Overwatch (PC) im Test

von Ajit Singh 24.05.2016

Aus der Asche des ehemaligen Project Titan erhebt sich Overwatch, ein First Person Shooter mit Team-Kompenente, ganz im Stil von Team Fortress 2. Keine Hüte hier – stattdessen gibt es allerhand andere Unlocks und Gameplay, das Blizzards übliche Hochglanzpolitur abbekommen hat. Es regnet ein Review von oben – denn HeldInnen sterben nie!

Ryu ga waga teki wo kurau

Blizzard hat schon längst bewiesen, dass sie auch abseits von MMO– und RTS-Spielen großartiges und vor allem spielenswertes vollbringen können. Mit Heroes of the Storm haben sie einen Fuß in den MOBA-Markt gesetzt, während Hearthstone sich als Online-Kartenspiel a la Magic the Gathering reger Beliebtheit erfreuen kann. Ganz glücklich werden die eisblauen Jungs und Mädels aus Irvine wohl erst sein, wenn sie ihre Tentakel in jedem erdenkbaren Genre haben – wodurch wir bei Overwatch angelangt wären: ein FPS, dass aus den Bruchstücken den ominösen Project Titan besteht.  Kein Storymodus, stattdessen reiner Multiplayer. Das Spiel bietet 21 einzigartige Charaktere, die sich allesamt klar von einander abheben – sowohl was ihre Stärken/Schwächen angeht, als auch ihre Fähigkeiten selbst. Es braucht grundsätzlich nicht lange, um zu lernen in welchen Situationen mit welchen Charakteren am besten gepunktet werden kann. Sie jedoch zu meistern – vom Ritter mit dem massiven Kriegshammer bis hin zum Robotermönch – ist eine längere Reise.

The cavalry’s here

Grundsätzlich sind die HeldInnen von Overwatch in vier unterschiedliche Klassen aufteilbar: Offensiv, Defensiv, Unterstützung und Tank. Zu Offensiv zählt beispielsweise Genji, ein Cyborg-Ninja mit Shuriken, Katana und der Fähigkeit Wände hochzuklettern. Reaper, der Schwarzmantelträger mit Teleportationsfähigkeit und zwei grobschlächtigen Schrotflinten passt allerdings auch in die gleiche Kategorie, am anderen Endes des Offensiv-Soektrums. Meine persönliche Lieblingsheldin ist Pharah, eine Ägypterin mit Jetpack und Raketenwerfer, der es denkbar einfach fällt, das Schlachtfeld von oben zu überblicken. Manche Charaktere sind sich ansatzweise ähnlich – Torbjörn und Bastion sind hier ein guter Vergleich: Ersterer baut mühsam einen Geschützturm auf, während der andere selbst ein Geschützturm ist. Obwohl fünf Pharahs sich vermutlich ihren Weg zum Ziel sprengen könnten, bedarf es meist einer ausgewogenen Heldenkombination, die sich gegenseitig Rückendeckung geben – und das sowhl im verteidigenden, als auch im angreifenden Team. Das Spiel steht auch bei der Charakterwahl glücklicherweise zur Seite, und warnt euch, wenn euer Team in irgendeinem Aspekt (theoretische) Schwächen aufweist. Spieler, die anfangs keinen HeldInnen wählen, bekommen die optimale Auswahl von Overwatch selbst zugeteilt.

One shot, one kill

Ebenso wie die Helden von Overwatch, sind auch die Maps aus aller Welt aufgegabelt. In Hanamura kämpft ihr euch vom modernen japanischen Stadtviertel zu blühenden Kirschbäumen vor, während Volskaya Industries eine beeindruckende Kulisse von riesigen Mechas zeigt, während sich die Spieler quer durch ein Ladedock schießen. Tag und Nacht, Sonnenschein und wolkenverhangener Himmel, hypermoderne Stadt und traditionsreiche Tempel: Overwatch ist eine kleine Weltreise (der Zukunft) in sich. Und der Aufbau der Karten kann sich auch sehen lassen! Mobilere Charaktere können gänzlich andere Wege zum Ziel nehmen als Helden, die eher an den Boden gefesselt sind. Versteckte Schlumpfwinkel laden zum taktischen Planen ein, während Freiräume ein aufregender Spielplatz für Sniper-Helden sind. Missionsziele sind meist simpel gehalten: Erobere einen Punkt oder begleite den Payload bis in die gegnerische Basis – immer Team gegen Team, nie ein Deathmatch, wodurch die soziale Kompenente von Overwatch glänzen kann. Verloren geglaubtes Match sich rasant wenden kann – auch noch während der letzten paar Sekunden. Zu verdanken ist das recht offensichtlich dem Map-Design, als auch der Tatsache dass sämtliche Helden durch lange Monate der Beta ausgezeichnet balanciert sind.

Overwatch Lucio Screenshot

I’ve got you in my sights

Overwatch mag zwar nur über einen Multiplayer-Modus verfügen, aber die Story hinter dem Spiel geht nicht völlig verloren (auch wenn sie letzten Endes nebensächlich ist). Nachdem Overwatch, ein Team von Helden von praktisch jedem Winkel der Erde, in der nicht allzuweit entfernten Zukunft die Omnic-Krise (der Krieg gegen KI-beseelte Roboter) erfolgreich gelöst hat, fielen sie in Ungnade und zersplitterten. Durch kleinere Dialoge vor Spielbeginn werden die Beziehungen zwischen den einzelnen Helden grob umrissen – es wird recht schnell klar, wer nun wen gut leiden kann, und wer anderen Leuten lieber einen Kopfschuss verpassen würde.

Overwatch Screenshot

Fazit zu Overwatch

Falls ihr momentan noch zwischen Battleborn und Overwatch hin und hergerissen sein solltet – tut euch selbst einen Gefallen, und nehmt letzteres. Overwatch macht einen unglaublichen Spaß, hat eine angemessene Lernkurve, geniales Leveldesign und Helden, die sich wundervoll ergänzen. Overwatch hat Seele – eine Seltenheit unter reinen Multiplayer-Spielen.

9.8

Wertung: 9.8 Pixel

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Mandi
Admin

Habe die Open Beta auf der PS4 gezockt (bis Level 10 oder so), aber irgendwie konnte mich der Titel nicht fesseln. Zu übermächtig sind Bastion, Widowmaker und Tracer – wenn man alle Nase lang den Champ wechseln „muss“, um eine Chance zu haben, reizt mich das Game nicht sonderlich. Und wie immer erwischt man das miese Team 😉

Ben Vollmann
Gast
Ben Vollmann

Mir ging’s umgekehrt: Steh eigtl. weder auf Shooter noch auf Loot/Level-Games aber Overwatch hat mich gepackt. Ich vermute es liegt am hohen Strategieanteil, der Abwechslung und der erfrischenden Art Direction (#therearemorecoloursthangreyandbrown 😉
PS.: Wenn dich Bastion massiv nervt (speziell mit den vielen neuen Spielern kommt das öfters vor), Genji nehmen und reflektieren;)