Donkey Kong Country: Tropical Freeze – Die Switch-Version im Test

von David Kolb 01.05.2018

Die Nintendo Switch hat bereits jetzt mehr Konsolen verkauft, als die Wii U und da ist es nur logisch den damaligen Exklusivtitel Donkey Kong Country: Tropical Freeze dem neuen Publikum zugänglich zu machen. Auch vier Jahre nach dem ersten Erscheinen des Jump & Run Titels, lohnt es sich noch immer mit Donkey Kong und Co durch die schönen 2,5-D-Levels zu laufen.

Eisiger Wikingerüberfall

Die Story, wenn man das überhaupt so nennen möchte, dreht sich darum, dass die Affenbande auf ihrem tropischen Eiland, von einem Wikinger-Clan überrascht wird. Die Wikinger, bestehend aus schusseligen Pinguinen, Seelöwen und Eisbären, frieren die gesamte Insel ein, was der Kong-Familie verständlicherweise überhaupt nicht passt. Wer möchte denn schon einen bitterkalten Winter auf einer Südseeinsel haben? Donkey, Diddie, Dixie, Cranky und im neuen Spielmodus auch Funky (dazu später mehr), machen sich also auf, in insgesamt sechs verschiedenen Welten ihr hübsches Inselchen von den Wikinger-Tieren zurückzuerobern.

Won’t you take me to Funkytown?

Trotz der netten Gegnergestaltung hat es Donkey Kong Country: Tropical Freeze faustdick hinter den Ohren. Im normalen Modus (so, wie schon zu Wii U-Zeiten) habt ihr gerade einmal zwei Herzen zur Verfügung und werdet für jeden, kleinen Fehler bestraft. Das Spiel versprüht dadurch sogar Retro-Charm, weil es mich in eine Zeit zurückversetzt, wo sehr viele Spiele noch sehr schwer, teilweise sogar bösartig waren. Wer also eine Herausforderung sucht, der wird mit Tropical Freeze sehr viel Freude haben. Für alle, die es ein wenig gemütlicher angehen wollen, gibt es den Funky-Modus. Dort könnt ihr als Spielfigur den gleichnamigen Affen Funky wählen, der über fünf Herzen verfügt und bei Stachelfallen einfach sein Surfbrett auspackt und so keinen Schaden nimmt. Aber auch wenn ihr Donkey Kong wählt, habt ihr mit drei Herzen eine bessere Überlebenschance. Im Funky-Modus könnt ihr sogar, die im Shop erworbenen Items, wie mehr Leben oder einen von drei Helferaffen aktivieren.

Gotta make a move to a town that’s right for me

Mit diesen kleinen und großen zusätzlichen Hilfen entschärft Nintendo, mit dem Funky-Modus, den hohen Schwierigkeitsgrad. Daher ist die einzige Neuerung des Spiels aber auch sehr gelungen, da gerade die Bosskämpfe ansonsten zu großen Frustmomenten führen können. Wer wie ich, weniger Frust, dafür aber eine gemäßigte Herausforderung sucht, dem empfehle ich den Funky-Modus mit Donkey Kong (drei Herzen) zu bestreiten und dabei, wenn möglich, auf Items zu verzichten.

Talk about movin‘

Spielerisch hat sich nichts geändert, Donkey bekommt abermals Unterstützung von Diddy, Dixie oder Cranky Kong. Mit dem zusätzlichen Affen am Rücken kann Donkey dann andere Manöver, wie z.B. einen Pogo- oder einen Gleit-Sprung ausführen und so höher und weiter herumhüpfen. Donkey Kong Country: Tropical Freeze bietet dabei ein, von Nintendo, gewohnt gutes Gameplay. Jeder Sprung und jede Bewegung mit der Affenbande fühlt sich gut und nachvollziehbar an. Die Welten sind in 2,5D gehalten, was bedeutet, dass der Vordergrund in 2D, der Hintergrund aber in 3D gestaltet ist. Auf Donkey Kongs reisen können so sehr viele hübsche Details entdeckt werden. Egal ob Berglandschaft oder brennende Savanne, das Weltendesign ist wunderbar stimmig und abwechslungsreich.

Keep me groovin‘ with some energy

Auch das Gameplay an sich bietet mit der klassischen Lorenfahrt oder dem neuen Raketenflug ein bisschen Abwechslung mit sich. Außerdem gibt es sogar einzelne Levels, die fast ausschließlich in Schwarz gehalten sind. Dort seht ihr quasi nur Donkey Kongs Schatten. Alle drei Abschnitte sind liebevoll gestaltet und fordern euer spielerisches Geschick ganz unterschiedlich und heben sich schon vom Standard-Gameplay ab. Trotzdem gibt es mit Rayman Legends einen Switch-Titel, der vom Umfang und der Abwechslung deutlich mehr bietet. Unter anderem mit Musik- und Flucht-Levels und dem großartigen Fußballmodus beweist Rayman deutlich unterschiedlichere Spielabschnitte. Nach zweistündigen Spielsessions kann es schon einmal vorkommen, dass so etwas wie Tristesse aufkommt.

Gotta move on

Donkey Kong Country: Tropical Freeze wird zwar immer fordernder, das hilft dem Spiel aber nicht ganz darüber hinweg, dass man sich ab einem gewissen Zeitpunkt ein wenig satt „gehupft hat“. Wie aber bereits erwähnt, können Raketenflug, Lorenfahrten und Schattenlevels hier aushelfen. Möchtet ihr das Spiel zu 100% durchspiele, gibt es außerdem noch die eine oder andere Überraschung. Ähnlich wie auch bei den 2D-Marios müsst ihr dazu aber in bester Donkey-Kong-Manier alle K-O-N-G-Buchstaben und jedes versteckte Puzzleteil (ca. vier bis neun Stück pro Level) finden. Damit schaffen die EntwicklerInnen eine optionale, zusätzliche Schwierigkeit, die mich lange motivieren konnte.

Donkey Kong Country: Tropical Freeze - Fazit

Donkey Kong Country: Tropical Freeze hat auch auf der Switch nichts von seiner Faszination verloren. Nintendos Affenbande bietet mir ein kurzweiliges Jump & Run-Abenteuer mit viel Liebe fürs Detail. Im Koopmodus wird das Spiel nicht nur um einen ticken einfacher, es macht gemeinsam, vor dem Fernseher oder sogar unterwegs, auch noch einmal mehr Spaß. Da kann ich dann auch darüber hinwegsehen, dass die Abwechslung nicht so groß ist. Dieser Kritikpunkt ist aber sowieso jammern auf hohem Niveau, denn im Kern ist Donkey Kong Country: Tropical Freeze ein gelungenes und forderndes Jump & Run Spiel – auch auf der Nintendo Switch.

Wertung: 8.3 Pixel

für Donkey Kong Country: Tropical Freeze – Die Switch-Version im Test von David Kolb
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Linda Lovegood
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Linda Lovegood

Super review, wie immer halt!