Sony Xperia XZ2 im Test: Große Klasse

von Mandi 16.05.2018

Mit dem neuen Sony Xperia XZ2 soll die Android-Riege einen hochklassigen Vertreter erhalten. Nach zwei Wochen mit dem Gerät kann ich schon mehr über das Smartphone sagen. Ist wirklich alles Gold, was glänzt? Lest das Review! Hier geht‘s zur offiziellen Website des Geräts.

Der erste Eindruck

Schon lange mehr musste ich keine Spannung feststellen, wenn ein neues Handy auszupacken war. Das Sony Xperia XZ2 (Deep Green) macht vieles anders, und das lässt sich schon beim ersten Anfassen feststellen. Das gewichtige Smartphone strotzt nur so vor Premium-Feeling, die verbauten Materialen fühlen sich allesamt gut an. Die Rückseite spiegelt das Licht immer anders, ein echter Hingucker.

An der Oberkante bemerkt ihr, dass es einen Einschub gibt. Den könnt ihr mit dem Fingernagel öffnen, und dahinter verbergen sich nano-SIM sowie microSD-Karte. Die verspiegelte Rückseite hebt das Xperia XZ2 angenehm von der Konkurrenz ab. Rechterhand finden sich die üblichen Verdächtigen (Lautstärke und Standby), aber auch ein Kamera-Button.

Sony ist bekannt dafür, hochwertigste Android-Geräte in den Ring zu schicken. Das hat sich offensichtlich mit dem Xperia XZ2 nicht geändert, gut so! Die Platzierung des Fingerabdrucksensors (sehr zentral auf der Rückseite) sorgt dafür, dass meine Finger aus Gewohnheit immer mitten auf die Kamera tappten. Ob dies der einzige Schwachpunkt des Sony Xperia XZ2 sein wird?

Die technischen Daten

Stärken besitzt dieses Smartphone mehr als genug. Der Geekbench 4-Test (singlecore) ergab eine Leistung jenseits der 2400 – stärker war noch kein Android-Gerät. Auch im Mehrkerntest konnte sich das Xperia XZ2 von der Konkurrenz absetzen, bei über 8400 Punkten kein Problem. Abgesehen von einer Variante des Samsung Galaxy S9 ist das Sony Xperia XZ2 das stärkste Android-Smartphone!

Der Bildschirm (5,7 Zoll) löst mit 2160 x 1080 Bildpunkten auf. Die Rückseite beherbergt den Star des Smartphones, namentlich die 19 Megapixel-Kamera. Sie kann 4K-Aufnahmen mit HDR erstellen, und eine 960 fps-Zeitlupe für 0,182 Sekunden einfangen. Vorne gibt es eine 5 Megapixel-Kamera, und der Akku fasst 3180 mAh.

4 GB Arbeitsspeicher komplettieren das Package, und als Flash-Speicher sind 64 GB verbaut. Ein Fingerabdrucksensor ist ebenfalls mit von der Partie. Das Sony Xperia XZ2 ist rundum durch Gorilla Glass 5 geschützt. Darüber hinaus ist das Smartphone spritzwassergeschützt, und mit 198 Gramm ist das Gerät ein kleines Schwergewicht.

Display und Leistung

Wie bei allen hochwertigen Smartphones ist auch bei diesem kein Schwachpunkt zu entdecken. Der Bildschirm ist hell, löst scharf auf und bietet knackige Farben. Haptisch ist es eine Freude, über den Screen zu wischen, dafür sorgen die Rundungen an jeder Kante. Verzögerungen oder falsche Eingaben gab es nie, dieser Bildschirm ist klasse.

Doch das Gesamtpaket des Sony Xperia XZ2 ist noch beeindruckender. Egal, womit ihr es konfrontiert, das Smartphone kommt nicht ins Schwitzen. Die Wärmeentwicklung hält sich in Grenzen und beschränkt sich auf die Mittelpartie rund um Fingerabdrucksensor und Kamera. Hier machen alle Spiele und Apps richtig Spaß!

Android-Fans werden sich mit diesem Gerät pudelwohl fühlen. Es bietet euch sämtliche Funktionen, die man von einer puren Android-Variante erwartet. Allerdings hat Sony auch ein paar Goodies eingebaut, wie etwa den 3D Creator, ein Antivirusprogramm oder eine App namens AR-Effekt.

Die Kamera

Der eben angesprochene 3D Creator hilft euch dabei, ein dreidimensionales Image zu erstellen. Gleich vorweg, mit Gesichtern ist das im Alltag ein eher gemischtes Erlebnis, es sei denn, sie sind perfekt beleuchtet. Generell sind die Stärken des 19 Megapixel-Sensors auf der hellen Seite der Macht beheimatet. Doch auch in Dämmerlicht können die Sony-Sensoren ansehnliche Bilder zaubern.

Während die Hardware bei Sony wie immer über jeden Zweifel erhaben ist, gibt es bei der Software Gewohnheiten, die teils optional und teils fragwürdig sind. Apps wie Kreativer Effekt senken die Bildrate teils enorm, und generell liebt das Xperia XZ2 Körnung in Bildern mit dunkler Farbe. Dass der AR-Dino in den letzten Jahren nicht viel besser geworden ist, stört wiederum nur wenige.

Es gibt einen guten Grund, wieso das Gerät einen eigenen Shutter-Button spendiert bekommen habt. Er spielt auch den Trick mit Fokus bei halbem Durchdrücken – in Situationen, wo der Autofokus just zu spät kommt, könnt ihr hier ordentliche Bilder einfangen. Grundsätzlich gilt, dass Foto-Vergleiche in der Premium-Klasse pure Geschmackssache sind. Sonys Angebot geht ein wenig in die kühlere Richtung, bleibt aber der Realität treu.

Die liebe Software

Wie vorhin schon erwähnt flutscht die Bedienung des Gerätes geradezu von der Hand. Das ist zum Teil auch der Verdienst des Software-Unterbaus, namentlich Android 8 Oreo. Die alltägliche Bedienung und das Erlebnis des Xperia XZ2 machen einfach Spaß, und Android ist bei der Individualisierung sowieso unangefochtener Klassenprimus.

Allerdings ist es die Software, die Sony auch jedes Jahr wieder vor kleine Problemchen stellt. Der Kamera bester Freund ist der Schärfen-Filter, und die Bokeh-App schneidet nur zu gerne Ränder aus dem Fokus heraus. Nicht alle NutzerInnen benötigen eine Xperia-App oder eine PlayStation-App, so viel ist klar.

Dass aber auch im Jahre 2018 noch immer eine Dualität zwischen Google-Apps und den eigenen Musik/Album/Video-Apps besteht, ist traurig. Auf der anderen Seite: Das sind tatsächlich schon die schlimmsten Punkte am Sony-Smartphone, wie jedes Jahr. Könnt ihr euch also mit den vorinstallierten Apps arrangieren, gilt das folgende Fazit:

Sony Xperia XZ2: Premium vom Feinsten

Ein Smartphone mit Profil, ohne Wenn und Aber. Anfangs dachte ich, dass das Sony Xperia XZ2 zu bulkig, zu kantig und generell sehr unangenehm sei. Aber schon nach einem Abend wusste ich die Vorzüge des Geräts zu schätzen. Das Design ist nach wie vor ein echter Hingucker, und das Display ist nicht weniger als brillant.

Leider rutscht auch das Xperia XZ2 so wie die aktuellen iPhones dank Glasrücken von schrägen Flächen. Die Kamera-Apps sind nicht ganz so überzeugend wie die Hardware, und generell ist für meinen Geschmack viel vorinstalliert. Die ungünstige Platzierung des Fingerabdrucksensors kennen wir auch schon von Samsung. Doch das sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was ihr für euer Geld bekommt. 

Das Sony Xperia XZ2 ist das aktuell stärkste Android-Smartphone, das es zu kaufen gibt. Es hat ein tolles Design, das aktuellste Android-System sowie klasse Features spendiert bekommen. Je länger ihr das Smartphone in Händen haltet, um so mehr wollt ihr es haben. Klare Empfehlung von mir, Sony ist hier ein großer Wurf gelungen – Hut ab!

Wertung: 9.0 Pixel

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