Reminiscence Kinokritik: Wenn Erinnerungen niemals sterben

von Stefan Hohenwarter 23.08.2021

Kinofans aufgepasst – mit Reminiscence: Die Erinnerung stirbt nie bringt Warner Bros einen interessanten Thriller, der uns die tiefsten Stellen menschlicher Gehirne vordringen lässt, in die heimischen Kinos – ich habe mir den Film vorab angesehen und verrate euch in meiner Reminiscence Kinokritik, ob sich der Ausflug ins Kino lohnt.

Reminiscence Kinokritik

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Worum geht’s?

Nick Bannister (Hugh Jackman) lebt an der durch den steigenden Meeresspiegel überfluteten Küste von Miami. Das Spezialgebiet des Privatdetektivs ist der menschliche Verstand: Seinen Auftraggebern hilft er dabei, in die dunkelsten Winkel ihres eigenen Geistes vorzudringen und dort Zugang zu verschütteten Erinnerungen zu finden. Bannisters Leben verändert sich radikal, als mit Mae (Ferguson) eine neue Klientin auftaucht. Aus einem einfachen Auftrag entwickelt sich eine gefährliche Besessenheit.

Während er versucht, die Wahrheit über Maes Verschwinden herauszufinden, deckt Bannister eine brutale Verschwörung auf. Am Ende muss er sich die Frage stellen: Wie weit kann man gehen, um die Menschen, die man liebt, zu halten? (Quelle: Presseheft)

Cast & Produktionsteam

Neben den Oscar-Kandidaten Hugh Jackman (bekannt durch Les Misérables, Greatest Showman oder als Wolverine), Rebecca Ferguson (demnächst in Dune, Mission: Impossible-Filmreihe) und Newton (Solo: A Star Wars Story) sind Cliff Curtis (Meg, Fast & Furious: Hobbs & Shaw), Oscar-Kandidatin Marina de Tavira (Roma), Daniel Wu (TV-Serie Into the Badlands, Warcraft: The Beginning), Mojean Aria (TV-Serien See: Reich der Blinden und Dead Lucky), Brett Cullen (Joker), Natalie Martinez (TV-Serien The Stand: Das letzte Gefecht und The Fugitive), Angela Sarafyan (Westworld) und Nico Parker (Dumbo) im Film zu sehen.

Lisa Joy (bekannt durch ihre Arbeit bei Westworld) gibt mit Reminiscence: Die Erinnerung stirbt nie ihr Spielfilm-Regiedebüt, das sie nach ihrem eigenen Original-Drehbuch inszenierte. Produziert wurde der Film von Lisa Joy, Jonathan Nolan, Michael De Luca und Aaron Ryder. Als ausführende Produzenten fungierten Athena Wickham, Elishia Holmes und D. Scott Lumpkin. Zu Joys Kreativteam zählte eine Reihe von Westworld-Mitstreitern, darunter Kameramann Paul Cameron, Produktionsdesigner Howard Cummings, Editor Mark Yoshikawa sowie Komponist Ramin Djawadi und Kostümdesignerin Jennifer Starzyk (Bill & Ted Face the Music). (Quelle: Presseheft)

Hier noch eine spannende Featurette zur Produktion (englischsprachig):

Reminiscence Kinokritk: Mein Fazit

In den ersten Sekunden des Trailer hatte ich sofort Assoziationen zu Inception. Doch beim genaueren Hinsehen und Verarbeiten des Trailers kommt recht schnell heraus, dass die Komplexität und Vielschichtigkeit hier eine andere ist. Dennoch bleibt Reminiscence bis zum Schluss spannend und weißt auch den ein oder anderen interessanten Twist auf Lager, ohne dabei für einen “Oh mein Gott”-Moment wie zum Beispiel bei Die üblichen Verdächtigen oder Identity zu sorgen. Während Hugh Jackman eine gute Leistung abruft, so muss ich gestehen, übertrifft Rebecca Ferguson meine Erwartungen – sie spielt ihre Rolle ausgezeichnet. Apropos gute Leistung: Die trifft für mich auch auf Lisa Joy zu, die sich nach Westworld nun an einem Film versuchte. Für ihr Erstlingswerk ist das Ergebnis gut, aber nicht herausragend. Leider sind manche Dinge zu vorhersehbar und andere für die Geschichte leider nur Eye-Candys. So startet der Film mit einem Flug auf ein überschwemmtes Miami, in dem man sich – je nach Bezirk – mit dem Auto oder einem Boot fortbewegt. Und auch, wenn es wichtig ist, zu zeigen, dass Geld mit Macht assoziiert werden kann, so unnötig ist diese Erscheinungsbild der Welt für den Verlauf des Films.

Ich hätte mir noch mehr Mut von Joy gewünscht, sodass sie sich bei der Abzweigung in Richtung Film Noir oder Hollywood-Kitsch konsequent für ersteres entschieden hätte. Der Plot und die Schauspieler:innen hätten es her gegeben. Hier bleibt Joy zu brav und so erleben wir mit Reminiscence einen Film, der wohl für eine breitere Zielgruppe ansprechend ist und gut unterhält, aber dafür vermutlich so schnell wieder in Vergessenheit gerät, wie die Erinnerung, wo man denn den Haustürschlüssel hingelegt hat oder was man am Vortag zum Abendessen hatte. Dennoch serviert uns hier Warner eine willkommene Abwechslung zum aktuellen Kinoprogramm, das mit Superheldenfilmen und Remakes gespickt ist.

Wertung: 7 Pixel

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