For The King Test (Switch): Roguelite-Brettspiel

von Mandi 24.05.2019

In For The King treffen zwei ungewöhnliche Genres aufeinander. Das langsame, geplante, rundenbasierte Tabletop-Spiel trifft auf Roguelite – ein hoher Schwierigkeitsgrad, der euch immer und immer wieder aufs Neue fordert. Lohnt sich der Kauf? Lest hier das Review!

Über For The King

Dieses Game ist ein strategisches Rollenspiel. Es verbindet Brettspiel und Roguelike in einem herausfordernden Adventure. Ein Gespann aus drei HeldInnen wird von euch geleitet, und es gilt, dem Chaos ein Ende zu bereiten. Der König wird in der Anfangssequenz von einem Unbekannten ermordet. Daher hat sich die Königin in ihrer Verzweiflung an eure Gruppe gewandt. Werdet ihr das Königreich Fahrul retten? Mehr auf der offiziellen Website zum Spiel.

Anfangs stehen euch nur vier Klassen zur Verfügung, mit denen ihr eure Party ausstatten könnt: Der kräftige Schmied, eine kluge Gelehrte, ein schneller Jäger sowie eine unterstützende Minnesängerin. Doch je mehr Runden ihr spielt (und dabei sterbt), um so mehr Klassen, Waffen und Events schaltet ihr schlussendlich frei. Das ist der Roguelike-Aspekt des Titels, und es ist spannend, diesen Mechanismus bei einem virtuellen Brettspiel zu sehen!

So spielt sich For The King

Wenn ihr ein Spiel beginnt, könnt ihr euch zwischen dem Grundspiel und den DLCs entscheiden. Habt ihr hier eine Wahl getroffen, geht es einen Schritt weiter. Zunächst gilt es, eure Mitglieder der Party zu erschaffen. Ihr könnt das Geschlecht, die Klasse und das Aussehen verändern. Nachdem ihr eure Gruppe erstellt habt, wird euch die Story präsentiert, und ihr findet euch wenig später auf einem Spielbrett wieder. Hier gibt es einiges zu sehen, doch der Nebel des Krieges verdeckt das Meiste.

Nun heißt es erforschen: Rundenbasiert könnt ihr mit euren drei Figuren Züge machen. Dabei wird anfangs ausgewürfelt, wie viele Felder ihr euch bewegen dürft. Die Gegner stehen dabei einfach auf dem Brett – es ist eure Entscheidung, ob ihr sie angreift oder umgeht. For The King gibt euch auch weitere Optionen, wenn ihr mal das Feld eines Feindes kreuzt. Ob ihr normal attackiert, einen hinterhältigen Angriff versucht oder euch unbemerkt davonschleicht, hängt von euch und den Würfeln ab. Wie das Ganze aussieht, seht ihr hier:

Das Glück ist ein Vogerl

So gut wie jede Aktion in For The King ist zufallsbasiert. Das beginnt bei der Reise, aber auch jeder Angriff und alle Interaktionen sind ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten. Deswegen werden euch immer Prozentzahlen angezeigt, die angeben, wie hoch eure Erfolgschance ist. Ihr könnt aber, um die Chance zu steigern, sogenannte Fokuspunkte ausgeben. Damit kauft ihr quasi Erfolge ein, sie sind aber pro Figur begrenzt und müssen wie das Leben wieder aufgefüllt werden.

Es ist ein Segen und Fluch zugleich, dass so vieles in For The King zufallsbasiert ist. Spätestens, wenn ihr in einem Kampfdungeon wegen Würfelpechs die vierte Runde vor einem Feind mit Schild verbringt, um seinen letzten Trefferpunkt zu rauben, ist es unangenehm. Dazu kommt, dass während eurer Züge manchmal unvorhergesehene Dinge passieren. For The King überlässt euch stets die Entscheidung, ob ihr nun die Leiche oder die Truhe untersucht. Wenn ihr dann mal sterben solltet, fangt ihr eben von vorne an…

Koop-Modus und Mechaniken

For The King wirbt darüber hinaus mit seinem Koop-Modus. Dieser kann entweder offline oder online gespielt werden, ihr müsst also nicht zwingend alleine auf die Reise gehen. Am Spielprinzip verändert dies allerdings nichts, es ist nur angenehmer, das Game mit jemandem zu bestreiten. For The King hat trotz seiner simplen Aufmachung ganz schön viel Tiefe zu bieten, die Herausforderung und Schwierigkeit des Titels kommt nicht von ungefähr.

Da eure Gruppe aus mehreren Figuren besteht, haben sie alle ihr eigenes Gold und ihr eigenes Inventar. Märkte in Städten bieten Ware und Ausrüstung an – was ihr mit eurem Gold anstellt, ist natürlich eure Sache. Ohne zusätzliche Ausrüstung scheitert ihr aber fast immer an einem der Kampfdungeons, nicht umsonst erinnert euch For The King stets an die gute Vorbereitung, bevor ihr euch in ein Gewölbe wagt. Geduldige Fans von rundenbasierten Kämpfen haben hier bestimmt eine Menge Spaß!

Die technische Seite von For The King

Die Optik von For The King ist simpel, fast schon kindgerecht. Hier klopfen sich grob polygonisierte Figuren die Birne weich, und die Zaubereffekte sind auch keine Offenbarung. Es ist bemerkenswert, wie viel Text das Spiel auf dem Brett präsentiert. Wenn ihr das Game auf einem kleinen TV-Gerät oder gar auf der Switch selbst spielt, stoßt ihr schnell an die Grenzen eurer Konzentration. Nach einer oder zwei Runden ist das Prinzip aber klar, und ihr spielt drauflos.

Die Steuerung ist größtenteils in Ordnung, da ihr zumeist in Menüs unterwegs seid. Eine Ausnahme jedoch ist das Bewegen auf der Karte, das kommt mir auf den Hexfeldern etwas fummelig vor. Was die Soundeffekte und musikalische Untermalung angeht, ist dies strikt zu teilen. Während die Hintergrundmusiken von For The King ins Ohr gehen und zu gefallen wissen, sind die sich wiederholenden Soundeffekte ein Verbrechen. Kämpfe verkommen so zu Stöhn-Wettbewerben, und der Endlos-Dungeon macht so nur wenig Spaß.

Fazit zum Spiel: Interessanter Mix

Unter einem Roguelike habe ich immer ein Spiel verstanden, was mit Geschick und Reflexen zu tun hat. Während ihr als GamerIn besser werdet, bekommt ihr auch stärkere Werkzeuge und zusätzliche Möglichkeiten, um weiterzukommen. For The King dreht das Prinzip gelungen um und fordert euren Geist weitaus stärker als eure Finger. Ob das an sich gemütliche, rundenbasierte Spiel zu diesem Prinzip passt, ist Geschmackssache – ich finde es interessant und bin froh, den Titel zu besitzen.

Unter dem Strich ist das doch textlastige Abenteuer ein Geheimtipp für Strategiefans. Keine Runde gleicht der anderen, es gibt dank der mitgelieferten DLCs mehr als genug Inhalte und das Brettspiel ist solide. Mir persönlich ist zu vieles vom puren Zufall abhängig, und das User Interface sowie die Soundeffekte müssten dringend überarbeitet werden. Wenn euch das aber nicht stört, findet ihr mit For The King ein Juwel, das gute Ideen mitbringt und eure Geduld mit neuen Klassen und anderen Optionen belohnt.

Wertung: 7.0 Pixel

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