Philips 75PUS7101 – Der 4K-Fernseher im Test

von Michael Neidhart 10.02.2017

4K Gaming ist in aller Munde und wir hatten mit dem Philips 75PUS7101 die Chance, einen Einblick in diese Welt zu bekommen. Seit die PS4 Pro im Novemder 2016 den Markt zu erobern begann, steht für viele Gamer die Frage im Raum, ob sie sich einen 4K-TV anschaffen sollten oder nicht. Beim aktuellen Preisniveau ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Mit folgendem Testbericht wollen wir euch unsere Erfahrungen schildern.

 

Großes Kino – der Philips 75PUS7101

Beim Transport und später bei der Montage fällt sofort auf, das Gerät ist riesig. Alleine geht da nichts mehr, zwei weitere Hände braucht es auf jeden Fall. Satte 60Kg wiegt der Fernseher und der Hinweis in der Anleitung, man möge ihn bitte zu zweit aufstellen, sollte tunlichst befolgt werden. Wie schlimm wäre es, den TV gleich beim Auspacken zu zerstören? Um den Kunden den Kauf des TV zu versüßen, bietet der Philips 75PUS7101 neben der gesteigerten Auflösung das von Philips entwickelte Ambilight System, welches Spiel- und Filmerfahrung weiter vertiefen soll.

 

Philips 75PUS7101

 

Das Motto der TV-Produzenten scheint mittlerweile ja „Größer geht immer“ zu lauten. Mit 75 Zoll befinden wir uns zwar noch nicht am Gipfel der Wohnzimmer-Eitelkeiten, sind diesem aber ziemlich nahe. Solch ein Gerät live zu sehen macht schon Spaß und die Vorfreude, die eigene PS4 Pro anzuhängen steigert sich mit jeder Minute. Alleine die technischen Daten wirken imposant: 189cm Bildschirmdiagonale, 4K Ultra-HD, HDR, ein Quad Core Prozessor und Android TV als Betriebssystem.

 

Flach, 4K UHD-LED mit Android TV

Im Prinzip handelt es sich bei diesen TV-Geräten um riesige Multimedia-Anlagen. Dank Android lassen sich praktisch alle Apps, die unser Sehverhalten verändert haben, direkt am TV installieren. Amazon Prime? Kein Problem. Netflix? Läuft. YouTube? Was für eine Frage. Wenn es um Videoinhalte geht, hänge ich sicher keinen Rechner mehr an. Was sofort auffällt, ist die Schärfe des Bildes. Die passende Quelle vorausgesetzt, kann ich ganz nah ans Gerät gehen und sehe dennoch ein klares, scharfes Bild. Sowohl der Schwarzwert, also auch die Helligkeit bleiben auch bei längerem und genauerem Hinsehen auf hohem Niveau. Vor allem bei sehr dunklen und fast schwarzen Bildern fällt aber auf, dass der Blickwinkel entscheidenden Einfluss darauf hat, wie das Bild wahrgenommen wird.

Testsetting:

  • Philips 75PUS7101
  • AV-Reciever: Pioneer SC-LX83
  • Focal Chorus 826V Front, 800V CC Center, 800V Dipole
  • SVS PB12 NSD Subwoofer
  • PS4 Pro

In meinem Testsetting ergaben sich unschöne weiß-gelbliche Flächen in den oberen Ecken. Diese waren bei einer seitlichen Sitzposition mit ungefähr zwei Metern Abstand zum TV und Blickmittelpunkt im zweiten, unteren Viertel der Bildfläche deutlich zu erkennen. Sie verschwanden sofort, wenn die Blickhöhe ins obere Viertel verlagert wurde. Dieser Effekt scheint stark mit der Quelle und den Bildeinstellungen zusammenzuhängen. Die erwähnten Flecken traten nur in Kombination mit der PS4 Pro als Quelle auf, bei BluRays, welche via AV-Reciever zugespielt wurden, waren sie kaum noch vorhanden.

 

Ambilight? Brauch ich das wirklich.

Als ich das erste Mal von Philips‘ Ambilight System hörte, kam mir sofort ein Gedanke: gute Verkaufsmasche. Wer braucht so etwas den überhaupt? Wie sooft, lohnt sich aber der genauere Blick und hin und wieder werde ich eines besseren belehrt. Das bedeutet nicht, dass ich Ambilight unbedingt brauche, Filme und vor allem Gaming erfahre ich aber ganz anders.

 

Mit Ambilight sollen sicher nur wieder Kunden gelockt werden.

Das Prinzip hinter dem System ist einfach erklärt: Je nachdem, wo sich die Lichtquelle im Bild befindet, erhellt das Ambilight-System durch LED-Stripes am Rücken des TV dessen nähere Umgebung. Durch die angepasste Differenz zwischen Farben im Bild und rund um den TV, wird den Augen das Wahrnehmen der Bilder erleichtert. Die sehr technikaffinen können dieses System außerdem mit dem Hue Lichtsystem von Philips kombinieren. Stattet ihr euer Wohnzimmer damit aus, und nennt einen Amibilght-TV euer eigen, reagiert die komplete Beleuchtung auf die Inhalte im TV. Wie sich Ambilight bei Spielen tatsächlich schlägt haben wir anhand von Destiny getestet.

 

 

Die Quelle macht die Musik

Wir befinden uns mit dem Philips 75PUS7101 bereits in einer Preisklasse, die ziemlich viel bieten sollte. Philips liefert hier auch wirklich ein sehr gutes Gesamtpaket. Wer voll auf seine Kosten kommen möchte, muss dem TV aber auch die passenden Quellen zur Verfügung stellen, ansonsten kann dieser nicht sein volles Potenzial ausschöpfen. Das bedeutet, dass ein etwaiger BluRay-Player, eine Spielkonsole oder auch ein AV-Reciever entsprechende Signale an den TV liefern sollten.

Anschlußtechnisch bleiben nicht viele Wünsche offen. Dass sind wir mittlerweile aber gewöhnt und es gehört auch zum Standard. Ein praktisches Feature der HDMI-Generation ist der Audio Return Channel, mit dem Audio-Signale, unabhängig vom Bildsignal, an einen Reciever geschickt werden können. Raumklang, den zum Beispiel die Amazon Prime App liefert,  kann so an den Reciever übermittlet werden. Hier gibt es beim Philips 75PUS7101 anscheinend ein Handshake-Problem, weshalb das Ausgabeformat manuell umgestellt werden muss. Schade, dass das Format hier nicht automatisch erkannt wird.

 

Philips 75PUS7101

Quelle: Philips

 

Mein Fazit

Umso größer, desto besser. Leider muss ich diesem Sprichwort beim Thema TV beipflichten. Vor allem in Kombination mit der 4K-Auflösung verändert sich das Spielerlebnis immens. Egal ob bei älteren oder neueren Titeln, ich werde auf Details aufmerksam, an die ich früher nicht einmal gedacht hatte. Kleinere Kinos werden es schwer haben, mich zu einem Besuch zu motivieren, sollte so ein TV-Gerät irgendwann tatsächlich in meinem Wohnzimmer stehen.

Für viel Geld bietet Philips hier wirklich viel. Die Verarbeitungsqualität ist sehr hoch, die verwendeten Materialien wirken hochwertig und selbst die Wege durchs Menü sind relativ einfach gehalten. Keine Gefahr, sich in einem Labyrinth zu verirren. Jetzt fehlt eigentlich nur mehr das passende Material, mit dem solche Geräte befeuert werden können. Die Spiele-Entwickler sind gefragt und ich kann es kaum erwarten, Titel wie das kommende Mass Effect Andromeda oder Horizon: Zero Dawn in 4K-Auflösung auf solch einem Monster-TV in Angriff zu nehmen.

Wertung: 8.5 Pixel

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