Nokia Lumia 530 im Test

von Mandi 26.09.2014

Das Nokia Lumia 530 ist etwas, das die Technikfangemeinde spaltet: Entweder ihr liebt es oder ihr liebt es nicht. Bunt, polarisierend und sehr auf die Mission bedacht, ein benutzerfreundliches Budget-Phone zu sein, kam das Lumia 530 zu mir. Die ersten Eindrücke und einen kompletten Bericht findet ihr hier!

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Hallo, Nokia Lumia 530

Als ich das Gerät auspackte, musste ich unweigerlich lächeln. Es war knallig grün, fühlte sich gut in der Hand an, und binnen Sekunden hatte dieses Gerät bei mir schon einen Stein im Brett. Das nenne ich Auspackerlebnis. Doch ich bin ein Typ, der nicht nach dem Aussehen geht, also wollte ich rasch die microSIM-Karte in das Lumia 530 stecken, um es als Alltagshandy zu benutzen.

Noch nie wehrte sich ein Gerät so: Trotz Sticker auf der Rückseite schaffte ich es in den ersten Minuten nicht, das Cover von der Rückseite zu lösen. Ihr müsst nämlich mit eurem Daumen gegen die Kamera drücken, während eure Fingern gnadenlos zwischen Display und Hülle bohren. Beim ersten Mal war ich noch unsicher, ob ich etwas brechen würde, doch nach zwei, drei Testläufen gelang es mir ohne Mühe. Ihr müsst nur etwas mehr Kraft einsetzen, auch wenn euch vielleicht nicht ganz wohl bei der Sache ist.

Nachdem das Cover nun freies Geleit in das Innerste des Lumia 530 gewährt, habt ihr leichtes Spiel. Es gibt Platz für eine microSIM-Karte, eine SD-Karte mit bis zu 128 GB Speicher, und ihr könnt den Akku selbst tauschen. So weit, so gut, und nach dem Einschalten des neuen Geräts war es an der Zeit, die technischen Spezifikationen zu begutachten.

Die liebe Technik

Das Lumia 530 kann schon für 99 Euro erworben werden, und es liegt in der Natur der Sache, dass die Hardware nicht ganz mit der Oberklasse konkurrieren kann. Nichtsdestoweniger liest sich das Datenblatt des Lumia 530 alles andere als übel: Euch erwartet ein mit 1.2 GHz getakteter Vierkernprozessor, eine Fünf-Megapixel-Kamera, ein vier Zoll großes Display (Auflösung 854 x 480, 246 Pixel per Inch), ein Bewegungssensor, Bluetooth 4.0 sowie das gute, alte WLAN im b/g/n-Standard.

Mobilfunktechnisch ist alles Nennenswerte im Lumia 530 enthalten – mit Ausnahme von LTE, der Datenturbo ist hier nicht verfügbar. Der Akku mit 1430 Milliamperestunden wird das Gerät 22 Tage im Stand-by-Modus halten, es gibt einen vier GB kleinen Speicher im Gerät (und die Möglichkeit, eine 128 GB große SD-Karte hinzuzufügen), 512 MB Arbeitsspeicher und Windows Phone 8.1 mit vorinstalliertem Lumia Cyan.

Es ist bemerkenswert, was euch 99 Euro mit dem neuen Lumia-Gerät so alles bringen. Die wichtigste Frage ist jedoch: Werdet ihr den Preis nur beim Bezahlen merken oder auch, wenn ihr es Tag für Tag nutzt?

Nokia Lumia 530: Ausgesprochen günstig, überraschend tüchtig

Im Alltag hält sich das Lumia 530 äußerst wacker. Die Benutzeroberfläche von Windows Phone 8.1 wird flüssig dargestellt, Apps funktionieren einwandfrei, und auch der Wechsel zwischen den Programmen gestaltet sich als äußerst angenehm. Was euch bestimmt auffallen wird, ist das Display mit seiner für heutige Standards eher niedrigen Auflösung, doch in Wahrheit käme man nie auf die Idee, das Lumia 530 als unscharf oder dergleichen zu bezeichnen.

Die Akkulaufzeit ist in etwa so gut wie bei meinem iPhone 4S mit einem neuen Akku. Das Gerät hält ohne Probleme einen ganzen Tag durch, und am Ende des Tages habt ihr immer noch ein paar Prozentpunkte übrig. Auch bei ausgiebiger Nutzung musste ich das Lumia 530 stets nur zur Schlafenszeit aufladen – man merkt also, dass ein Bildschirm mit einer geringeren Auflösung (und daher weniger GPU-Last) durchaus mithilft, den Akku zu schonen.

Alles, was ihr vom Gerät wollt, wird elegant verarbeitet, ob ihr nun auf bildlastigen Websites wie etwa The Verge unterwegs seid oder einmal ein Spielchen wagt. In moderneren Apps wie Asphalt 8 oder Angry Birds Epic werdet ihr manchmal bemerken, dass ein paar Ruckler auftreten, es ist aber keineswegs schlimm oder gar unspielbar. Solang ihr eine Sache nach der anderen macht, verhält sich das Nokia Lumia 530 hervorragend.

Multitasking – oder besser doch nicht?

Als ich mich auf die Windows-Phone-Tastatur umgestellt hatte, kam ich relativ rasch zu dem Punkt, an dem ich schneller tippte, als das Lumia 530 meine Befehle verarbeiten konnte. Dies war grundsätzlich kein Thema, ihr müsst dann nur ein wenig warten, bis die Buchstaben nacheinander auf dem Bildschirm erscheinen und ihr eure Nachricht dann absenden könnt.

Während eines Anrufs, der etwa 50 Minuten dauerte, wurde WhatsApp bemüht, und nun hieß es für das Lumia 530, zwei Dinge zugleich zu machen. Der Performance-Unterschied war beträchtlich, aber ich kann nicht beurteilen, ob dies an der Prozessorwahl oder an den 512 MB Arbeitsspeicher liegt. Schnelle TipperInnen kann dieses Gerät also leicht frustrieren, wenn ihr die Angewohnheit habt, nebenbei zu telefonieren.

Die Gesprächsqualität des Lumia 530 ist einwandfrei und litt auch nicht, während ich das Multitasking testete. Das Tippen selbst ist kein Thema, wenn ihr dem Gerät Zeit lasst, eure Befehle umzusetzen, doch ich tippte einfach fröhlich vor mich hin (wie ich das aus Gewohnheit nun mal mache). Hier steigt die Prozentzahl von verloren gegangenen Zeichen schon leicht an, es ist also ratsam, entweder langsamer zu tippen oder die Nachricht erst nach dem Anruf zu verfassen.

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Interessantes und Auffälliges

Die Kamera des Lumia 530 ist etwas, was ihr auf so gut wie keinem anderen Smartphone findet. Sie hat keinen Autofokus, Makroaufnahmen und sonstige Späße könnt ihr also gleich abhaken. Ihr habt zwei Kamera-Apps, eine von Nokia und eine von Windows Phone. Die Nokia-App benötigt zwar ein paar Sekunden, bis sie geladen ist, aber hat dafür weit mehr Möglichkeiten, eure Bilder zu verschönern. Die Windows-Phone-Kamera öffnet sich augenblicklich, bietet euch aber auch keinerlei Optionen.

Die Größe des Smartphones ist angenehm ausgefallen, es fühlt sich klasse in der Hand an, ohne irgendwie rutschig oder minderwertig zu wirken. Darüber hinaus wird das Lumia 530 auch nicht warm, egal, wie sehr ihr es beansprucht – ein großer Pluspunkt von meiner Seite. Negativ fällt dafür die Entscheidung auf, keinen Umgebungslichtsensor wie etwa beim LG G2 mini zu verbauen, das heißt, euer Gerät weiß nicht, wie hell oder dunkel es in eurer Umgebung ist, und ihr müsst die Helligkeit durch drei Stufen selbst anpassen.

Was dem geübten Auge schnell auffällt, ist die Farbreproduktion aus verschiedenen Blickwinkeln. Wenn ihr komplett gerade auf das Lumia 530 blickt, sind die Farben gut und ausgewogen, doch wenn ihr das Gerät nur leicht neigt, beginnen die Farben bereits, sich zu verfälschen und eine andere Tönung anzunehmen. Für manche mag dies nicht störend sein, andere wiederum halten es absolut nicht aus, dies solltet ihr also bei eurer Entscheidung für oder gegen das Lumia 530 bedenken.

Lumia 530, der neue Budget-Primus

Um es kurz zusammenzufassen: Das Lumia 530 ist ein Gerät, das technisch gesehen Mindeststandards erfüllt. Das Display, das blickwinkelabhängig die Färbung ändert, der vier GB kleine Speicher im Inneren des Lumia 530 oder die durchschnittliche Fünf-Megapixel-Kamera mit Ergebnissen der Marke „okay“ sind alles Dinge, die das Lumia 530 von der Oberklasse unterscheiden. Aber vergesst nicht, dieses Gerät hier bekommt ihr um 99 Euro – und nicht um ein Siebenfaches.

99 Euro bringen euch heutzutage ganz schön viel Smartphone. Die generelle Performance, die Akkulaufzeit, die Verbindung via Mobilfunk, alles funktioniert, wie es sein soll. Das Design ist richtig klasse, die Größe ist für die Einhandbenutzung ausgezeichnet geraten, und Windows Phone 8.1 hebt sich deutlich von iOS und Android ab. Wenn ihr einmal etwas anderes ausprobieren wollt, ist das Lumia 530 bestimmt ein guter Punkt, um die Suche zu beginnen.

Wenn ihr also gerade auf der Suche nach einem günstigen Smartphone seid (vielleicht ist es sogar euer erstes?), versucht es doch einmal mit dem Lumia 530. Die einzige Sache, die ich euch ans Herz lege, ist eine SD-Karte für mehr Speicher. Aber sonst? Nicht jede/r benötigt das schnellste und schillerndste Smartphone, und dieses Gerät hier ist ein perfektes Beispiel, wie ein gutes Gerät für wenig Geld aussehen kann. Das Lumia 530: bemerkenswert günstig, überraschend genial.

Wertung: 8 Pixel

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