Highlight unter den Features ist sicherlich das Making-of „Die Geheimnisse hinter Das Erwachen der Macht“, das in gut 70 Minuten einen Einblick in J. J. Abrams Arbeitsweise bietet und auch sonst einige Fun Facts und coole Szenen rund um den Dreh des Films zeigt. Kleine Clips zu verschiedenen Schwerpunkten wie dem Making-of zum Lichtschwertduell im Schnee, der Kreation der Kreaturen, dem Design von BB-8 oder der grandiosen Musik aus der Feder von John Williams runden das Paket ab. Ein wenig enttäuschend sind die Deleted Scenes, die mit ihrem recht nebensächlichen Inhalt eigentlich nur verdeutlichen, warum sie es nicht in den fertigen Film geschafft haben und das Fehlen jeglichen Audiokommentars. Eine Tonspur mit Kommentaren von J. J. Abrams und Lawrence Kasdan oder gar mit Harrison Ford, Carrie Fisher und Mark Hamill wäre sicher ein Highlight – vielleicht klappt das dann ja bei der Super-Duper-Hyper-Limited-Collectors-Gold-Box.

Wertung: 9 Pixel

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