Reach ZEN (iOS) im Test

von Mandi 13.04.2015

Sebastian und Matthias Gansrigler aus Österreich haben sich zusammengetan, um Reach ZEN für iOS zu kreieren. Der Schwerpunkt des Games liegt klar auf dem minimalistischen Design und soll dafür sorgen, dass ihr euer Hirn gleichzeitig beschäftigen und entspannen könnt. Geht dieser Plan auf? Lest hier den Testbericht!

10, 10, 10 …

Der Name von Reach ZEN ist ein klassisches Wortspiel, denn im Game geht es schlichtweg darum, einen sechsseitigen Würfel zu erforschen und durch Antippen der darauf befindlichen Zahlen 10 zu erreichen. Das äußerst minimal gehaltene Design gibt euch kaum visuelle Anhaltspunkte, wo ihr euch gerade auf dem Würfel befindet. Und so müsst ihr euer Gehirn ein wenig anstrengen, damit ihr wisst, wo sich diese vermaledeite Drei gerade versteckt hält.

Die Steuerung ist schlicht und einfach gehalten: Ihr könnt auf dem gesamten Bildschirm nach oben, unten, links und rechts wischen – es ist also nicht nötig, den Finger ständig über den Würfel gleiten zu lassen, wie ich das reflexmäßig getan habe. So wechselt ihr zwischen den Seiten des Spielgeräts und mit einem schlichten Antippen färbt ihr diese Seite lila. Das bedeutet, dass ihr diese Zahl für eure Rechenoperation benutzt. Habt ihr die magische Zehn (Verzeihung, ZEN) erreicht, präsentiert sich euch nach einem kurzen Score-Screen der nächste Würfel. Simpel.

Reach ZEN lässt euch aber nicht im Stich, falls ihr einmal eine Acht und eine Fünf antippen solltet: Durch einen erneuten Tap könnt ihr eure Auswahl wieder aufheben und die Zahl präsentiert sich euch wieder in schlichtem Weiß. Damit das Ganze allerdings nicht zu einfach wird, haben sich die Herren Gansrigler etwas mehr oder minder Fieses einfallen lassen: Reach ZEN lässt euch die Zehn innerhalb eines Zeitlimits von – richtig geraten – zehn Sekunden erreichen. Wenn ihr länger benötigt, ist es aus mit dem Spiel und ihr bekommt diesen Game-Over-Screen präsentiert, den ihr relativ oft sehen werdet.

ReachZen_Screen

Wenn ihr des Kopfrechnens, genauer gesagt, des Addierens überdrüssig seid, so kann euch Reach ZEN auch eine Herausforderung der anderen Art bieten: Die Subtraktion. Hier gilt es dann, ebenfalls innerhalb der zehn Sekunden zunächst Zahlen zu addieren, um über die Zehn zu kommen und dann mit den Minus-Werten auf der Zehn zu landen. Dies gestaltet sich ungleich kniffliger als das simple Zusammenzählen, was sich auch in den Game Center-Highscores niederschlägt. Während beim Addieren der Rekord bei 39 Würfeln liegt, beträgt der Höchststand bei der Subtraktion magere vier (4) Würfel zum Zeitpunkt 12.4.2015. Beide Punktzahlen wurden von mir aufgestellt, es scheint also, als wäre ich nicht unbegabt darin, mein ZEN zu erreichen. Allerdings ist dies nicht nur Können – es gehört auch ein wenig Glück dazu, dass ihr rasch einfach zu rechnende Möglichkeiten findet.

Die Musik von Brian Grainger (Milieu Music) ist ebenfalls simpel gehalten und lädt immer wieder auf eine Runde zwischendurch ein. Wenn man sich nur den Track anhört, könnte man meinen, dass gerade Faster Than Light läuft. Sowohl Präsentation als auch Akustik spielen in Reach ZEN eine große Rolle und wenn ihr länger als ein paar Minuten mit dem Spiel verbringt, entsteht ein gewisser Sog. Die kurze Spieldauer sorgt ganz à la Flappy Bird dafür, dass ihr noch eine Runde dranhängt.

Hier finde ich es nur schade, dass sich die verschiedenen Musik-Tracks nicht einzeln anwählen lassen, da es sowohl gemütliche Klänge als auch ein paar mitreißende Beats gibt. Ebenfalls sehr spannend ist die Option des Shuffle Mode, der sich unter „More“ versteckt. Ich schätze, dass es ein In-App-Kauf sein sollte (vermutlich um vernünftige 99 Cent zu haben), der euch immer wieder zwischen Addition und Subtraktion herumschickt und so die Herausforderung noch mehr erhöht. Allerdings passierte auch nach mehrmaliger iTunes-Passworteingabe nichts und somit müssen wir davon ausgehen, dass dieser In-App-Kauf entweder zurückgezogen oder schlichtweg nicht zu Ende programmiert wurde. Damit nicht genug, im “Help”-Screen lässt sich auch noch ein Hinweis darauf finden, dass ihr die Zahlen  multiplizieren und dividieren könnt.

Ganz ehrlich: Statt den SpielerInnen innerhalb von zehn Sekunden Multiplikationen und Divisionen in den Kopf zu trichtern, würde Reach ZEN ein “echter” ZEN-Modus ohne Zeitlimit gut tun. Das würde auch einen Anreiz bieten, ganz wie es Drop 7 von Zynga hinbekommen hat: Genussvolles Knobeln ohne Stress. Klar, Reach ZEN möchte euch in den Flow bringen und ein wenig Zeitdruck motiviert auch die Hardcore-GamerInnen, aber für die breite Masse ist dies meiner Meinung nach ein wenig zu viel verlangt.

Zusammenfassung

Reach ZEN ist um 99 Cent erhältlich und sorgt für willkommene Abwechslung auf eurem iOS-Gerät. Ich für meinen Teil habe das Entwickler-Trio gerne unterstützt und werde auch in Zukunft immer wieder ein paar Runden Reach ZEN zwischendurch einlegen. Sei es, weil ich meine Kopfrechen-Skills aufpolieren möchte, mein Glück auf die Probe stellen will oder meinen weltweiten Highscore zu verteidigen versuche: Diese App hat sich den Platz auf meinen Geräten durchaus verdient. Ich empfehle Probespielen, damit auch ihr euer ZEN erreicht.

Wertung: 7 Pixel

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