Dragon Ball Fusions (3DS) im Test

von Marianne Kräuter 13.02.2017

Die meisten Spiele aus der Welt von Dragon Ball erzählen die spannensten Momente der Seriengeschichte in Echtzeitkämpfen nach, doch Dragon Ball Fusions geht einen anderen Weg: Hier werden eine völlig neue Geschichte und ein vielfältiges, rundenbasiertes Kampfsystem geboten. Wie spaßig das Spiel ingesamt ist, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

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Shenlong, erfülle unseren Wunsch!

Endlich haben wir und unser Sayajin-Freund Pinich alle sieben Dragonballs gesammelt, um Shenlong zu rufen und unseren größten Wunsch wahr werden zu lassen: Das bombastischste Kampftunier des Universums, zu dem die besten Kämpfer aus Raum und Zeit erscheinen. Freezer, Cell, Klein-Son-Goku, Groß-Son-Goku, Vegeta, … – Alle sind sie gekommen, um sich zu messen. Und wir sind mittendrin!

Durch ein Portal gelangen wir zu einer schwebenden Inselgruppe, auf der das Turnier stattfinden wird. Die ersten Stunden, bevor der Wettstreit losgeht, sind wir damit beschäftigt, das erstaunlich komplexe Kampfsystem in zahlreichen Gefechten kennen zu lernen, Mitglieder für unser Team zu finden und unsere Charaktere aufzuleveln. Die Geschichte mag äußerst dünn sein, reicht jedoch aus, um die zahlreichen Kämpfe, die die eigentliche Stärke des Spiels sind, in einer oberflächlichen Handlung zu verpacken.

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Langer Weg zum Turnier

Neben der Geschichte ist auch das Gameplay außerhalb der Kämpfe recht simpel gehalten. Mit seinem Charakter fliegt man auf den Inselgruppen umher, die stockwerkartig angeordnet und durch Energiebarrieren voneinander getrennt sind. Um zur eigentlichen Kampfarena zu gelangen, muss man einiges an Vorarbeit leisten: Da die Turnierkämpfe in Fünferteams bestritten werden, wollen Mitglieder gewonnen werden. Die eigenen Mitstreiter levelt man durch Übungskämpfe auf, um stärkere Gegner bezwingen zu können. Außerdem werden bestimmte Mengen unterschiedlicher Energiearten benötigt, um die Barrieren zu durchbrechen und in neue Gebiete vorzudringen. Die fünf verschiedenfarbigen Energien erhält man durch siegreiche Kämpfe. Kleine Nebenquests lockern das Spielgeschehen etwas auf.

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Auf in den Kampf

Nachdem ich es oben schon öfters erwähnt habe, sprechen wir jetzt endlich über das Herzstück des Spiel: den Kämpfen. In das überraschend komplexe Kampfsystem wird man in angenehmen Tempo Stück für Stück eingeführt. In Fünferteams tritt man rundenbasiert gegeneinander an. Je nach Rasse besitzen die Wettstreiter unterschiedliche Attribute. So sind Sayajin recht langsam, dafür aber sehr stark. Zusätzlich gibt es drei verschiedene Kampftypen, die nach einem Schere-Stein-Papier-Prinzip effektiv gegeneinander sind.

Ist nun ein Teammitglied im Kampf an der Reihe, kann man die gewünschte Fähigkeit und das Ziel wählen. Nicht nur Kampftyp von Angreifer und Verteidiger, sondern auch die Richtung aus der man angreift, kann entscheidend sein. Wirft man Gegner in andere Widersacher, aus den Ring oder in Leute seines eigenen Teams, verursacht man zusätzlichen Schaden. Daher will auch die Positionierung der eigenen Teammitglieder wohl überlegt sein.

Angriffe können geblockt werden, wenn man die Angriffsrichtung des Gegners errät. Erleidet man Schaden füllt sich eine Punkteleiste, die man für charakterspezifische Spezialfähigkeiten verwendet. So kann Son Goku sein Kamehameha oder einen Stabangriff einsetzen, Trunks hingegen seinen Gallikstrahl. Jede Runde füllt sich außerdem eine Ultraleiste ein Stück weiter, mit der die Kämpfer weitere spezielle Angriffe ausführen oder eine Ultrafusion starten können, bei der alle fünf Gruppenmitglieder miteinander fusionieren. Zusätzlich besitzt jeder Charakter noch eine passive Fähigkeit. So verhindert z.B. “Akrobat”, dass man aus dem Ring fällt. Auch Unterstützungsangriffe, bei denen mehrere Teammitglieder gemeinsam angreifen sind möglich.

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Die Kämpfe sind unterhaltsam und angenehm taktisch, dauern später im Spiel jedoch recht lange. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die oft aufwändigen Kampfanimationen überspringbar wären. Viele Kämpfe müssen einfach bestritten werden, um die Charaktere weit genug für den nächsten stärkeren Gegner der Geschichte aufzuleveln oder genügend Energie für die nächste Barriere zu sammeln. Diese Streckung der Spielzeit ließ meine Spielfreude stellenweise schwinden.

Fuuuuuusion!

Passend zum Titelthema Fusion bietet Dragon Ball Fusions zahlreiche Fusionsmöglichkeiten: Die oben bereits erwähnte Gruppenfusion, die aus Dragon Ball Z bekannte Zweier-Fusion, die nur für eine kurze Zeit bestehen bleibt und während des Kampfes ausgelöst wird, sowie eine dauerhafte Fusion, die außerhalb der Kämpfe gewählt wird und bis auf Widerruf bestehen bleibt. Durch das Rekrutieren neuer Mitglieder ergeben sich neue Fusionsmöglichkeiten. Insgesamt lassen sich so über 1000 spielbare Charaktere entdecken!

Laue Präsentation

Während das Kampfsystem gut durchdacht wirkt, hätte die Präsentation des Spiels durchaus noch etwas Feinschliff vertragen. Das fängt bei den schlampigen Textboxen an: Bei längeren Sätzen wird der Text einfach in der Box zusammengequetscht, anstatt eine Scrollfunktion zu bieten (die übrigens bereits in den ersten Pokémon-Spielen 1996 zur Verfügung stand). Dass ich in den ersten zehn Minuten des Spiels gleich einen Grammatikfehler im Text entdeckte, besserte den Eindruck nicht. Auch wenn ich fairer Weise sagen muss, dass mir danach kein derartiger Fehler mehr untergekommen ist. Das meiste wird nur in Schriftform vermittelt, ein paar Sätze und Phrasen sind auf japanisch vertont. Mich hat das nicht gestört; wer sich jedoch bekannte deutsche Stimmen aus der Serie erhofft, wird enttäuscht werden.

Die grafische Darstellung zwingt den 3DS nicht in die Knie, ist aber stimmig genug, um nicht zu stören. Außerdem ist der Charaktereditor für meinen RPG-verwöhnten Geschmack etwas minimal gehalten. Neben Rasse und Geschlecht kann man aus ein paar Gesichtern, Frisuren und Stimmen wählen. Auch die Farbe von Haar, Haut und Kleidung lässt sich aus ein paar Vorschlägen wählen.

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Das Fazit zu Dragon Ball Fusions

Die Stärke von Dragon Ball Fusions ist eindeutig das unterhaltsame, vielfältige Kampfsystem, das teilweise über die mittelmäßige Präsentation und die dünne Handlung hinweg tröstet. Wer etwas mit Dragon Ball anfangen kann, wird sich trotz der oberflächlichen Geschichte über die zahlreichen bekannten Charaktere freuen, die während des Spiels auftauchen und Spaß dabei haben, die vielen Fusionsmöglichkeiten zu entdecken.

Wertung: 7.4 Pixel

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