Leo’s Fortune (iOS) im Test

von Mandi 13.06.2014

Stellt euch vor, ihr wärt ein fluffiger kleiner Fellball. Ihr seid rund, flexibel, aufblasbar und mächtig vor den Kopf gestoßen, da jemand all euer Gold gestohlen hat. Rache gefällig? Los geht’s mit Leo’s Fortune, einem Side-Scroller mit einem oder zwei Assen im Ärmel. Lest hier unseren Test zum Jump ’n’ Run!

Viel erkämpft, viel verloren

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Das ist also Leo. Er ist, wie versprochen, ein fluffiger Fellball, der sein Gold ähnlich heiß und innig liebt wie euer alter Bekannter Dagobert Duck. (Kurzer Hinweis: also leidenschaftlich.) Ihr seht schon an den angezeigten Knöpfen, dass ihr die Möglichkeit habt, Leo nach links und rechts zu steuern, ihn springen und landen zu lassen. Leo kann sich zudem wie ein Kugelfisch aufblasen, was zwei Dinge zur Folge hat: Einerseits stößt er sich so mächtig vom Boden ab, andererseits (wenn ihr den Button festhaltet) schwebt Leo nur langsam zu Boden. Das war’s.

Leo’s Fortune ist ein solider Plattformer, und das Erste, was auffällt, ist die wahnsinnig detailverliebte Optik. Sie zieht euch so in den Bann, dass ihr erst gegen Ende des Spiels bemerkt (nach etwa drei Stunden), dass manche Leveldesigns stark von New Super Mario Bros. und dergleichen abgekupfert wurden. Die Animationen sind liebevoll gestaltet, Leo schwebt grazil und seine Haare physikalisch richtig herum. Das macht einfach Laune und gibt natürlich Bonuspunkte.

Die liebe Physik

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Ich persönlich sehe das Hauptproblem in Leo’s Fortune – sofern es eines gibt – in Leo selbst. Er ist in sich gekehrt, er ist alt, er ist vollkommen paranoid, wenn es um sein Gold geht (was natürlich die Story bedingt, ganz klar), und seine Kommentare wirken oft wie unnötige Beigabe. Die Geschichte verlässt sich allerdings auf den stark überzeichneten Leo, und im letzten Level (wie könnte es auch anders sein) löst sich der Plot in Wohlgefallen auf. Sämtliche offenen Enden werden im letzten Kapitel bearbeitet, und wenn ihr so weit kommt, ist auch die Schwierigkeit nicht von schlechten Eltern.

Leo’s Fortune: Herausforderung bis zum Schluss

Das Gleiten zwischen Minen und Stacheln (ihr wisst schon, warum der fluffige Leo die nicht mag) verlangt euch alles ab und stellt auch erfahrene GamerInnen oft vor Herausforderungen. Seid ihr AnfängerIn, wird euch Leo’s Fortune nach der achten Stufe gewaltige Steine in den Weg legen. Der Soundtrack ist jedoch grandios und sorgt dafür, dass er euch nicht nervt, wenn ihr dieselbe Stage wieder und wieder spielen müsst.

Während ihr euch 20 Stufen durch die Geschichte arbeitet, gibt es eine weitere Aufgabe für euch: die klassischen Geheimlevel. Wenn ihr die Stufen spielt, könnt ihr bis zu drei Sterne ergattern: einen für das Unterbieten eines Zeitlimits, einen für das Abschließen der Stage ohne zu sterben sowie dafür, alle Münzen in einer Stage zu sammeln. Wenn ihr eine gewisse Anzahl an Sternen in einem Kapitel sammelt, könnt ihr diese Geheimlevel erschließen und diese nach Lust und Laune spielen. Diese sorgen auch für ein wenig Abwechslung und Herausforderung abseits der Story.

Leo’s Fortune hat nicht umsonst den Apple Design Award 2014 eingestreift, denn das Spiel sieht auf dem iPad richtig klasse aus. Zwar sind die Spielmechanismen ziemlich hart für EinsteigerInnen, und Leo selbst ist bestimmt nicht für alle liebenswert, doch das großartige Aussehen macht vieles wett – ich hatte meinen Spaß mit dem Spiel. Fröhliches Münzensammeln!

Wertung: 9 Pixel

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