Mario Kart Live: Home Circuit Test (Switch): Mario Kart zu Hause

von Mandi 16.10.2020

Mit Mario Kart Live: Home Circuit bekommt ihr ein fast fotorealistisches Mario Kart-Spiel. Wie das funktioniert, lest ihr hier in meinem Mario Kart Live Home Circuit Test – und zur offiziellen Website des Spiels geht es da lang.

Was ist Mario Kart Live: Home Circuit?

Nintendo und Velan Studios bringen mit Mario Kart Live: Home Circuit das Racing-Gefühl der Serie in die echte Welt. Ihr steuert nämlich mit eurer Nintendo Switch oder Nintendo Switch Lite-Konsole ein reales Kart (Mario oder Luigi) über von euch selbst erdachte und gebaute Kurse. Eine im Kart eingebaute Kamera überträgt dann das Renngeschehen live aus dem Cockpit auf euren Bilddschirm, und so könnt ihr eure vertrauten eigenen vier Wände plötzlich aus einer ganz neuen Perspektive erleben! Das Kart hat übrigens eine ordentliche Größe und kommt mit Gummireifen, es wirkt insgesamt sehr hochwertig.

Das Rennspiel nutzt also Augmented Reality (AR), um eine Brücke zwischen der virtuellen Welt im Spiel und der echten Welt, in der wir uns befinden, zu schlagen. Wird das Kart etwa von einem roten Panzer getroffen, steht auch das echte Kart kurzzeitig, setzt ihr aber einen Turbo-Pilz ein, bekommt auch das echte Spielzeug einen Boost! Eurer Kreativität sind in Mario Kart Live: Home Circuit keine Grenzen gesetzt. Wer sich etwa immer über einen Wäschehaufen am Boden aufregt, kann diesen im Spiel zu einem Hindernis machen – auch einzelne Pantoffel eignen sich hervorragend!

Mario Kart Live Home Circuit Test

Keine Sorge: Die Ständer der Tore lassen sich auch fertig falten.

Ein ganz anderes Mario Kart

Nach dem Kauf gilt es noch ein wenig zu tun, bevor ihr spielen könnt. Frei nach dem Nintendo Labo-Prinzip gilt es auch hier zunächst einmal: Auspacken und basteln. Denn in Mario Kart Live: Home Circuit erwartet euch eine Menge Karton, mit dem ihr eure eigenen Strecken bei euch zu Hause basteln dürft! Vier Aufsteller fungieren als Tore, die schön von 1 bis 4 durchnummeriert sind, sie sind in dem Paket mit dabei. Weiters bekommt ihr mit dem Kauf des Spiels auch zwei Richtungsweiser, die im Spiel dann plötzlich aufleuchten und euch so den Weg weisen. Dafür ist AR eine Superanwendung, das merkt man früh selbst beim Spielen!

Was allerdings beim Spielspaß nicht fehlen darf, ist natürlich ein echtes Mario Kart. Uns hat im Paket ein Luigi-Kart beglückt, das ihr mittels USB-C-Kabel betanken müsst. Im Nintendo eShop findet ihr mit dem Schlagwort „MKLIVE“ die zugehörige App, und in wenigen Minuten seid ihr startbereit. Nach dem unkomplizierten Koppeln des Karts und dem Basteln und Aufstellen des Zubehörs (wichtig: Tor 1 bis 4 müssen aufeinander folgen!) dürft ihr eure Strecke mit dem tatsächlichen Kart über eure Nintendo Switch abfahren, dank Kamera funktioniert dies prächtig. Wie das in Action in einem ganz normalen Raum aussieht (mit nicht fertig gebastelten Toren), seht ihr hier!

Im Spiel selbst

Wie ihr im Video seht, tut sich eine ganze Menge am Screen. Während der Fart seht ihr links oben immer den Verbindungszustand und daneben eure Tankfüllung, sie steht für den Akkufüllstand des echten Karts. Mario Kart Live: Home Circuit macht die Sache mit der Augmented Reality wirklich gut, so wird aus banalen Karton-Toren im Handumdrehen ein echtes Erlebnis! Links unten werden euch natürlich wie üblich die Anzahl eurer gesammelten Münzen, die Anzahl der bislang gefahrenen Runden, aber auch eure aktuelle Platzierung im Rennen angezeigt.

Habt ihr ein Item eingesammelt – auch diese gibt es in Mario Kart Live: Home Circuit -, wird es euch links oben angezeigt. Kleine Unebenheiten wie etwa Übergangsleisten zwischen Bodenbelägen oder ein Teppich sorgen für eine kleine Erschütterung, die aus der First-Person-Perspektive noch dramatischer ausfällt! Ein durchsichtiger Indikator zeigt euch an, wo sich der Streckenverlauf abspielt. Würdet ihr das Renngeschehen also auf zwei Räume aufteilen, wird dieser natürlich immens wichtig.

Was sonst noch so auffällt

Die Reichweite zwischen eurer Switch und dem Kart ist natürlich abhängig davon, wie viel Wand dazwischen ist. Bei einer Passage wie im Video oben, wenn man aus dem Raum hinausfährt und abbiegt, bricht die Verbindung schnell mal auf 50 % runter. Am besten ist es wohl, sich selbst relativ zentral an den Kurs zu setzen, aber mit ein wenig Entfernung (etwa acht bis zehn Meter) läuft das Geschehen auch noch gut ab. Nintendo selbst empfiehlt mindestens 3 x 3,5 Meter vom Spielbereich her, ihr könnt den Kurs aber beispielsweise in die Länge ziehen – gar kein Problem!

Wichtig ist nur, dass ihr den selbst gesteckten Kurs zuvor einmal mit dem Kart abfährt, sonst könnt ihr nicht loslegen. Es liegt zwar auf der Hand, aber: In Mario Kart Live: Home Circuit seid ihr mit einem echten Kart unterwegs. Das bedeutet natürlich, dass schwere Unfälle nicht einfach durch Lakitu auf seiner Wolke und dessen Angel behoben werden können. Dafür gibt es einen Rückwärtsgang, den ihr mittels B-Taste auslösen könnt. Hier wird auch schnell klar: Ihr seht dann nicht, wo ihr hinfahrt, denn die eingebaute Kamera zeigt stets nach vorne!

Die fixe Kameraansicht im Spiel – der rechte Analogstick bewirkt nichts!

Die Spielmodi und mehr

Grundsätzlich erwarten euch in Mario Kart Live: Home Circuit drei Spielmodi. Im Spielmodus Grand Prix fügt das Spiel der Strecke Gefahren, Items und Szenerien hinzu, damit typische Mario Kart-Stimmung aufkommt. Hier fahrt ihr gegen fiese Koopalinge, die natürlich nur am Bildschirm eurer Nintendo Switch existieren. Items sorgen dann für das nötige Chaos, und plötzlich vergesst ihr beim Spielen, dass ihr eigentlich in eurem eigenen Wohnzimmer unterwegs seid! Acht einzigartige Cups mit jeweils drei Rennen sind zu fahren, und beim Spielen schaltet ihr neue Tore, Musik, Kart-Skins, Kostüme und Szenarien frei.

Weiters könnt ihr Zeitrennen veranstalten, um zu sehen, wer von euch die gesteckte Strecke am schnellsten bewältigen kann. Der Modus „Eigene Regeln“ lässt euch selbständig anpassen, was euch beim Spielen von Mario Kart Live: Home Circuit erwarten wird. Weiters dürft ihr die Schlausteuerung nutzen, um die Spur zu halten – ExpertInnen dürfen gnadenlos mit 200cc durch das Zimmer rasen, ohne jedes Hilfsmittel! Vor jedem Rennen dürft ihr auch eure Skins wechseln, wer also lieber als Bauarbeiter-Mario aus Super Mario Maker unterwegs sein möchte, kann dies tun!

Die rote Lampe zeigt, ob das Kart an ist, und die blaue Lampe zeigt den Koppelvorgang an.

Mehrspielermodus? Ja und nein

Bei jedem Mario Kart-Titel ist es natürlich unumgänglich, auch über den Mehrspieler-Aspekt zu sprechen. Schon seit Nintendo 64-Zeiten ist die Serie bekannt und berüchtigt dafür, Freundschaften sowohl zu hegen als auch nachhaltig zu schädigen. Macht Mario Kart Live: Home Circuit hier eine Ausnahme? Wie die Überschrift verrät: Ja und nein. Ihr könnt diesen Titel zwar schon im klassischen Sinne miteinander spielen, aber dem sind ein paar Barrieren vorgeschoben. So müssen alle SpielerInnen nicht nur ihr eigenes Nintendo-Switch-System, sondern auch ein eigenes Kart besitzen.

Nicht nur das, auch der Platz wird ein Thema. Im Playtest macht es Spaß, etwa kleine Kinderstühle oder enge Passagen wie unter Kommoden als Tunnels zu nutzen. Aber wenn ihr euch vorstellt, dass hier zwei, drei oder gar vier Karts um das Durchpassen kämpfen, das artet in Unfällen aus. Auch, wenn das bei Mario Kart Live: Home Circuit mitgelieferte Kart sehr robust anmutet, so richtig drauf ankommen lassen wollen würde ich es nicht. Somit bleibt euch nur, die Nintendo Switch euren FreundInnen weiterzureichen und zu schauen, wer im Zeitrennen die beste Zeit hinlegen kann oder im Grand Prix weiterspielen möchte.

So ladet ihr das Kart auf: Panel nach oben, USB-C-Kabel rein, fertig!

Home Circuit Test-Fazit: Perfekte Idee für AR-Begeisterte

Gleich vorweg: ich hätte nicht erwartet, mit Mario Kart Live: Home Circuit so viel Spaß haben zu können. Ja, es ist vielleicht nicht dazu gedacht, stundenlang am Stück gespielt zu werden, aber für immer wieder mal eine Runde zwischendurch ist das Game bestens geeignet! Dadurch, dass ihr mit den Grand Prix-Rennen durch das Münzensammeln auch immer wieder neue Elemente im Spiel freischaltet, ist auch ein wenig Langzeitmotivation gegeben. Es ist halt das Um und Auf, dass ihr euch beim Stecken des Kurses selbst Gedanken macht und euch gerne mal ein wenig fordert!

Eigentlich ist es eine Meisterleistung von Velan Studios und Nintendo, hier dieses Game abzuliefern. Einerseits fühlt sich das Renngefühl fast genau so an, als würdet ihr Mario Kart 8 Deluxe spielen, und andererseits seid ihr doch „nur“ in euren eigenen vier Wänden unterwegs. Abzüge gibt es allerdings wegen dem Preis, denn über 100 Euro ist schon eine Stange Geld – und der „echte“ Mehrspielermodus würde diesen multiplizieren. Doch davon abgesehen macht das Spielen von Mario Kart Live: Home Circuit Riesenspaß, und wenn es euch irgendwie reizt, empfehle ich gerne, es euch einfach zu holen!

Wertung: 8.5 Pixel

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