Sonys neues Zelda? Oceanhorn (PS4) im Test

von Mandi 03.10.2016

Es gibt bereits viele Titel, die ihre Anfänge auf einer mobilen Plattform genommen haben. Nur wenige haben danach den Sprung auf die Konsole geschafft! Oceanhorn ist so ein Fall: Kann mich die PS4-Umsetzung überzeugen? Lest mehr in meinem Testbericht!

Oceanhorn

Quelle: FDG Entertainment

Leinwandfüllendes Adventure

Oceanhorn ist euer typisches Action-Adventure – inspiriert von der Zelda-Reihe, aber auch mit eigenen Ideen versehen. Die EntwicklerInnen (hier geht’s zur offiziellen Website) haben alles gegeben, um der erfolgreichen Action-Adventure-Serie aus dem Hause Nintendo Tribut zu zollen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

Die Geschichte klingt wie ein Mashup von Final Fantasy und anderen Klassikern: Ein junger Bursche muss zunächst in seiner ersten Quest Schwert und Schild finden, damit er die sichere Heimatinsel verlassen und seinen vermissten Vater suchen gehen kann. Dunkle Energie hat sich über die Insellandschaften ausgebreitet, und ihr werdet die Welt retten.

Um das Königreich von Arcadia wiederherzustellen, müssen Embleme gesammelt und ein legendäres Schwert und Schild gefunden werden. Die EntwicklerInnen peilen etwa 15 Spielstunden an, und dieses Ziel wird erreicht. Versucht ihr darüber hinaus, auch die optionalen Nebenquests zu erledigen, könnt ihr einiges mehr Zeit investieren, so viel ist klar!

Oceanhorn PS4

Quelle: FDG Entertainment

Sieht gut aus und klingt gut

Oceanhorn sieht vom ersten Einschalten weg klasse aus. Auch auf der PS4 wurde dem Wasser und den Umgebungen feinste Optik verpasst. In der Soundabteilung wird heutzutage oft gespart, allerdings nicht bei diesem Titel. Niemand Geringerer als Nobuo Uematsu (Verantwortlicher für die BGM bei einigen Final Fantasy-Ablegern) zeichnet sich für die Musik in Oceanhorn aus.

In Verbindung mit den klassischen Spielmechanismen funktioniert das Spiel nicht nur für zwischendurch, sondern auch für längere Sessions. Die Performance ist klarerweise klasse: Die PS4 hat keine Mühe mit Oceanhorn. Vor allem tut dem Titel ein großer Fernseher richtig gut! Alles sieht klasse aus und ihr hört über die besseren Lautsprecher, was soundtechnisch alles eingebaut wurde.

Nicht nur das, der Titel macht auch richtig Laune: Ihr erforscht Inseln, raubt Schatztruhen aus, werft Vasen durch die Gegend, bekämpft Gegner und erforscht eine Menge Dungeons. Gäbe es eine Checkliste für gute Action-Adventures, Oceanhorn würde eine Menge der Punkte mit Leichtigkeit abhaken.

Oceanhorn

Quelle: FDG Entertainment

Transition erfolgreich geglückt

Eine Touch-Steuerung vom iPad sinnvoll auf die PS4 zu bringen, scheint leicht, birgt aber ihre Tücken. Zum Glück ist dieser Poker bei Oceanhorn voll aufgegangen. Flüssig und selbstverständlich steuert ihr euren Helden, der nicht springen kann, durch die Gegend. Schwerthiebe könnt ihr mittels nervösem Finger oder ganz gezielt austeilen, und kein Rätsel ist unlösbar.

Ähnlich wie in The Legend of Zelda: The Wind Waker begebt ihr euch mittels einem kleinen feinen Schiffchen über die große See. Ihr sprecht, wenn ihr nicht mehr weiter wisst, mit umstehenden PassantInnen, die euch keine nützliche Info zu geben scheinen. So lange, bis es plötzlich um eine neue Insel geht, von der ihr bislang noch nie gehört habt. Voilá, und schon ist auf eurer Map die neue Location eingezeichnet!

Aufleveln sieht in diesem Spiel auch etwas anders aus: Anstatt ausschließlich Herzcontainer zur Erweiterung eures Lebens zu sammeln (ja, die gibt es auch), bekommt ihr für das Erschlagen von Fieslingen, aber auch für das Erledigen von Miniquests kleine blaue Diamanten. Diese erhöhen euren Abenteuerlevel, und so steigert ihr euch vom bloßen Reisenden zur absoluten Legende. Jedes Levelup bringt kleine Boni mit sich, wie etwa Inventar-Erweiterungen oder mehr Ausdauer.

Oceanhorn PS4

Quelle: FDG Entertainment

Rätseln, prügeln, Schiffchen fahren

Bald jedoch werden die Dinge etwas repetitiv: Obwohl ihr ähnliche Power-ups wie in Zelda findet (Bomben, Pfeil und Bogen, Stiefel), sind die Rätsel dann doch etwas zu vorhersehbar. Auch das Segeln macht weniger Laune als im großen Vorbild, vor allem, da ihr in Oceanhorn erst gewisse Upgrades erstehen müsst, damit überhaupt eine Veränderung zum automatischen Insel-Hopping entsteht.

Der Fokus wurde in diesem Titel mehr aufs Kämpfen gelegt, und hier sind auch die größeren Herausforderungen zu finden. Egal ob einfache Skelettkrieger oder die großen fiesen Bosse, sehr oft findet ihr euch grübelnd vor der PS4 wieder, wie ihr diesen Fiesling jetzt legen sollt. Habt ihr dann die Schwachstelle gefunden, ist es nur noch eine Frage eures Geschicks, wie schnell ihr durch den Bossfight kommen könnt.

Seid ihr VeteranInnen von Adventures, werden euch nur wenige Dinge neu vorkommen. Vieles wurde galant geliehen und mit kleinen eigenen Ideen aufgepeppt, Innovationen sucht ihr jedoch vergebens. Sucht ihr jedoch ein klassisches Adventure ohne das Nintendo-Logo oder möchtet mal in das Genre reinschnuppern, macht ihr mit Oceanhorn einen guten Anfang!

Oceanhorn

Quelle: FDG Entertainment

Oceanhorn: Gutes Adventure für kleines Geld

Alle kleinen Kritikpunkte sind aber im Vergleich dazu, was Oceanhorn alles bietet, keinen Pfifferling wert. Das Spiel ist optisch klasse, soundmäßig geradezu brillant und da kümmert es nicht, wenn das Balancing bei manchen Normalgegnern schiefgegangen ist oder das Zielen mit Pfeil und Bogen trotz der ansonsten gut gelösten Steuerung manchmal zum Glücksspiel ausartet.

Ansonsten ist das, was der Titel ist, positiv hervorzuheben: Ein gutes Action-Adventure für 14,99, welches euch für mindestens 10-15 Stunden wirklich gut unterhält. Alles wurde in einer lieb aufbereiteten Aufmachung verpackt. Es ist leicht zu spielen, spaßig und doch manches Mal fordernd. Haut einfach mal rein und seht es euch an: Oceanhorn macht richtig Laune!

Wertung: 9 Pixel

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