Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 (PS4) im Test

von Stefan Hohenwarter 05.02.2016

Es ist soweit! Die Reise des blonden Ninjas geht mit Naruto Shippuden: Ultimate Storm 4 auch in Videospielform zu Ende. Ob das Finale dem Überraschungsninja Nummer 1 einen würdigen Abschied beschert, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

NarutoShippuden_UNS4_Packshot

Prolog

Der Story-Mode nimmt uns mit in die Vergangenheit – genauer gesagt zu einem der vielen Kämpfe zwischen Madara Uchiha und Hashirama Senju. Beide bieten ihre mächtigsten Kräfte auf. Während der erste Hokage das Schlachtfeld mit seinem Holzversteck regelrecht transformiert, beschwört sein Widersacher den neunschwänzigen Fuchsgeist. Mit einem Quick-Time-Event lässt der Holzversteckmeister einen gigantischen Drachen erscheinen, der den Fuchsgeist bewegungsunfähig macht. Und schon geht es in den Nahkampf in dem ihr frei handeln könnt. Ihr schlüpft in die Rolle von Hashirama, blockt was das Zeug hält und versucht genügend Treffer zu landen, um den Lebensbalken von Madara auszulöschen. Das ist aber leichter gesagt, als getan, denn der Uchiha ist mit allen Wassern gewaschen. Mit dem Susano zum Beispiel verfügt er über einen nahezu unzerstörbare Rüstung.

Und schon kommen wir zu einer Neuerung: Auf dem Schlachtfeld tauchen auf einmal zwei Schwerter auf, die ihr Gedrückthalten einer Taste aufnehmen könnt. Wenn ihr euch gut anstellt, könnt ihr sogar die Rüstung oder die Waffe des Feindes beschädigen, womit der Kampf im weiteren Verlauf etwas leichter wird. Wenn der Lebensbalken von Madara fast ganz ausgelöscht ist, startet wie in den Vorgängerteilen ein Mix aus Cinematics mit Quick-Time-Events, in dem ihr mit schnellen Reaktionen möglichst viele Sterne sammeln versucht. Und wenn ihr denkt, dass der Kampf entschieden ist, geht es in die zweite Kampfphase, in der ihr den Holzgolem von Hashirama steuert, um Madaras Fuchsgeist, der nun obendrein von Susano geschützt wird, zu besiegen. Kein leichtes Unterfangen, denn selbst ohne die Rüstung, wäre der Neuschwänzige schon ein mächtige Gegner. Gameplay-technisch erinnert dieser Kampf an jenen von Choza-Choji gegen Gedo Mazo in UNS3. Wenn ihr den Kampf sehr gut absolviert, erwartet euch, wie aus der Storm-Reihe bekannt, ein verstecktes Video (Geheimfaktor). Ich dachte bei Storm 3, dass man das Intro nicht toppen könnte, doch mit Storm 4 ist es gelungen. Was für ein grandioser Start in das letzte Kapitel von Naruto.

Alles beim Alten?

Die Open-World aus den vorangegangenen Teilen ist Geschichtem zumindest im Story-Modus. Die Geschehnisse werden großteils durch eine Abfolge von Videos und klassischen Kämpfen erzählt, wobei vereinzelt auch Area-Kämpfe, wie auch in Storm 3 zu finden sind.  Diese Veränderung finde ich zwar irgendwie schade, da ich mich gern an die Zeit von Storm 1 zurück erinnere, in der ich einfach ein wenig auf den Dächern Konohas herumgesprungen bin. Auf der anderen Seite wird man mit dieser Schlag-auf-Schlag-Erzählweise viel tiefer in die Geschichte hineingezogen. Aber keine Sorge, die Open-World kehrt im Abenteuer-Modus zurück. In diesem Modus, den ihr am Besten nach Beenden des Story-Modus startet, da er einige Spoiler enthält, lässt euch wie in den guten alten Zeiten durch Konoha oder beispielsweise Sunagakure stapfen, mit Leuten plaudern oder Quests erledigen.

Erstmals in der Storm-Reihe werden zwei neue Features eingeführt. Zum einen gibt es ab Storm 4 andauernden Schaden, durch beispielsweise Feuer. Treff ihr einen bzw. eine GegnerIn mit einem Feuer-Jutsu, so lodert das Feuer etwas länger und verursacht permanent eine kleine Menge Schaden. Rennt ihr beispielsweise in Wasser, wird der Effekt natürlich neutralisiert. Ebenfalls neu ist der Umgebungsschaden: Wendet ihr beispielsweise auf einer Wasseroberfläche ein Blitz-Jutsu an, so wird der bzw. die GegnerIn kurzfristig gelähmt. Ein anderes Beispiel dafür ist der Einsatz eines Wasserdrachen-Jutsus, dass auf Wasser nun wesentlich stärker ausfällt, als wenn es in einem Wüstenareal verwendet wird.

Gaming beyond the Anime

An dieser Stelle möchte ich ein weiteres neues Feature erwähnen, das mir vom CyberConnect2-Studioboss schon auf der gamescom 2015 gezeigt wurde. Dieses Feature nennt sich „Gaming beyond the anime“. Darunter versteht Matsuyama-san, dass das Spiel noch mehr wie der Naruto-Anime wirken und so noch mehr Atmosphäre ins Spiel bringen soll. Realisiert werden, soll dies vor allem mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken, die zur Situation im Ring passt (Kampfeslust, Angst vor der Niederlage oder ähnliches) und mit vielen Bleistiftstrichen sehr stark an Mangazeichnungen erinnern.

NarutoShippuden_UNS4_Gaming_Beyond_Anime

Zudem kommen Blur-Effekte zur Anwendung, wenn sich Charaktere sehr schnell bewegen, um so das Kampfgeschehen auch visuell auf eine neue Stufe zu heben. Und dank der zusätzlichen Rechenpower der PS4 und Xbox One gibt es auch viel mehr Partikeleffekte zu sehen. Die Abnutzungserscheinungen der Kleidung, wenn ein Charakter Schaden einsteckt, rundet das Ganze perfekt ab.

NarutoShippuden_UNS4_Screenshot

Neue KämpferInnen braucht das Land

Beim letzten Ableger der Storm-Reihe dürfen natürlich auch neue Charaktere nicht fehlen. Neben zahlreichen verschiedenen Abwandlungen von Naruto und Sasuke dürft ihr euch neben Boruto und Sarada aus dem bislang letzten Naruto-Movie vor allem auf Kaguya Ôtsutsuki, der Mutter alles Bösen, freuen. Wie aus dem Manga bekannt, kann sie sich samt Widersacherin in andere Dimensionen mit unterschiedlichen Beschaffenheiten (z. B. Eiswüste, Lavameer) teleportieren.

Kaguya_Card_s

Zusammenfassung

Ich bin restlos zufrieden, da auch in Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 die Zeit nicht stehen bleibt, und CyberConnect2 stets versucht, die Spielreihe sukzessive zu erweitern. Am Grundprinzip hat sich zwar nicht viel geändert, doch versuchen die EntwicklerInnen rund um Studioboss Matsuyama-san Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 4, das Finale der Reihe, visuell das Spiel auf eine neue Stufe zu hieven. Mit Erfolg! Die kleinen aber feinen Änderungen am Gameplay (z. B. Dauer- & Umgebungsschaden oder positive bzw. negative auswirkende Umgebungseinflüsse) sowie die optische Weiterentwicklung machen Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 4 nicht nur zum besten Teil der Reihe, sondern vor allem zu einem würdigen Abschluss der Reise des blonden Ninjas.

9.5

Wertung: 9.5 Pixel

für Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 (PS4) im Test
2 Comments
neuste
älteste
Inline Feedbacks
View all comments

[…] Namco hat heute die erste Saison der „Storm Championship” angekündigt, ein eSports-Programm um Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 in der wettkampffokussierten Beat’em-Up-Szene zu […]

[…] ihr noch mehr über das Spiel erfahren wollt, solltet ihr einen Blick in unser Review […]