Pyre Test (PC): Mystische Reise mit Ballsport

von Mandi 30.12.2018

Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, ist in Pyre das Spielprinzip. Einerseits müsst ihr euer Gefolge sicher durch die Lande führen, um es zu befreien. Andererseits bekämpft ihr eure Gegner in einer Art Basketball-Variante. Ob sich Pyre lohnt, lest ihr im Review!

Worum geht‘s in Pyre?

Ihr erwacht in Pyre als die Leserin (das wussten wir beim Preview des Spiels noch nicht). Die Charaktere im Spiel können selbst nicht lesen, das heißt, vieles an Information bleibt euch alleine vorbehalten. Früh im Spiel werdet ihr gefragt, ob ihr die Leitung für die Gruppe übernehmt, und – Spoiler! – ihr lenkt fortan eure Truppe durch die Reise. Ihr trefft Entscheidungen, ihr wählt Reiserouten, und ihr behaltet auch im weiteren Spielverlauf jederzeit den Überblick sowie die Entscheidungshoheit. Diese Reise, so stellt es sich heraus, ist für die einzelnen Spielfiguren sehr wichtig.

Denn es hat sich so zugetragen, dass sich alle Charaktere nach der Freiheit sehnen. In Pyre tretet ihr also diese Reise an, um nichts weniger als persönliche Freiheit zu ergattern. Neben Prophezeiungen, Weissagungen und Sternendeutung erzählt man sich nämlich, dass am Ende dieser Reise die Freiheit auf die teilnehmenden oder gewinnenden Figuren wartet. Der Schlüssel dazu sind sogenannte Rituale oder Riten, die man immer gegen eine andere Gruppe austrägt.

Die Riten

Pyre ist am besten als strategisches Sport-Spiel zu beschreiben, mit heftigem Fokus auf einer Story. Zu Beginn eines Rituals wählt ihr drei Teilnehmer aus, die dann drei Teilnehmern aus dem Gegnerteam gegenüberstehen. Ihr befindet euch auf einem Schlacht- oder Sportfeld, je nachdem, wie man es sieht. Manchmal sind Hindernisse darauf verstreut, es gibt aber auch teils ganz andere Herausforderungen zu bewältigen. Beide Teams beschützen nach Kräften die eigene Flammensäule.

Diese Flamme hat in der Regel 100 Lebenspunkte, und euer Ziel ist es, die gegnerische Flamme zu löschen. Je nach Stärke eurer Figur könnt ihr zwischen 15 bis an die 40 Schadenspunkte pro Treffer anrichten. Ähnlich wie beim Basketball gibt es eine Sphäre, doch in Pyre darf sich immer nur eine Figur pro Team bewegen. Gewiefte Angriffe schlagen einzelne Figuren k.o., und es dauert eine Weile, bis sie wieder im Spiel sind. So bahnt ihr euch euren Weg durch die Story von Pyre.

Sonstige Strategien und Details

Dabei ist es egal, ob ihr die einzelnen Riten gewinnt oder verliert. Die Macher von Pyre, Supergiant Games, haben schon mit anderen Spielen wie etwa Bastion bewiesen, dass ihnen die Narrative über alles geht. Dieser Titel beweist es einmal mehr, und ihr könnt jederzeit weiterspielen, auch wenn euch die Riten nicht so liegen sollten. Ich empfehle euch aber, mit dem Spielprinzip warm zu werden, denn die einzelnen Herausforderungen machen das Game wirklich abwechslungsreich.

Die verschiedenen Entscheidungen, die ihr trefft, sind meist nicht wirklich tragend. Das ist aber gut so, denn die Story lebt davon, dass ihr euch mehr mit den einzelnen Charakteren auseinandersetzt anstatt mit den Entscheidungen. Erst später im Spiel habt ihr dann die Konsequenzen zu tragen, das wird euch aber zuvor schon gesagt. Was die Riten angeht, man könnte sagen, dass der Sport-Part in Pyre ein wenig repetitiv ist, denn die Grundlagen des Spiels bleiben gleich. Das Problem hätte dann aber FIFA auch.

Grafik, Steuerung und der Klang

Die Optik des Spiels ist ganz Supergiant Games-like. So wie Bastion und Transistor fängt auch Pyre euch mit einem ganz eigenen Grafikstil ein. Die liebevoll gezeichneten Hintergründe und Charaktere sorgen dafür, dass jede Spielstunde Spaß macht. Natürlich dürft ihr hier keinen Fotorealismus oder sonstige Dinge erwarten, die einzelnen Effekte fügen sich aber sehr gut ins Gesamtbild ein. Der Sound ist ebenso etwas, was in Pyre wirklich gut funktioniert. Die Riten werden so stimmungsvoll untermalt wie die Weltkarte.

Einzelne Klänge bereichern das Spiel zusätzlich, es ist also kein Zufall, dass dieses Studio auch eine Soundtrack-Edition von Pyre anbietet. Die Steuerung des Titels gestaltet sich mit der Tastatur als etwas mühselig, aber mit einem Controller steuert sich das Game wunderbar. Während ich mit der Tastatur gewisse Würfe und Spurt-Manöver nicht hinbekam, war das mit einem Xbox-Controller absolut kein Thema. Das liegt aber wohl an mir – Supergiant Games hat hier alles richtig gemacht, alles funktioniert, wie es soll.

Storylastiges Pyre: Gutes Sportspiel der Bastion-Macher

Anfangs war ich skeptisch, was dieses Spiel anbelangte. Je mehr ich davon hörte, umso verwirrter war ich. Geht es jetzt um die Erlangung von Freiheit für die einzelnen Figuren, geht es um eine Arbeit als Sterndeuterin und Leserin, oder dreht sich die Story doch eher um eine verdrehte Art von Basketballspiel? Pyre schafft es auf eine unglaubliche Weise, alle drei Stränge miteinander zu verbinden und so ein ganz eigenes Spiel zu sein. Ein bisschen Eingewöhnungszeit ist aber zu empfehlen, die habe ich bestimmt gebraucht.

Das Pacing des Titels ist etwas gemütlich, doch trotzdem habe ich nach wie vor immer wieder mal Lust, zwei oder drei Runden Pyre zu spielen. Wem dieser Basketball-Mix liegt, kann sich auch im Versus-Modus gegen andere menschliche SpielerInnen versuchen. Die Story ist, so finde ich, gut gelungen und hielt mich im Verlauf der Kampagne bei der Stange. Wem werdet ihr die Freiheit schenken, und mit welchen Teams werdet ihr die Riten absolvieren? Diese und mehrere Entscheidungen warten in Pyre auf euch.

Wertung: 8.5 Pixel

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