Sony h.ear on (MDR-100A) im Test

von Max Hohenwarter 09.02.2016

Der durchschlagende Erfolg der beats by Dre hat dazu geführt, dass Kopfhörer mittlerweile nicht mehr nur schlichtes Audio-Ausgabegerät sondern auch modisches Accessoire sind. Diesem Trend folgt nun auch Sony. Mit den in fünf Farben erhältlichen h.ear on Kopfhörern, die preislich etwa gleich ausfallen, wie die billigsten beats, will man nun in dieser Liga mitmischen. Da mir der neueste Chic aber großteils her(t)zlich egal ist, habe ich die Dinger hauptsächlich auf ihre Klangtauglichkeit überprüft. Lest hier, wie die Ohrwärmer in dieser Hinsicht abschneiden.

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Features der h.ear on Kopfhörer

  • Frequenz 5 Hz bis 60000 Hz
  • eingebautes Mikrofon für Rufannahme
  • 1,2m langes, abnehmbares Flachbandkabel
  • 40mm High Resolution HD Treiber
  • titanbeschichtete Kalottenmembran

Klangfarbe deluxe

Wie bereits erwähnt ist mir der modische Aspekt der h.ear on Kopfhörer ziemlich wurscht. Für modebewusste Individuen sei aber erwähnt, dass die Dinger wirklich ein schnörkelloses Design bieten.Sowohl das Aluminiumgehäuse, die weichen und daher auf lange Dauer angenehm sitzenden Polster und das Kabel sind farblich einheitlich gehalten und in den Farben Kohlschwarz, Limonengelb, Blau-Grün, Bordeaux-Pink und Zinnoberrot – oder für Menschen mit eingeschränktem Farbverständnis wie mich: Schwarz, Neongelb, Blau, Pink und Rot – erhältlich. Uns liegen sie in Limonengelb zum Test vor. Aber jetzt genug mit Modejargon und hin zum Klangerlebnis.

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Das überzeugt mich vollends. Die MDR-100A – so die Typenbezeichnung der Sony h.ear on – verfügen über einen Frequenzbereich zwischen 5 Hz und 60 kHz und sorgen somit bei jedem Musikgenre für ein ausgeglichenes Hörerlebnis, ich möchte fast sagen, dass ich meine alten MP3s somit nochmals neu erlebe und feinere Nuancen erkenne, die ich vorher schlichtweg nicht bemerkte. Besonders ohrenscheinlich wird das, wenn ihr Musikstücke hört, die beispielsweise mit flac digitalisiert wurden. Dann verwöhnen euch die h.ear on mit ziemlich klaren Höhen, sehr ausgewogenen Mitten und tiefsten Bässen. Die Letztgenannten wiederum sind vielleicht eine Kritik auf sehr hohem Niveau wert, wenn man wirklich etwas am Klangbild bekritteln möchte. Die spezielle Bauweise der Sony h.ear on sorgt nämlich noch für eine zusätzliche Verstärkung der Tieftöne. Meiner Ansicht nach hätte es das nicht gebraucht, denn so sind sie definitiv ein bisschen zu stark. Allgemein ist der Klang zwar sehr ausgewogen, aber man muss sagen, dass sich selbst bei Hi-Res-Audio Dateien nicht die Klarheit und Differenzierbarkeit wie bei anderen High-End-Produkten feststellen lässt. Anmerken möchte ich aber, dass das auch an der On-Ear-Bauart liegen kann. Die ist großteils sehr angenehm, aber ich vermute eben auch, dass dies wie gesagt zu noch stärkeren Bässen und dem beschriebenen „Gesamtklang“, also der geringeren Unterscheidbarkeit unterschiedlicher Frequenzen/einzelner Instrument-Spuren, führt. Das ist nicht unbedingt verkehrt, zumal man mit den h.ear on ja vor allem im Kundenfeld der beats by Dre fischen möchte und die sich ja infam für ihre krassen Bässe sind. Ganz subjektiv gesprochen sind mir aber Over-Ear-Schalenkopfhörer lieber, da so bei vielen Geräten dieser Art ein noch angenehmeres Tragegefühl und eine musikalisch noch schönere Räumlichkeit entsteht, das die beschriebene Differenzierbarkeit fördert.

Fazit:

Die Sony h.ear on sind für ihren „higher middleclass“ Preis mehr als nur anständige Kopfhörer. Sie bieten größtenteils ein relativ ausgewogenes Klangbild, jedoch mit einer ausgeprägten Basslastigkeit. Ob dies durch andere Bauweise noch etwas ausgeglichener geworden wäre, ist möglich. Aber das ist – wie schon gesagt – Meckerei auf sehr hohem Niveau. Preis-Leistungs-technisch sind sie sehr gut und klanglich noch um einiges runder als die solo2 von beats by Dre an deren Kundenstamm sich Sony mit den h.ear on – bedenkt man Preisklasse, Design und Klang – vermutlich richtet. Aufgrund des ausgewogeneren Klangs finde ich die Sonys um einiges angenehmer. In Sachen Ausstattung habe ich nur die etwas maue Fernbedienung mit eingebautem Mikro zu bemängeln, denn eine andere Funktion als lediglich Rufannahme, sprich Volumecontrol oder im besten Fall noch eine Track vor/zurück-Funktion, wäre schon drin gewesen.  Dafür haben die Dinger ein abnehmbares Flachbandkabel, das Verknotungen verhindert. Man verzeihe mir übrigens noch den gehässig klingenden Kommentar zur Farbwahl, aber das muss ich einfach sagen: vielleicht sollte Sony zu den limonengelben h.ear ons noch ein „Palitiachl“ als Bonus dazugeben, denn das würde die letzten verbliebenen „Krocha“ sicher sehr freuen 🙂

Wertung: 9 Pixel

für Sony h.ear on (MDR-100A) im Test