MTG – Ixalan (Kartenspiel) im Test

von Ben Vollmann 01.10.2017

„Arrrrr!“

Jetzt heißt es die Segel setzen und den Grog einkühlen, den mit Ixalan begibt sich Magic: The Gathering zum ersten Mal in eine Welt voller Piraten. Weil ein billiger Pirates-Abklatsch aber so gar  nicht der Art und Weise entspricht, wie das Ausnahme Trading Card Game mit Inspirationen umgeht, ist Ixalan mehr als bloß eine Welt voller hakenhändiger Papageienfans. Im neuesten Set erwarten SpielerInnen vier Fraktionen, die sich in einer Dschungelwelt auf der Suche nach der verlorenen goldenen Stadt Orazca in die Quere kommen. Warum auch Jace mit von der Partie ist und wie sich das Ganze spielt, lest ihr in meinen Test.

Vier Stämme, ein Ziel

Genau wie die lose organisierten PiratenkapitänInnen, haben es auch eine Zivilisation von DinosaurierreiterInnen und die vampirische Legion des Zwielichts auf die verlorene Stadt abgesehen. Die Meervolk-WächterInnen der Flussherolde hingegen, versuchen zu vereiteln, dass einer der anderen Stämme sich das ultimative Bling-Bling Orazca unter die gierigen Nägel reißt.

Weil Magic ohne Planeswalker nicht Magic wäre, mischen auch Sunnyboy Jace und die schlangenhaarige Vraska im Kampf um die verlorene Stadt mit: Jace, weil er nach der letzten Konfrontation mit Evil Genius Nicol Bolas Teile seines Gedächtnisses und die Fähigkeit zwischen Planeten zu wandern verloren hat und Vraska, weil sie Jace dabei helfen soll beides wiederzuerlangen.

Explore and Destroy

Spielerisch bringt das fantastische Setting zwei brandneue Fähigkeiten und die Rückkehr der doppelseitigen Karten mit sich. Die erste Fähigkeit „Erzürnen“ betrifft die Dinosaurier des Imperiums der Sonne und hört sich so brachial an, wie sie sich spielt. Jedesmal wenn einer eurer Dinos Schaden erleidet, löst das einen Effekt aus, der ungemütlich bis desaströs für eure GegnerIn ist. Die zweite Fähigkeit „Erkunden“ ist etwas weniger aggressiv, bietet aber viel Raum für Finesse bei der Deckkonstruktion und im Spiel. Karten mit der Fähigkeit helfen euch nicht nur Länder zu finden, sie geben euch auch Kontrolle über die oberste Karte eurer Bibliothek und stärken eure Kreaturen mit +1/+1-Marken. Richtig gelungen ist auch die Rückkehr der beliebten doppelseitigen Karten. Wenn ihr bestimmte Bedingungen erfüllt, könnt ihr so zum Beispiel Artefakte in Länder verwandeln, deren Fähigkeiten an Old School-Kracher wie Gaea‘s Cradle erinnern, was vor allem für alte Magic-Hasen wie mich ein fettes Plus für Ixalan darstellt.

Fazit

Um das Limited-Format wirklich zu beurteilen, habe ich bisher leider noch zu wenige Ixalan-Booster gecrackt, der erste Eindruck lässt aber kaum Zweifel daran aufkommen, dass wir es hier mit einem gewohnt komplexen und spannenden Draft-Format zu tun haben. Nach Pro Tour Ixalan, die von 3. – 5. November stattfindet, wissen wir bestimmt mehr.

Was ich vor allem für Einsteiger wirklich klasse finde, sind die Planeswalker Decks. Neben dem üblichen Mix aus Boostern, Fatpacks und Prerealese-Packs, gibt es seit einigen Sets nämlich jeweils zwei vorkonstruierte Decks , die eine der beiden zentralen Gallionsfiguren des aktuellen Sets enthalten. Damit kommt ihr nicht nur einfach an die begehrten und mächtigen Karten, sondern seid auch gleich in der Lage die zentralen Storykonflikte am heimischen Wohnzimmertisch auszutragen. Wenn ihr einen Einstieg in die Welt von Magic: The Gathering sucht, sind Planeswalker Decks genau das Richtige. Neben einem out-of-the-box spielbaren Deck bekommt ihr noch zwei Boosterpacks obendrauf und könnt so erste Erfahrungen mit Deckausbau und -umbau sammeln. Hier hat Wizards of the Coast einen guten Riecher dafür, was neue Spieler brauchen um langsam mit dem – zugegeben sehr komplexen – Spiel vertraut gemacht zu werden. Daumen hoch!

Wertung: 8.5 Pixel

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