Blood Lad Vol. 1–3 (Blu-ray) im Test

von Stefan Hohenwarter 06.03.2015

Seit jeher fürchten sich die Menschen vor Dämonen, Werwölfen, Vampiren und anderen Monstern. Doch eigentlich können auch sie ganz sympathisch sein: Vampir Staz, der Protagonist von Blood Lad, ist ein Otaku, wie er im Buch steht. Was ihr euch von dem Japan-Fanboy, der ganz nebenbei der Herrscher eines Bezirks der Dämonenwelt ist, erwarten könnt, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

 BloodLad1-3

Facts

Genre: Action
Verlag: nipponart
Regisseur: Shigeyuki Miya
Release: August 2014

Ein Tag, der das Leben verändert

Im Mittelpunkt von Blood Lad steht der Teenagervampir Staz Charly Blood, der in der Dämonenwelt lebt und begeisterter Fan von japanischen Animes, Videogames und Mangas ist. Wer sich den Nachwuchsblutsauger nun als Big Band Theory-Nerd im Animegewand vorstellt, irrt sich, denn neben seiner Beschäftigung mit allem, „das aus Japan kommt“, herrscht er über einen Bezirk in der hart umkämpften Dämonenwelt. Täglich tauchen niedere Dämonen auf, die den Boss des Bezirks herausfordern und im Fall eines Siegs sein Territorium übernehmen. Egal, wer oder was sich ihm in den Weg stellt, er wischt mit allen und allem den Boden auf.

Als eines Tages die jugendliche Japanerin Fuyumi Yanagi in seinem Gebiet auftaucht, ändert sich sein Alltag gewaltig. Er lässt sie von seinen Untertanen auf sein Zimmer bringen, doch bevor er sich länger mit ihr unterhalten kann, verlangt ein Tumult im Bezirk seine Aufmerksamkeit. Wider Willen macht er sich auf, um dem Störenfried ordentlich die Meinung zu geigen. Dieser hat es allerdings in sich! Er befehligt fleischfressende Pflanzen, die sich eigenständig bewegen können. Der Venusfliegenfallenflüsterer bietet all sein Können auf, doch der Boss des östlichen Bezirks macht ihm in Windeseile den Garaus. Schnurstracks begibt er sich zurück in sein Zimmer, als er plötzlich eine überlebende Fresspflanze erblickt. Von Fuyumi fehlt jede Spur, bis das wandelnde Grünzeug Knochen und die Kleidung der Besucherin aus Japan ausspuckt. Mit einem Angriff zerlegt er die Pflanze, doch der Schaden ist bereits angerichtet: Fuyumi wurde gefressen, dabei wäre die Teenagerin das Coolste, Tollste, Schönste und wohl Einzigartigste gewesen, das er je in seiner Nähe gehabt hätte.

Als er sich jedoch umdreht, sitzt Fuyumi nackt auf dem Bett. Doch wie kann das sein? Die Pflanze hat die Japanerin doch verspeist! Die Erklärung ist einfach: Sie ist ein Geist. Sie ist zwar da, aber nicht mehr lebendig. Und so fasst Staz den Entschluss, Fuyumi wieder zum Leben zu erwecken. Ob ihm das gelingt, findet ihr aber am besten selbst heraus.

http://youtu.be/f91cGBaahH4

Cooler Anime- und Manga-Fanboy mit Superkräften

Blood Lad ist in gewisser Weise anders als so manch andere Shonen-Mangas. Mit Staz haben wir einmal einen Protagonisten, der nicht nur ein Anfänger oder gar ein naives Dummerchen ist: Er ist der Boss eines Bezirks in der Dämonenwelt, der mit seinen übersinnlichen Kräften ganz gut umzugehen vermag. Zudem ist er ein begeisterter Fan von Animes, Games und Mangas. Das zeigt sich zum Beispiel an seiner PlayStation, die die Basis für Fuyumis Totenschrein bilden soll: Staz möchte ihre menschlichen Überreste (u. a. ihren Totenkopf) auf seiner Spielkonsole, die ihm überaus wichtig ist, ausstellen. Weiters fallen ihm bei der Ideenfindung, wie man einen Geist wieder zum Leben erwecken könnte, sofort die Wünsche erfüllenden Dragonballs ein. Bei einem Kampf versucht er schon einmal das Kamehameha seines Idols Son Goku aus Toriyamas Manga zu kopieren, und wenn die Zeit für einen Filmabend gekommen ist, greift er liebend gern zu Animes des weltberühmten Studio Ghibli.

Anime-Umsetzung

Die Serienumsetzung von Yuuki Kodamas gleichnamigen Manga entstand unter der Regie von Shigeyuki Miya beim Animationsstudio Brain’s Base. Blood Lad Vol. 1–3 umfasst aktuell alle zehn verfügbaren Folgen und eine OVA des Animes, die zusammen ungefähr die ersten sieben Mangabände abdecken. Ob es Nachschub geben wird, ist derzeit noch unklar, und das finde ich besonders schade. Denn bislang machte die Umsetzung alles richtig: Der Anime orientiert sich sehr stark an Kodama-sans Vorlage und greift vor allem den Humor sehr gut auf.

Zusammenfassung

Publisher nipponart, der sich hierzulande die Rechte des Animes sicherte, serviert euch die Serie auf drei Volumes samt Sammelschuber und Postkarten. Interessant finde ich bei der Synchronisation, dass ich als Fan deutscher Synchros im Fall von Blood Lad die englische Vertonung, die nicht auf der von nipponart veröffentlichten Umsetzung enthalten ist, um eine Spur besser finde. Mit rund 70 Euro für zehn Folgen und einer OVA bewegt sich der Anime preislich im Durchschnitt aktueller Veröffentlichungen.

Die Serie, die auf Yuuki Kodamas Manga beruht, hält sich sehr stark an die Vorlage und streicht vor allem die Action und den Humor richtig gut hervor. Aktuell sind zehn Folgen des Animes sowie eine OVA erhältlich, die gesamt circa die ersten sieben Mangabände abdecken; über eine mögliche Fortsetzung ist derzeit noch nichts bekannt. Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass die Serie weitergeht, denn mir gefällt der Anime sogar etwas besser als die gedruckte Vorlage. Die Mischung aus Story, Action, Humor und abgedrehten Charakteren macht für mich den Reiz der Serie aus.

Die Anime-Umsetzung von Blood Lad ist meiner Meinung nach voll gelungen, und ich drücke beide Daumen in der Hoffnung, dass die Serie in der aktuellen Qualität fortgesetzt wird.

Wertung: 8.5 Pixel

für Blood Lad Vol. 1–3 (Blu-ray) im Test