Mark der Held – Unsere Kinokritik zu Mile 22

von Michael Neidhart 29.08.2018

Mile 22 ist nach Lone Survivor, Deepwater Horizon und Boston die vierte Kooperation von Regisseur Peter Berg und Mark Wahlberg. Der Titel bezieht sich auf 22 Meilen, die über das Schicksal einer Person entscheiden. 22 Meilen, die hinter sich zu bringen einen nuklearen Angriff verhindern kann. 22 Meilen, auf denen sich Mark Wahlberg durch eine südostasiatische Stadt kämpft.

Mark Wahlberg ist der Held

Ich bin ein großer Mark Wahlberg Fan. Seine Karriere vom Model zum Rapper zum Schauspieler liest sich großartig und viele seiner Filme sind richtig gut. Zwischendurch greift er aber auch gerne ins Klo. Anders kann ich einige Filme der letzten Jahre mit ihm in der Hauptrolle nicht erklären. Dazu zähle ich alle, die er mit Peter Berg gemacht hat. Angefangen bei Lone Survivor, dieser Glorifizierung us-amerikanischer Soldaten, bei der gefühlt zwei Stunden lang auf ein paar wenige Spezialkräfte geschossen wird und Mark als einziger überlebt, bis hin zum aktuellen Mile 22, bei dem ebenfalls hauptsächlich auf Wahlberg und seine Partner geschossen wird. Filme so intensiv auf eine Person zu reduzieren birgt eben die Gefahr, dass der Plot nicht nur verwirrend wird, sondern gleich ganz unter geht.

Dabei fängt der Film sehr stark an. Der von Wahlberg verkörpere Special-Forces-Agent James Silva räumt mit seinem Team ein russisches Safe-House in den USA auf. Die ganze Operation läuft so technisch ab, dass man als Zuseher fast den Eindruck bekommt, es handelt sich um ein Computerspiel. Silva gehört zu Overwatch, einer supergeheimen Eingreiftruppe – Satellitenüberwachung, Drohnen und Hacker inklusive. Es gibt nichts, was dieses Team nicht zustande bringt. Das macht einen wichtigen Teil des Plot umso unverständlicher. Am Ende ist das Safe-House zerstört und lediglich ein Mitglied des Trupps musste dabei sein Leben lassen.

Schwache zweite Hälfte auf der Mile 22

16 Monate später, ein neuer Einsatz. Silva ist inzwischen in Indonesien stationiert und immer noch auf der Suche nach Caesium, einen Element, mit dem eine nukleare Katastrophe ausgelöst werden kann. Um an die Koordinaten zu kommen, an denen das Material gelagert wird, muss das Team den Spion Li Noor außer Landes bringen. Nur wenn die USA ihm Asyl gewähren, wird er das Passwort für die Festplatte mit den Koordinaten rausrücken. Dass das nicht ganz einfach werden wird, ist klar. Dabei muss Silvas Team nur 22 Meilen bis zum Treffpunkt hinter sich bringen. Mit Overwatch im Rücken, die im passenden Moment auch rote Ampeln auf grün schalten können, sollte das doch kein Problem werden.

Auf halber Strecke kein Benzin mehr

Mile 22 verschießt in der ersten halben Stunde sein gesamtes Pulver. Während hier noch alle Rädchen logisch ineinandergreifen, hakt der Plot gegen Ende hin doch merklich. Mit jeder Kugel, die auf Mark Wahlberg abgefeuert wird, steigt der Frust über die offensichtlichen Schwächen des Plots. Waren am Beginn noch alle ziemlich treffsicher, stehen manche der Gegner nun einfach so da und lassen Silva und sein Team erstmal in Ruhe in Deckung gehen. Filme sind in solchen Momenten nie realistisch, aber das sieht aus als hätten die SchauspielerInnen grade keine Lust gehabt, etwas zu machen. Ich hatte mir von Mile 22 wirklich mehr erwartet, am Ende bleibt der selbe fade Nachgeschmack wie bei Lone Survivor. Mile 22 reiht sich in jene Liste von Filmen ein, in deren Zentrum der “Starke Mann” steht, der alles besser weiß und vermeintlich alle rettet.

Wertung: 5.5 Pixel

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