Hyrule Warriors Legends (3DS) im Test

von Ajit Singh 26.03.2016

Beinahe verschwinden selten kommt es vor, dass es ein WiiU-Spiel auf den 3DS schafft und nicht Teil einer groß angelegten Breitseite quer über alle Systeme ist. Hyrule Warriors Legends bringt das „hyrulesche“ Massengemetzel auf den Handheld, mitsamt allerhand neuem Content und Verbesserungen. Einmal mehr habe ich das Masterschwert für euch gezogen und mich ins Schlachtgetümmel geworfen!

Wer ein Warriors-Spiel gezockt hat, der/die hat sie alle gezockt. In den etlichen Teilen hat sich am Grund-Gameplay fast überhaupt nichts geändert – auch dieser Ableger bildet keine Ausnahme. Kurzum: ihr mäht in jeder Stage tausende Fußsoldaten nieder, als wären sie ein Weizenfeld und ihr hättet die schärfste Sense der Welt. Dabei sollte das Schlachtfeld im Auge behalten werden, auf dass die gegnerischen Truppen nicht gleichzeitig am anderen Ende der Map eine Burg einnehmen. Die meisten Maps bieten dann obendrein auch noch einen Bossgegner, bei dem wirkliche Taktik vonnöten ist – ein Aspekt den HWL besonders gut verinnerlicht hat. Was ein werter Kollege vom WiiU-Original gedacht hat, könnt ihr hier nochmal nachlesen: Hyrule Warriors (Wii U) im Test. (Mir persönlich hat Hyrule Warriors für die WiiU übrigens doch ganz gut gefallen, wie ich vielleicht der Fairness halber erwähnen sollte.) Obendrein ist es wissenswert, dass sämtliche bisher veröffentlichten DLCs schon bei HWL dabei sind. Aber genug über die Originalversion und das Genre geschwafelt: Welche Änderungen bringt die 3DS-Version mit sich?

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Omas haben immer Recht

Fünf neue Charaktere metzeln sich durch das Handheld-Schlachtfeld: Skull Kid, Tetra, Toon Link, der König von Hyrule (Der sich immer wieder in ein Segelboot verwandeln kann. Overpowered!) und eine ganz besondere Kämpferin, die etwas präsentiert, auf dass Fans von Legend of Zelda schon seit Ewigkeiten warten – Linkle, ein weiblicher legendärer Held. Statt Zipfelmütze trägt sie eine Kapuze, das Masterschwert hat sie durch zwei Handarmbrüste ausgetauscht und ihr Orientierungssinn ist eigentlich kaum vorhanden. Sie bemüht sich sehr, kann sogar reden – Nein, Link. Hyap, hyee und hyaaah gelten nicht wirklich – ist mutig und obendrein überzeugt davon, dass sie der/die legendäre HeldIn ist – immerhin hat ihr das ihre Oma immer erzählt. Außerdem trägt sie einen magischen Kompass mit sich herum (der in der Collector’s Edition des Spieles enthalten ist). Linkle hat eine Sidestory ganz für sich allein, die parallell zu Link’s Geschichte läuft, und sie immer weiter von Hyrule Castle wegtreibt. Keiner der neuen Charaktere steht den schon vorhandenen in irgendeiner Hinsicht nach, und es macht ebensoviel Spaß als Linkle zu spielen, wie mit Link.

Mehr Abwechslung

Im Gegensatz zum Original könnt ihr nun jederzeit zwischen den am Kampf teilnehmenden HeldInnen wechseln, was nicht nur einen taktischen Vorteil mit sich bringt. Dadurch herrscht erheblich mehr Abwechslung in dem Spiel, dessen Core-Gameplay schon immer von Repetivität geplagt war. Links Schwertgeplänkel ist euch zu flott? Wechselt zu Impa und schwingt ein Schwert umher das – in bester JRPG-Manier – größer als sie selbst ist! Darüber hinaus könnt ihr eure MitstreiterInnen per Minimap schonmal auf den Weg zu irgendeinem Punkt auf der Map schicken, während ihr noch mit anderen Gegnern beschäftigt seid. Denn macht euch keine Illusionen – was ihr nicht selber erledigt, werden eure Mitstreiter garantiert nicht erledigen. Für besonders hektische Momente im Kampf (und wenn ihr einfach keinen Bock habt, zu laufen) könnt ihr euch in Hyrule Warriors Legends mittels Eulen-Statuen herumteleportieren. Dank dieser zwei Verbesserungen hat HWL ganz klar die spitze Heldennase vorne, was das Gameplay angeht.

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Nette Spielerei

Eine andere nette Hinzugabe ist ein Feature namens „My Fairy“: Freundet euch mit einer Fee an, füttert sie mit allerhand Sachen, die ihr im Kampf finden könnt und kleidet sie ein, wie es euch beliebt – Kostüme aus verschiedensten Zelda-Teilen sind verfügbar. Als Belohnung für all die harte Arbeit begleitet euch diese Fee dann auch in den Kampf und entfesselt mächtige magische Attacken. Das Feature ist eine nette Ablenkung von den ganzen Kämpfen und liefert noch ein paar Gründe mehr, Items zu farmen.

Optischer Downgrade

Grafisch ist HWL, wie könnte es auch anders sein, ein klares Downgrade – man kommt nicht umhin sich zu fragen, ob es vielleicht möglich gewesen wäre noch ein bisschen mehr aus dem 3DS herauzuholen, besonders was die verwaschenen Texturen angeht. Aber wenn ein Handheld gezwungen wird, hunderte Gegner gleichzeitig darzustellen, sind wohl einige Einschnitte unabwendbar.

Warnung

Hyrule Warriors Legends muss auf einem New 3DS gespielt werden. Nicht etwa, weil es dezidiert für die leistungsstärkeren Handhelds veröffentlich wurde, sondern weil es stotternd und behäbig auf 3DS und 2DS läuft. Jeglicher Spielspaß löst sich in Luft auf, alsbald man mitbekommt, dass die Attacken zeitversetzt nach dem Input durchgeführt werden. Brrr.

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Fazit

Hyrule Warriors Legends nimmt das ohnehin schon spaßige Gameplay von Hyrule Warriors, fügt zwei wichtige Verbesserungen ein und sorgt neben anderer neuer Charaktere für das Debüt eines weiblichen Co-Hauptcharakters (auch wenn ihre Storyline abseits vom Hauptplot läuft), was die Hoffnung weckt, das Link beim ersten WiiU-Zelda, gewissen Gerüchten nach, vielleicht doch ebenfalls weiblich ist. Wem die Warriors-Reihe Spaß macht, der/die kann hier getrost zugreifen – aber nur, wenn sich ein New 3DS in eurem Besitz befindet. Für 3DS und 2DS ist HWL beinahe unspielbar!

Wertung: 8 Pixel

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