DIE SCHÖNE UND DAS BIEST: Unsere Eindrücke von den Proben

von Mandi 31.08.2026

DIE SCHÖNE UND DAS BIEST kehrt im September 2026 zurück. Was ist neu, was ist anders? Wir durften einen Blick in eine Probe werfen, lest mehr!

Über DIE SCHÖNE UND DAS BIEST

Am 28. August waren wir vorab im Ronacher, um einen Probeneindruck von Disneys DIE SCHÖNE UND DAS BIEST zu gewinnen. Schon dieser frühe Blick auf die Produktion ließ uns mit Staunen zurück. Es handelt sich wie offiziell beschrieben um eine Neuinszenierung, die den Klassiker sichtbar neu denkt und für das Publikum in einer frischen Form aufbereitet. Die Vereinigten Bühnen Wien bezeichnen die Produktion als brandneue Version des Disney-Erfolgs und betonen, dass die Show wieder zum Leben erweckt wird. Dabei steht nicht einfach das bekannte Märchen im Vordergrund, sondern eine Inszenierung mit neuem szenischem Zugriff, neuer visueller Handschrift und einer deutlich ausgeweiteten Bühnenwirkung. Besonders wichtig ist, dass nicht irgendeine externe Adaption übernommen wird, sondern Mitglieder des mit dem Tony Award® ausgezeichneten Original-Kreativteams beteiligt sind.

Genannt werden unter anderem Alan Menken, Sir Tim Rice, Linda Woolverton, Matt West, Stanley A. Meyer, Ann Hould-Ward und Natasha Katz. Dadurch entsteht eine Produktion, die zwar auf dem bekannten Stoff basiert, ihn aber in einer neuen Lesart weiterentwickelt. Matt West, der die Neuinszenierung verantwortet, gilt dabei als zentrale künstlerische Figur. Insgesamt erhält man den Eindruck, dass die gesamte Show neu interpretiert wird. Das verwundert nicht, denn West hat bereits frühere Versionen des Stoffes choreografisch geprägt und bringt nun seine Erfahrung mit einer modernisierten, auf größere Wirkung ausgerichteten Fassung ein. Das zeigt sich vor allem in der Tendenz zu größeren Tableaus, strafferer Bewegung und einer insgesamt zeitgemäßeren Bühnenenergie.

© Daniel Boud

Unsere Eindrücke vom Probetermin

Der Probeneindruck im Ronacher wirkte deshalb wie ein Blick auf eine Produktion im Aufbau, die schon im Stadium der Vorbereitung Größe beansprucht. Gerade bei einem Stoff, der vielen im Publikum vertraut ist, liegt die Herausforderung darin, Bekanntes neu zu beleben, ohne den Kern zu verlieren. Genau diesen Spagat scheint die Wiener Neuinszenierung anzustreben. Besonders überzeugend ist der Ansatz, nicht nur auf Wiedererkennung zu setzen, sondern auf Verfeinerung. Wenn eine Produktion Szenen, Struktur und einzelne Showmomente neu ordnet, entsteht nicht nur ein optisch frischer Effekt, sondern auch eine andere Erzählspannung. Das macht die Inszenierung für ein Publikum interessant, das den Stoff bereits kennt und trotzdem etwas Eigenständiges erwartet. Wir durften uns also ein zehnminütiges Potpourri quer durch Lieder und Szenen ansehen.

Die Stimmgewalt sowie die opulente Aufmachung des Teams machten ordentlich etwas her. Es gab auch ohne Mikrofon einiges zu hören, und die Choreografie saß auf Anhieb. Beim Publikum fragte man sich, das soll bloß eine Probe gewesen sein? Man merkt sofort, dass hier Profis am Werk sind, entsprechend mitreißend und fesselnd waren die einzelnen Performances. Auch abseits der Kamera war das Casting so richtig on point: Selbst, bevor man die Figur genannt bekam, wusste man sofort, wer aus dem Team welche Figur spielen könnte. Damit nicht zu viel vorweggenommen wird (man durfte hier nämlich auch mitfilmen), wurde kein Lied und keine Szene von Anfang bis Ende durchgespielt. Das hat aber vollkommen ausgereicht und gab einen sehr guten Vorgeschmack, was uns in DIE SCHÖNE UND DAS BIEST erwarten wird. Ein Besuch lohnt sich definitiv!

Mit voller Energie

Was die Neuinszenierung anders macht, lässt sich in drei wesentlichen Punkten beschreiben. Erstens wird die Geschichte visuell opulenter erzählt, mit stärkerem Fokus auf Kostüme, Bühnenbild und Lichtgestaltung. Zweitens wird die Choreografie nicht einfach bloß reproduziert, sondern neu gedacht und auf die heutige Musicalästhetik abgestimmt. Drittens setzt die Produktion auf moderne Bühnentechnik, die den Märchencharakter nicht nur illustriert, sondern spektakulär verstärkt. Auch im Spielgefühl scheint sich die Produktion bewusst vom reinen Nostalgieeffekt zu lösen. So scheint es, dass Szenen, Struktur, Choreografien und sogar musikalische Momente aufgefrischt wurden, insgesamt wirkt alles größer und strahlender. Unsere ersten Eindrücke deuten jedenfalls auf eine Fassung hin, die die bekannten Höhepunkte behält, sie aber dramaturgisch und visuell verdichtet.

Hinzu kommt die neue Besetzung, die der Produktion ein eigenes Profil gibt. In Wien stehen Marlene Jubelius als Belle und Dominik Hees als Biest im Mittelpunkt, während Roy Goldman als Gaston und Linus Al Baroffio als Lefou genannt werden. Gerade solche neuen Rollenprofile tragen dazu bei, dass sich die Neuinszenierung nicht wie ein bloßes Echo früherer Produktionen anfühlt, sondern wie eine eigene künstlerische Interpretation. Die Produktion ist für das Raimund Theater angekündigt, die Premiere ist für den 25. September 2026 genannt. Tickets sind bereits verfügbar und Vorstellungen sind bis ins Frühjahr 2027 angekündigt. Damit ist die Neuinszenierung nicht als kurzer Event, sondern als vollwertiger Lauf mit entsprechendem Publikumsanspruch angelegt. Hier seht ihr unsere Interviews mit Matt West (Regisseur), Wietske van Tongeren (Madame Pottine) und Simon Stockinger (Lumière):

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