Nothing Headphone (1) Pro im Test: Klanglich sauber, optisch schick
Nothing hat mit dem Headphone (1) Pro einen Over-Ear-Kopfhörer in Zusammenarbeit mit den Metropolis Studios vorgelegt. Lest unseren Testbericht!
Über das Nothing Headphone (1) Pro
Hersteller Nothing liefert mit seinem eben vorgestellten Headphone (1) Pro nicht nur ein Designstatement, sondern auch technisch ein rundes Paket ab. Mit einem Preis von 349,- Euro positioniert sich das britische Startup klar im Mittelfeld der Premium-Konkurrenz, wo etablierte Namen wie Sony, Bose und Sennheiser das Feld dominieren. Doch kann das Nothing Headphone (1) Pro nicht nur optisch, sondern auch klanglich und funktional überzeugen? Wir durften das Gerät schon vor dem Marktstart ordentlich testen, unser Dank gilt hierbei natürlich dem Hersteller, der uns hier das Vertrauen im Vorhinein schenkte. Fangen wir am Anfang an, sprich, wie wirkt das Gerät beim Auspacken?
Nothing bleibt seiner Designphilosophie treu: Das Headphone (1) Pro setzt auf transparente Elemente, die einen Blick auf die innere Technik freigeben. Das ist eine Ästhetik, die stark an alte Game Boy-Modelle erinnert und den Kopfhörer sofort von der restlichen Masse abhebt. Die Ohrmuscheln sind rechteckig geformt, was dem Ganzen einen zusätzlichen futuristischen Touch verleiht, während hochwertige Materialien wie Glas und Titan für eine solide Verarbeitung sorgen. Das mitgelieferte Transportcase ist robust und schützt den Kopfhörer zuverlässig, lässt sich auch von euch mit Stickern und sonstwas verzieren. Faltbar ist das Produkt allerdings nicht! Packen wir es mal aus:
Erster Eindruck und Bedienung
Woah, sind die Ohrpolster weich! Im Video konnte ich es kaum glauben, weswegen ich sie gleich öfters drücken musste. Die Ohrmuscheln lassen sich jeweils um 90 Grad drehen, und außen gibt es ein Mini-Element in Rot (rechts) und Weiß (links). So wisst ihr, welche Seite wo hin gehört, aber auch sonst sind die Kopfhörer durchdacht und hochwertig, egal, wo ihr sie anfasst. Die Regler funktionieren und geben hervorragendes haptisches Feedback, und dann gibt es noch einen tollen Kniff. Während viele Hersteller auf berührungsempfindliche Flächen setzen, geht Nothing einen anderen Weg. Die Bedienung erfolgt über physische Elemente, die einfach funktionieren und sich toll anfühlen.
Ein kleines Drehrädchen am rechten Hörer regelt die Lautstärke und dient gleichzeitig als Play/Pause-Taste sowie ANC-Schalter (durch langes Halten). Darunter befindet sich ein Kippschalter für die Wiedergabe- und Anrufsteuerung, während ein separater Knopf außen am Hörer durch kurzes Drücken die Sprachsteuerung aktiviert. Dieses Konzept funktioniert in der Praxis überraschend intuitiv und vermeidet die typischen Frustrationen von Touch-Bedienungen bei kaltem Wetter oder mit Handschuhen. Damit ihr auch immer wisst, wie ihr das Nothing Headphone (1) Pro steuern könnt, gibt es in der Nothing X-App auch eine Kurzeinführung. Kommen wir zur Smartphone-App!
© Nothing
Zur Nothing X-App
Beim Nothing Headphone (1) Pro seht ihr nach dem Koppeln gleich einmal den Akkustand. Wie schon auch bei anderen Geräten des Herstellers findet ihr direkt darunter die Geräuschunterdrückung, die ihr in den Einstellungen Aus, Transparenz und Geräuschunterdrückung (diese unterteilt sich in Niedrig, Mittel, Hoch und Adaptiv) vornehmen dürft. Jede Änderung in diesem Modus wird entweder durch einen Bass-Drop oder ein Aufatmen quittiert, das lässt sich auch nicht abstellen. Weiters dürft ihr das Räumliche Audio aktivieren, das hier in fünf Voreinstellungen (Standard, Studio B, Musikclub, Konzertsaal und Club) nebst Headtracking-Option angeboten wird. Das Nothing Headphone (1) Pro bietet auch einen personalisierten Ton an, sprich hier wird ein kurzer Gehörtest in unter drei Minuten vorgenommen. Im Testzeitraum rund um September 2026 war übrigens die Firmware 1.0.1.49 aktuell.
Beim Equalizer habt ihr sechs Wahlmöglichkeiten (Balance, Mehr Bass, Mehr Höhen, Mehr Gesang, Mehr Details und Angepasst), von denen Angepasst euch mit einem einfache Drei-Band-Equalizer herumspielen lässt. Dabei findet ihr unter „Fortgeschritten“ einen völlig frei formbaren Equalizer, mit dem sich der Sound individuell feinjustieren lässt. Und unter „Erkunden“ dürft ihr dann auch EQ-Profile von Profis und der Community auswählen. Auracast hält bei diesem Gerät nun endlich Einzug, das haben sich Fans schon lange gewünscht, unter dem Namen Broadcast-Audio könnt ihr entweder einen Broadcast starten oder einem beitreten. Einen Modus für niedrige Latenzzeit, doppelte Verbindung (danke, Bluetooth!) und die Trageerkennung nebst Passformtest, Finde meine Kopfhörer und das Umstellen der Bedienung (was passiert beim Drücken und Halten?) gibt es ebenfalls.
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Nothing Headphone (1) Pro: Sound
Für die klangliche Abstimmung hat Nothing mit den renommierten britischen Metropolis Studios zusammengearbeitet. Das Ergebnis kann sich hören lassen: Ein sauberer, ausgewogener Klang mit satten Bässen, klaren Stimmen und guter Natürlichkeit, der auch ohne Equalizer-Anpassungen überzeugt. Wer es genauer einstellen möchte, findet in der Nothing X-App eine fast rekordverdächtige Menge an Klangoptionen wie im obigen Absatz beschrieben. Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) des Nothing Headphone (1) Pro kann Umgebungsgeräusche um bis zu 46 Dezibel reduzieren und lässt sich in der App in mehreren Stufen oder adaptiv einstellen.
Im Test filtert das ANC gleichmäßige Rauschkulissen wie Lüfter oder Zuggeräusche extrem gut heraus, auch Gesprochenes wie etwa von einer Fernsehserie. Besonders lobenswert ist der Transparenzmodus: Er leitet Umgebungsgeräusche klar und ohne künstliches Rauschen an die Ohren weiter. Das funktioniert so gut, dass man sich beim ersten Sprechen fast erschreckt, weil man sich selbst so deutlich hört. Die Transparenz-Aktivierung wird übrigens nicht mit einem Piepton, sondern mit einem ungewöhnlichen Hauchen angekündigt, und die Geräuschunterdrückung schaltet mit einem ordentlichen Basston ein. Einen Pieper hört ihr nur, wenn ihr das ANC auf „Aus“ stellt.
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Mehr Klang? Mehr Klang!
Nothings Headphone (1) Pro hat eine neue Architektur mit drei Treibern, das euch insgesamt mehr Details aus beliebten Songs heraushören lässt und das quer über das volle Frequenzband verteilt. Ein 40 mm-Basstreiber arbeitet die Frequenz zwischen 20 und 10.000 Hz ab, ein dynamischer Präzisionstreiber beschäftigt sich mit dem Bereich zwischen 5.000 und 15.000 Hz, und ein xMEMS-Hochtöner ist für die Höhen zwischen 10.000 und 40.000 Hz zuständig. Das macht Sinn, denn es gibt eine Zertifizierung für Hi-Res Audio für bis zu 24-bit/96 kHz, wenn ihr den 3,5 mm-Klinkenstecker verwendet, oder 24-bit/192 kHz via USB-C. Zehn Mikrofone verbessern die aktive Geräuschunterdrückung und auch das Head-Tracking wurde überarbeitet und verbessert.
Der wohl coolste Trick, den ich im Testzeitraum immer wieder (und ich meine tatsächlich immer wieder) verwendet habe, ist der Flat EQ-Schalter. Er versteckt sich an der Innenseite des linken Hörers, und dieser aktiviert ein neutrales Profil, das so gut wie jede Verarbeitung … neutralisiert. So lassen sich Mixes perfekt miteinander vergleichen, aber auch von aktuellen Chart-Hits die Stimmen hervorheben und die Vielzahl von Verschönerungen sehr stark eindämmen. Hier kommt dann auch das Räumliche Audio zur Sprache, denn wenn ihr den Flat EQ ausschaltet, werden die gewählten Modi wie Transparenz, Raumklang und EQ-Settings wieder aktiv. Und Studio B ist genau dafür ausgelegt, euch offenes Audio zu bieten, ideal für fokussiertes Zuhören.
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Absolut hochwertig
Titan, Aluminium und Glas: Das Nothing Headphone (1) Pro geizt nicht mit seinen Reizen. Durch diese exquisite Auswahl von Materialien werden die Bügel um 45 % leichter als noch beim regulären Headphone (1), Aluminium sorgt so wie bei den aktuellsten iPhone Pro-Modellen für ein glattes Gefühl in der Hand, und das Glas an den Ohrmuscheln ist 9H Panda Glas. Dieses wird dafür verwendet, damit es kratzresistenter, bruchsicherer und auch resistenter gegenüber Fingerabdrücken. Gleichzeitig hat Nothing auch an mehr gedacht, was die Passform betrifft: Der Bügel ist nun größer, die Polsterungen sind weicher, und insgesamt ist alles angenehmer. Vor allem mit Brillen tragen sich diese Kopfhörer nun wesentlich leichter!
Die Ohrpolster mit Memory-Schaum sitzen bequem und bieten einen sicheren Halt, doch der Anpressdruck ist etwas höher als bei der Konkurrenz, das ist wohl der Ausgleich für die äußerst stabile Bauweise. Die eher starre Aufhängung der Ohrmuscheln am Bügel sorgt zwar für Langlebigkeit, kann aber bei längeren Sessions zu leichten Druckstellen führen. Mit 327 Gramm liegt der Nothing Headphone (1) Pro im mittleren Bereich des Gewichtsspektrums, was bei ausgedehnten Hörsessions bei entsprechender Empfindsamkeit spürbar werden kann. Für die meisten von uns dürfte der Komfort dennoch ausreichend sein, besonders wenn man die hochwertige Verarbeitung, die weichen Polsterungen und den sicheren Sitz berücksichtigt.
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Was noch aufgefallen ist
Im Alltag zeigt das Nothing Headphone (1) Pro eine seiner größten Stärken und eine bemerkenswerte Schwäche zugleich. Ohne ANC hält der Akku laut Hersteller bis zu 68 Stunden durch, das ist ein überragender Wert. Mit aktiviertem ANC sinkt die Laufzeit jedoch deutlich auf rund 30 Stunden, was immer noch gut ist, aber die Diskrepanz von mehr als dem Doppelten auffällt. Das Schnellladen funktioniert effizient: Nach nur fünf Minuten am Kabel sind wieder etwa zwei (mit ANC) bis vier Stunden (ohne ANC) Wiedergabe möglich, eine vollständige Ladung dauert rund zwei Stunden. Mit aktiviertem LDAC verspricht Nothing bis zu 53 Stunden ohne ANC und bis zu 28 Stunden mit aktiviertem ANC. Bei Telefonaten gibt es zwischen bis zu 33 und bis zu 40 Stunden.
Übrigens gibt es beim Nothing Headphone (1) Pro auch eine offizielle Staub- und Wasserresistenz von IP52. Dieser Standard ist zwar nicht unbedingt wasserdicht, reicht aber gegen senkrechte Tropfen aus. Somit wären die Kopfhörer eigentlich regendicht, aber ich wollte das im Testzeitraum nicht wirklich auf die Probe stellen. Eine LED zwischen dem Ein/Aus-Schalter und der USB-C-Buchse leuchtet grundsätzlich in Weiß, doch wenn sie rot leuchtet, ist die Ladung unter 30 Prozent. Natürlich kann die LED auch noch mehr, so zeigt sie das Pairing an (blinkt), bestätigt einen Reset auf die Werkseinstellungen oder kann auch anzeigen, wenn das Gerät voll geladen ist (bleibt weiß). Abgesehen davon verbergen sich kaum mehr Überraschungen, wenden wir uns dem Datenblatt zu!
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Nothing Headphone (1) Pro: Die Technik
Im Nothing Headphone (1) Pro tummelt sich natürlich jede Menge an exzellenter Technik. Den Anfang machen die drei Treiber (Bass mit 40 mm, Präzisionstreiber mit 13 x 8 mm, Hochtöner mit 32 x 6 x 1,15 mm) und der Frequenzgang von 20 Hz bis 40.000 Hz. Das adaptive ANC arbeitet in Echtzeit und kann bis zu 46 dB rausfiltern. Zehn Mikrofone arbeiten zusammen, um nicht nur die Geräuschunterdrückung besser denn je zu machen, sondern auch, um eure Stimme bei Telefonaten und Sprachchats besser an euer Publikum zu übertragen. Der Akku fasst laut Herstellerangaben 1.060 mAh und wird in zwei Stunden von Null auf Hundert geladen. Nothing spart nicht an Features: Bluetooth 6.1 mit exzellenter Reichweite ist nur der Anfang.
Multipoint-Unterstützung für zwei Geräte, LDAC-Codec für hochauflösendes Audio, ein 3,5-mm-Klinkenanschluss und sogar USB-C-Audio sind an Bord. Der Kopfhörer lässt sich auch bei leerem Akku per Kabel betreiben, was im Notfall praktisch ist. Die IP52-Zertifizierung bietet zudem einen leichten Schutz vor Wasser und Schweiß, ein Detail, das bei Over-Ear-Kopfhörern dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Für die Nothing X-App benötigt ihr entweder Android 8.0 beziehungsweise iOS 13 oder neuer. Zu guter Letzt noch die Abmessungen des Kopfhörers, sie betragen 190,2 x 174,4 x 78 mm bei einem Eigengewicht von 327 Gramm. Das Trage-Case misst übrigens 228,5 x 123 x 53 mm bei einem Eigengewicht von 383,5 Gramm.
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Stylischer Allrounder mit Charakter
Der Nothing Headphone (1) Pro ist ein technisch ausgereifter Over-Ear-Kopfhörer, der in fast allen Disziplinen überzeugt. Das durchdachte Bedienkonzept mit physischen Tasten, die umfangreichen Klangoptionen in der App, die starke Akkulaufzeit ohne ANC und die solide Geräuschunterdrückung machen ihn zu einer ernstzunehmenden Alternative zu etablierten Modellen wie dem Sony WH-1000XM6 oder dem Bose QuietComfort Ultra. Bonuspunkte wie der Flat EQ und die drei Treiber steigern die Attraktivität auch beim Profi-Klientel, und das zu einem guten Preis von 349,- Euro (UVP).
Kritikpunkte gibt es auch, aber die muss man ehrlich gesagt schon mit der Lupe suchen. Dass die Kopfhörer nicht faltbar sind, mag manche stören, kam mir aber über Wochen hinweg noch nicht einmal in die Quere. Die Diskrepanz der Akkulaufzeit zwischen aktiviertem und deaktiviertem ANC ist fragwürdig, aber auch kein Beinbruch. Hervorzuheben ist jedoch der hohe Tragekomfort, der außergewöhnlich gute Transparenzmodus und die generelle Verarbeitungsqualität. Bevor ihr euch bei wesentlich hochpreisigeren Kopfhörern umschaut, solltet ihr euch das Nothing Headphone (1) Pro näher ansehen!