Mario Kart 8 Deluxe (Switch) Review

von postbrawler 30.04.2017

Eine Portierung von Mario Kart 8 für die Nintendo Switch, das seinerzeit auf der Wii U für launige Renn-Abende sorgte, klingt erstmal nach billiger Gewinnmaximierung. Nicht wenige werden sich den rasanten Fun-Racer für Nintendos neue Handheld-Hybridkonsole wahrscheinlich noch ein zweites Mal besorgen. Ob sich das „Deluxe“ im Namen bezahlt macht, oder ob Wii U BesitzerInnen diesem Paket eine Abfuhr erteilen sollten, das lest ihr in meiner Review zu Mario Kart 8 Deluxe.

Mario Kart 8 Deluxe

Dem Gesetz der Serie folgend, handelt es sich auch bei Mario Kart 8 Deluxe um einen Fun-Racer für bis zu vier lokale SpielerInnen. In Gestalt verschiedener Nintendo-Charaktere wie Mario, Link oder Donkey Kong schwingt man sich hinters Lenkrad eines Karts, und versucht durch Geschick und Raffinesse vor 12 MitstreiterInnen als erste/r durchs Ziel zu fahren. Dabei helfen über die Rennpiste verteilte Power-Ups wie Geschwindigkeits-Pilze, Schildkrötenpanzer-Geschosse oder Feuerbälle. Soweit, so bekannt. Doch was genau macht Deluxe nun zu einer echten Konkurrenz für die 3 Jahre alte Vorlage?

Grafik

1080p60 – ein echter Zugewinn!

Da wäre zum einen die oft diskutierte Leistungssteigerung, welche die Nintendo Switch trotz ihrer kompakten Form mit sich bringt. Im Docked-Mode, also in Verbindung mit einem Fernseher, bringt es Mario Kart 8 Deluxe auf konstante 60 Frames pro Sekunde bei gestochen scharfen 1080p Auflösung. Verglichen mit den 720p bei 59 FPS auf der Wii U, ein echter Zugewinn! Ohne feste Stromzufuhr, also im Tabletop oder Handheld-Mode, reicht es ebenfalls noch für 60 FPS, die Auflösung wird aber auf die nativen 720p des Tablet-Bildschirms heruntergesetzt. Im Multiplayer-Splitscreen Modus, ab 3 SpielerInnen, sinkt die Framerate pro Fenster auf 30 FPS ab. Die bleiben dafür auch in Bereichen hohen Verkehrsaufkommens konstant.

Natürlich fällt in Full-HD noch stärker auf, dass die Konsole mit ihren stationären Konkurrenzprodukten technisch nicht mithalten kann. Manche Texturen sind verwaschen, auf Kantenglättung muss man verzichten, und die Gesichtsanimationen der FahrerInnen wirken bisweilen etwas hölzern. Doch schon auf der Wii U wusste Mario Kart 8 durch seinen knallig bunten Look und seine zweckmäßige Optik zu überzeugen. Das flotte Gameplay ist ein Genuss fürs Auge, und überhaupt hat man noch nie ein derart stylisches Game einfach mitnehmen, und unterwegs zocken können.

Neuerungen der Deluxe Version

Mario Kart 8 Deluxe

Inhaltlich gibt es ebenfalls Neuerungen zu verzeichnen. Neben allen DLC-Charakteren des Originals gibt es auch fünf gänzlich neue Gesichter im FahrerInnenlager: Aus Splatoon geben sich die bunten Inklings ein Stelldichein. SchurkInnen-seitig verstärken Bowser Jr, Knochentrocken und König Boo das Feld. Als einzige freischaltbare Figur gibt es Gold-Mario für den Sieg aller Grand Prix im 200 cc Modus. Die 48 verfügbaren Rennstrecken von Mario Kart 8 (inkl. DLCs) bleiben aber unverändert.

Nützliche Funktionen für Führerschein-Neulinge

Auch Gameplay-technisch hat sich ein bisschen was getan. Statt einem Item kann man jetzt gleich zwei bei sich tragen. So sieht man bereits vorab, was man als nächstes im Petto hat, und kann mit nützlichen Gegenständen besser haushalten. Außerdem gibt es Doppel-Fragezeichenblöcke, über die sich beide verfügbaren Item-Slots gleichzeitig befüllen lassen. Neu im Arsenal ist der Geist, mit dem sich Items anderer FahrerInnen stibitzen lassen.

Für Führerschein-Neulinge hat Nintendo sich zwei nützliche Funktionen einfallen lassen. Über einen zuschaltbaren Autopiloten kann man sich Lenk-Unterstützung holen, und ein anderer Spurhalte-Assistent verhindert gerade auf schwierigen Strecken (Rainbow Road) den Absturz von der Streckenkante.

Und dann wäre da zu guter Letzt noch der Schlacht-Modus, auf den viele sehnlichst gewartet haben. Darauf möchte ich später im Bereich Multiplayer näher eingehen.

 Gameplay

Im Docked-Modus und mit einem Pro-Controller bewaffnet, spielt sich Mario Kart 8 Deluxe nicht viel anders, als die Wii U-Version. Auf einen Second-Screen mit Hupe muss (und kann) man auf der Switch aber verzichten. Alternativ lassen sich die beiden JoyCon der Konsole auch im Grip zusammenstecken. Das spielt sich ähnlich komfortabel, hat aber in meinem Test hie und da zu Lenk-Ungenauigkeiten geführt. Dafür kommt die HD-Rumble-Funktion der JoyCon eindrucksvoll zum Einsatz. Das sehr detaillierte haptische Feedback lässt mich jede Bodenunebenheit, und jeden Power-Drift präzise fühlen.

Alternativ kann man die beiden JoyCon auch einzeln nutzen. Jede SpielerIn hält einen der beiden Eingabegeräte horizontal, und kann entweder über die Analog-Sticks, oder durch Kipp-Bewegungen steuern. Zwar ist der Bildschirm des Switch-Tablets für zwei BetrachterInnen etwas klein, von den JoyCon ganz zu schweigen. Dennoch macht es einen heidenspaß sich auf diese Weise an allen nur erdenklichen Orten miteinander zu battlen.

Multiplayer

Wie bereits erwähnt sorgen die kleinen JoyCon einzeln gehalten bereits nach wenigen Runden für Wundstarrkrämpfe. Es empfiehlt sich folglich auch im MehrspielerInnen-Modus eine TV-Bildschirm, und echte Controller zu verwenden. Dennoch hat man mit einer einzigen Switch eigentlich alles dabei, um schnell mal jemanden auf ein Rennen herauszufordern.

Und für den Multiplayer-Modus hat Nintendo diesmal auch den Schlacht-Modus zurückgebracht. In 8 speziell ausgelegten Arenen treten FahrerInnen mit Luftballons an. Es gilt, die Luftballons der KontrahentInnen mit allerlei Items und geschickten Fahrmanövern zum Platzen zu bringen. Die FahrerIn mit den meisten verbleibenden Ballonen gewinnt. Diverse Abwandlungen des Schlachten-Modus, wie die Einschränkung auf Bomben als einzige Items, oder ein Räuber und Gendarm-Spiel mit Piranha-Pflanzen, runden das Paket ab.

Und als ob das noch nicht genug wäre, können Switch-BesitzerInnen noch bis Herbst gratis auf den Online-Servern von Nintendo nach würdigen HerausforderInnen suchen, oder sich mit anderen Switch- und Mario Kart-BesitzerInnen zu lokalen Netzwerk-Partys zusammenschließen. Den Schadenfreuden sind also kaum Grenzen gesetzt.

Fazit

Sowas gab’s noch nie auf einer Handheld-Konsole

Klar, Mario Kart 8 Deluxe ist eine Neuauflage eines bekannten Spiels. Eines der besten für die Wii U, und der gesamten Serie, muss man dazusagen. Der Inhaltskatalog ist mit 48 Strecken, und 42 FahrerInnen prall gefüllt. Die Grafik und das Gameplay zählen zum Besten, was man auf tragbaren Konsolen je zu Gesicht bekommen hat. Es gibt keine Bugs, Glitches, oder Gigabyte-große Day-One Patches zu beklagen. Ja, sogar die Ladezeiten haben sich durch das Cartridge-Format der Switch merklich verbessert. Kurzum, Neulinge kommen voll auf Ihre Kosten, während Wii U-BesitzerInnen nun vielleicht noch einen Grund mehr haben, sich eine Switch zuzulegen. Wer Mario Kart liebt, muss hier einfach zuschlagen!

9.5

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