Kung Fu Panda – Showdown der Legenden (PS4) im Test

von Max Hohenwarter 29.05.2016

Kung Fu Panda Showdown der Legenden ist eines dieser Games, die man als Core-GamerIn vermutlich links liegen lässt. Von Lizenzprodukten ist ja ohnehin nichts zu erwarten, außer, dass sie die Taschen der Lizenzgeber füllen – oder etwa doch?

Den Po (drauf-)klatschen!

… was hat qualitativ fragwürdiges Importobst jetzt mit dem Showdown der Legenden zu tun?

Mit einer bei Kindern beliebten Filmlizenz, wie beispielsweise Kung Fu Panda, kann man wirklich alles als letzten Schrei verkaufen. Korrektur: Dieser Schrei wird dann von den kleinen Rackern ausgestoßen, wenn Mama oder Papa das entsprechende Produkt nicht kaufen will. Klar! Warum für die gleichen wässrigen spanischen Treibhauserdbeeren z. B. fünf Euro auf die Theke legen, wenn dieselbe Menge Bio-Erdbeeren aus dem Marchfeld ohne Po auf dem Label nur drei kosten? Kung Fu Panda ErdbeerenMit dieser rationalen Erklärung stößt man bei den lieben Kleinen aber zumeist auf taube Ohren, oder anders ausgedrückt: Man sorgt dafür, dass man, ob der zornigen Schreiattacke des kleinen G’frasts, selbst gehörlos wird. Im guten Wissen, dass man ohnehin nur verlieren kann, greift man halt zu den qualitativ minderwertigen Kung Fu Panda-Erdbeeren, nur um der sinnlosen Diskussion mit dem/der lieben Filius/Filine aus dem Weg zu gehen.

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Und was hat qualitativ fragwürdiges Importobst jetzt mit dem Spiel Kung Fu Panda – Showdown der Legenden zu tun, außer, dass der beleibte Kampf-Panda auf dem Cover zu sehen ist? Alles! Es versinnbildlicht, dass die Qualität zweitrangig ist, solange man den Kindern mit den FilmheldInnen das Gehirn wäscht. Doch gehen wir die Punkte im Bezug auf das Beat’em-up Kung Fu Panda – Showdown der Legenden im Einzelnen durch.

Lass die Großartigkeit beginnen

Po belästigt Meister Shifu um den ersten alljährlichen Turnier der Legenden zu halten.

Bereits die Story von Kung Fu Panda Showdown der Legenden entpuppt sich als fast nicht existent. Im Spiel selbst ist sie nämlich nicht vorhanden: Die Singleplayer-Kampagne ist lediglich eine Abfolge thematisch nicht zusammenhängender oder wenigstens von Filmsequenzen begleiteter Brawls.

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An deren Ende seid ihr eben mit dem Game fertig, und Punkt! Aber hey, als kleinen Trost könnt ihr die komplexe und wendungsreiche Epik im Handbuch nachlesen. Allerdings warne ich davor, denn jedem/r, dem/der bei diversen Grammatik- und Syntaxperlen im Internet übel wird, wird hier ähnlich „befriedigt“. Also: Darum geht es laut Herstellerangabe in Kung Fu Panda – Showdown der Legenden:

„Um die Großartigkeit des Kung Fu zu feiern, Po belästigt Meister Shifu um den ersten alljährlichen Turnier der Legenden zu halten. Alle Kung Fu Kämpfer von die Umgebung und außerhalb des Tal des Friedens werden in den höchsten Test für Kung Fu Fähigkeiten konkurrieren.“

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Fazit

Das Genre passt natürlich zur Kinolizenz wie die Faust aufs Auge. Hehe.

Spielerisch handelt es sich bei Kung Fu Panda – Showdown der Legenden um einen ganz dreisten Super Smash Bros.-Klon. Immerhin hier haben die EntwicklerInnen mitgedacht, denn das Genre passt natürlich zur Kinolizenz wie die Faust aufs Auge. Hehe. Die Kopie wurde in Sachen Steuerung, Balancing und Zugänglichkeit sogar sehr gut umgesetzt.

Warum meckere ich dann so, wenn es eigentlich, bis auf die fragwürdige Lokalisierung des Handbuchs (im Spiel selbst gibt es nämlich keine Fehler dieser Art), ein sauberes Spiel ist? Ganz einfach: weil ich es einfach nicht okay finde, wie sich die EntwicklerInnen ganz frech an Nintendos großartiger IP bedienen, aber nichts Ordentliches daraus machen. Kung Fu Panda – Showdown der Legenden beinhaltet im Auslieferungszustand 20 KämpferInnen und eine leicht darunter liegende Anzahl an Arenen. Den Rest dürft ihr beziehungsweise die armen Eltern, deren Nerven schon im Fall der Kung Fu Panda-Erdbeeren vom Gebrüll ihrer Kinder überstrapaziert wurden, dazukaufen. Im PSN-Store oder einer anderen Vertriebsplattform eurer Wahl fallen dann satte fünf Euro für ein Level, vier Euro für einen Charakter und freche zweieinhalb Euro für einen lieblosen und detailarmen Jadeskin an. Insgesamt gibt es Zusatzinhalte im Gesamtwert von ca. 60 Euro zu erwerben. Das Spiel selbst schlägt mit 40 Euro zu Buche.

Meine geringe Wertung zu Kung Fu Panda Showdown der Legenden macht sich also vornehmlich an seinem Zweck als seelenlose Gelddruckmaschine fest. Passionierte GamerInnen fallen auf diese billig produzierten Lizenzversoftungen ohnehin nicht herein. Aber vielleicht kann ich ja den/die eine/n oder andere/n Erziehungsberechtigte/n vor dem schlimmen Schicksal, im PSN noch viel mehr Kohle für diesen Lizenzdreck rauszuschmeißen, mit meinem Review bewahren. Vielleicht geben meine Worte diesen geplagten Seelen ja die innere Kraft, das Gequengel der Blagen zu ertragen.Unter Umständen kann ich dem Vater/der Mutter durch den Test zeigen, dass er/sie besser beraten ist, dem lieben Kind das originale Super Smash Bros. zu kaufen, sofern man eine Wii U hat. Das bietet zum Vollpreis wenigstens noch ordentliche Spielmodi und Inhalt. Im echten Kung Fu geht es ja immerhin darum, innere Ausgeglichenheit zu erreichen und sich gegen aggressive äußere Einflüsse zur Wehr setzen zu können. Vielleicht führt mein wertungstechnisches Bashing von Kung Fu Panda – Showdown der Legenden ja auch zu dieser inneren stoischen Ruhe. Dann hat sich meine Motzerei schon ausgezahlt. Und zwar wortwörtlich für alle Beteiligten!

Wertung: 4 Pixel

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