Goat Simulator (PC) im Test

von David Kolb-Zgaga 14.04.2014

Liebe Freundinnen und Freunde der gepflegten realistischen Ziegensimulationen, schon Mitte Mai kommt Patch 1.1 für den Goat Simulator heraus. Wir haben das Spiel auf Herz und Gamsbart getestet und sagen euch, wie es sich anfühlt, eine unsterbliche Ziege zu spielen.

Von der Demo zum Spiel, vom Skater zur Ziege

Dabei hat der Goat Simulator als unschuldige Grafikdemo begonnen, doch durch den ausgelösten Hype der Fans hat sich Coffe Stain Studios dazu entschlossen, ein richtiges Spiel zu machen – und das war gut so! Grundsätzlich ist der Goat Simulator aufgebaut wie ein Skate-Spiel (am besten vergleichbar mit der Tony Hawk Pro Skater-Reihe). In einer mittelgroßen Map kann man als Ziege Sprünge wie Backflips meistern und Chaos und Zerstörung anrichten, indem man PassantInnen, Autos oder explodierfähigen Gegenständen einen gezielten Kopfstoß verpasst. So läuft man ohne wirkliches Ziel durch die Gegend und probiert mit Freuden aus, was die Welt von Goat Simulator zu bieten hat. Bevor ich jetzt noch ewig darüber berichte, wie das Spiel funktioniert und wie viel Spaß es mir macht, schaut es euch doch einfach in meinem Let’s Try Goat Simulator an.

Die Mischung machtʼs

In Goat Simulator gibt es quasi keine vordefinierten Ziele (ja, es gibt Achievements, doch dazu später mehr), was also tun und woher kommt die Motivation, sich in dieser Welt aufzuhalten? Wie so oft: Die Mischung machtʼs. Zum einen gibt es die großartige Ragdoll-Physik, die der geheime Star des Spiels ist und immer wieder für spontane Lachanfälle sorgt, zum anderen die Map, die zwar nicht sonderlich groß ist, aber enorm viel bietet und zum Erkunden einlädt. So macht es mir auch noch nach dem zehnten Mal sehr viel Spaß, von einem Trampolin auf das andere zu springen, von einem hohen Kran zu fallen oder ein paar PassantInnen aufzumischen.

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Die Map bietet nicht nur spaßige Actionszenen, sondern auch sehr viele kleine und größere Geheimnisse. Neben einem Ziegen-Flappybirds und mehreren Ziegenoutfits, die meistens auch das Spielverhalten ändern, versteckten Statuen, versteckten Levelabschnitten und Jetpacks gibt es immer wieder coole Aktionen zu finden und zu meistern. Wenn man diese Aktionen ausführt, wird man immer mit einem lustigen Spruch belohnt. Ein schönes Beispiel dafür ist die Tankstelle auf der Map. Sprengt man diese, wird eine riesige Explosion ausgelöst, was mit einem „Michael Bay“-Schriftzug gekrönt wird. Dadurch schafft es der Goat Simulator geschickt, das Erkunden der Welt mit dem lustigen Gameplay zu kombinieren.

Achievements

Wenn man glaubt, alles entdeckt zu haben, sollte man unbedingt noch einen Blick auf die Achievement-Liste des Spiels werfen, denn wie auch die Map wurden diese mit sehr viel Liebe designt. Die Aufgaben bestehen entweder daraus, besonders schwierige Sprünge zu landen (zehn Frontflips in einem Sprung zu schaffen, alle fünf Trampoline in einem Sprung zu nutzen etc.) oder einen geheimen Abschnitt zu entdecken bzw. mit neuen Ziegenformen an bisher unerreichte Stellen zu gelangen und damit neue Aktionen auszuführen. Aus Spoilergründen möchte ich hier kein Beispiel nennen, wer aber trotzdem wissen möchte, wie lustig und kreativ die Achievements aufgebaut sind, kann sich hier anschauen, wie man es schafft, die Devil Goat zu bekommen:

Dadurch, dass es im eigentlichen Sinn keine Ziele im Spiel gibt, kommen die Achievements erst so richtig zum Einsatz. Außerdem sind die versteckten Errungenschaften zumeist sehr kreativ und bilden eine gute Balance aus Skill und Rätsel.

Wann nimmt der Wahnsinn ein Ende?

Wenn man dann wirklich alles entdeckt, jeden Move ausprobiert und jedes Achievement freigeschaltet hat, dann ist der Goat Simulator eigentlich abgeschlossen – aber nur eigentlich! Denn dank des Steam-Workshops können SpielerInnen eigene Inhalte erstellen. So gibt es z. B. für das Jetpack eine Nyan Nyan Goat-Mod und auch ein paar neue Maps, die aber bisher noch zu wenig ausgereift sind bzw. zu wenige neue Spielinhalte liefern (fünf Trampoline und eine Rutsche lieblos in die Welt zu platzieren reicht leider nicht aus). Am besten hat mir bisher die selbst erstellte Map „The Lambyrinth“ gefallen, in der man fünf Menschen suchen muss, die vom „Evil Black Sheep“ entführt wurden. Es gibt in Steams Workshop die ersten guten Ideen und das schon in den ersten zwei Wochen. Da bleibt die Hoffnung groß, dass ein paar richtig coole, neue Maps entstehen werden.

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Außerdem liefern die EntwicklerInnen von Coffee Stain Studios mit dem Gratis-Patch 1.1. (erscheint Ende Mai) noch eine weitere Map nach. Zusätzlich gibt es neue Achievements, Ziegenformen und vieles mehr. Und als wäre das nicht schon genug, kündigte Coffee Stain Studios auch noch einen Splitscreen-Modus an, der auch mit dem Patch 1.1 nachgeliefert wird. Schön, dass es noch Entwicklerstudios gibt, die genau auf die Wünsche ihrer Community eingehen und weitere Inhalte noch dazu gratis anbieten (Faith in humanity restored). Großes Lob an Coffee Stain Studios!

Fazit

Ich bin mir zu 99,9 % sicher, dass auch die neuen Inhalte wieder viel Spaß machen werden, weshalb ich diese ein bisschen in meine Wertung miteinbeziehen möchte. Dies geschieht rein aus quantitativen Gründen, denn nur eine Map wäre doch ein bisschen wenig gewesen. Aber selbst damit gibt es sehr viel zu entdecken und auszuprobieren. Die pure Freude am Chaos und am Wahnsinn, die der Goat Simulator mir macht, ist kaum zu trüben. Wer sich daran nicht erfreuen kann und das abgedrehte Szenario und den Humor des Spiels nicht lustig findet, kann getrost zwei Pixel bei meiner Wertung abziehen. Wer aber so wie ich ist und bei Spielen wie GTA V abseits der Missionen gern die Welt entdeckt und vom höchsten Hochhaus der Stadt springt, nur weil es funktioniert, wird mit dem Goat Simulator sehr, sehr viel Spaß haben. Zwar ist die einzig momentan existierende Map nach einigen Stunden abgegrast, aber, wie schon erwähnt, ist für Nachschub gesorgt – und für gerade mal zehn Euro lohnt sich der Kauf auch schon jetzt!

Wertung: 9 Pixel

für Goat Simulator (PC) im Test