Rambo The Videogame im Test

von David Kolb-Zgaga 26.02.2014

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„Gott kennt Gnade – er nicht!“ – mit diesem Slogan wird das trashige Spiel Rambo The Videogame angeteasert. Im Spiel durchlebt man Momente aus den ersten drei Filmen. Ob der Railshooter auch wirklich Spaß macht, erfahrt ihr hier im Test.

Die Kriegsmaschine

John J. Rambo ist tot, schon im Intro sehen wir seinen Grabstein, der zum Spiel passenderweise mit der Inschrift „May God forgive him“ verziert wurde. In Flashbacks, die durch die Grabrede eines US-Offiziers eingeleitet werden, spielen wir einige der wichtigsten Momente der ersten drei Rambo-Filme nach. Dass diese sich nicht immer an die Vorlage halten, wird einigen Rambo-Fans wohl sauer aufstoßen. Besonders die Tatsache, dass es im ersten Rambo nur einen (Unfall-)Toten gab, im Spiel aber pro Minute ungefähr 50 Gegner das Zeitliche segnen, dürfte treuen AnhängerInnen eher weniger gefallen. Trotzdem werden die spannendsten Szenen der drei Filme aufgearbeitet, unter anderem der Heli-Flug aus dem zweiten Film oder die Jagd nach Rambo aus dem ersten Teil.

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Schießen, schießen und noch mehr schießen

Nochmal kurz zurück zu den 50 toten Gegnern pro Minute. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass Rambo The Videogame ein Railshooter ist. Für die Jüngeren unter euch, die Spiele wie den Spielehallenklassiker House of the Dead nie gespielt haben, hier die Erklärung, was denn mit Railshooter überhaupt gemeint ist. In diesem Genre kann man den Charakter – in unserem Fall Rambo – nicht bewegen. Dieser bewegt sich automatisch, alles ist geskriptet, es ist nur möglich, auf die Feinde zu schießen. Zusätzlich gibt es bei Rambo The Videogame noch die Möglichkeit, mit dem linken Stick oder WASD in Deckung zu gehen. Das wars dann aber auch schon mit den taktischen Mitteln, was im Grunde eines bedeutet: Hirn aus, Waffe an! Rambo The Videogame schickt euch Massen an immer gleichen Klongegnern vor die Flinte, und solange nicht auch der letzte Feind auf dem Bildschirm ins Gras beißt, geht es nicht weiter. Apropos Hirn aus: Es gibt manche Levels, die nur aus Qicktime-Events bestehen, da wünscht man sich dann doch ein bisschen mehr Abwechslung, nachdem man den x-ten Messerkill hintereinander getätigt hat.

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Trashiger Slapstick

Rambo The Videogame sollte mehr als Karikatur auf die Filme gesehen werden. Das beginnt schon beim Aussehen der Filmfigur und geht bis hin zur Ragdoll-Physik, wenn ausgeschaltete Gegner zu Boden gehen. Es entstehen – ob absichtlich oder nicht – sehr trashige und lustige Situationen. So baumeln und kullern die besiegten Feinde durch die Gegend, und man schießt wahllos auf ein Gebäude, bis es explodiert – Situationskomik garantiert! Was hingegen nicht so komisch ist, ist die Steuerung mit dem Gamepad. Dabei wird ein leichtes Auto-Aiming verwendet, das aber schlecht funktioniert und leider kaum bis gar nicht intuitiv ist. Wer sich davon ein Bild machen möchte, kann sich hier mein Let’s Try dazu ansehen.

Okay, mag sein, dass es nicht nur am Gamepad lag, sondern auch an meinem Unvermögen, dass ich beinahe bei der ersten Mission scheiterte, aber mit Maus und Tastatur spielt sich Rambo The Videogame um einiges komfortabler. Wie im Let’s-Try-Video zu sehen war, gibt es beim Nachladen ein Minispiel – ähnlich dem bei Gears of War -, das man richtig timen muss. Sehr behindernd dabei wirken die trotz veralteter Technik immer wieder auftretenden Frameeinbrüche (zumindest am PC). Das Zielen und Nachladen wird dadurch fast unmöglich und lässt schnell Frust aufkommen; auch der schwankende Schwierigkeitsgrad trägt dazu bei. Manche Abschnitte fühlen sich, was den Schwierigkeitsgrad angeht, wie ein Kindergeburtstag an, wieder andere sind so hart, dass man sie auswendig lernen muss. Da hilft es dann auch nicht mehr, dass man sich durch den Koopmodus helfen lassen kann. Besonders dann wird Rambo The Videogame erst richtig chaotisch und unübersichtlich.

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Fazit

Ob Rambo The Videogame Rambo getötet hat? Ja, bereits im Intro, wie erwähnt, aber wenn man kein allzu verbissener Rambo-Fan ist, kann man mit dem Spiel auch durchaus ein bisschen Spaß haben. Das funktioniert aber nur, wenn man das Spiel als Karikatur auf die Actionvorlage sieht. In meinen Augen sind Railshooter im Jahr 2014 zumeist sowieso Trashspiele, und genau wie auch Trashfilme können auch Spiele ihren eigenen Charme entwickeln. Es gab mehrere Momente, in denen ich laut auflachen musste, weil gerade etwas so selten Dämliches passiert war (siehe Situationskomik). Wenn man Rambo The Videogame wirklich spielen will, sollte man dies mit der eingangs erwähnten „Hirn-aus-Philosophie“ tun. Leider stören dann immer noch die technischen Mängel, die von Zeit zu Zeit auftreten. Für die momentanen 40 Euro, die Rambo The Videogame im Laden kostet, kann ich es nicht empfehlen. Wie man aber im oben gezeigten Let’s-Try-Video sehen konnte, kann Rambo The Videogame trotzdem Spaß bringen. Wer sich das Spiel deshalb tatsächlich holen möchte, sollte unbedingt auf etwaige Sonderangebote und Vergünstigungen warten.

Wertung: 5 Pixel

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