Pixelvienna 10: Game of Thrones – alles wird größer

Die Herausforderungen eines Concept Artists bei Game of Thrones

Als die Fantasy-Serie Game of Thrones startete, war der Finanzrahmen bei Weitem nicht so groß wie heute. Im Lauf der Jahre erwarteten die Fans immer mehr: Mit ihren Erwartungen stieg das Budget.

Um die Szenen von Game of Thrones besser umsetzen zu können, wurde Tobias Mannewitz, Experte für Visual Effects, dazugeholt, der die Concept Artworks (Konzeptzeichnungen) direkt mit dem Director klärt. Die große Herausforderung bei Concept Artworks ist, dass sie plausibel sein und mit den vorherigen Episoden übereinstimmen müssen.

So existierte zum Beispiel das Schloss in Kings Landing, der Hauptstadt der Sieben Königslande in Game of Thrones, nur als 2D-Design (auch im Film). Doch für die weiteren Folgen war es notwendig, dem Schloss Tiefe zu geben, um mehr Szenen zu ermöglichen. Also klappte man es wie eine Karte aus und schaffte Platz für einen Vorplatz und weitere Räume. So wuchs das Schloss mit jeder Staffel, und es wurde immer schwieriger, es konstant weiterzuentwickeln: Es musste viel nachträglich geändert werden, um die folgenden Szenen der Serie drehen zu können. Allerdings sollten Fans, die den Aufbau des Schlosses kennen, die Veränderung, die es durchmachte, nicht zu sehr mitbekommen. Selbst jetzt gibt es immer noch undefinierte Teile, die es zu füllen gibt.

GoT_Castle

Meist bekommt der bzw. die Concept Artist Aufnahmen vom Set, die einen neuen Abschnitt zeigen. Das Ganze wird ähnlich wie in einem Puzzle zusammengefügt – und so entsteht nach und nach eine stimmige Welt. Um also den Fans und dem Budget gerecht zu werden, erstellt der bzw. die Concept Artist schnelle Skizzen auf Overpaint-Basis. Dazu wird eine Fotografie oder ein 3D-Modell als Bildvorlage verwendet und in Photoshop überzeichnet. Auf diesem Weg hat man schon die richtige Lichtstimmung und die richtigen Größenverhältnisse. 3D-Modelle sind besonders beliebt, da man ohne großen Aufwand die Perspektive ändern kann und so ein schnelles Ergebnis erzielt.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Weiterentwicklung ein aufwendiger Prozess ist, der viel Feingefühl benötigt, um sowohl die Fans, die oft jedes Detail der Welt im Kopf haben, als auch die MacherInnen der Serie, die alles auf eine neue Stufe heben wollen, zufriedenzustellen.

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