Battlefield 4 (PS4) im Test

von Beyond Pixels Team 19.06.2014

Zum Start der PlayStation 4 kam rechtzeitig das lang ersehnte Battlefield 4. Nach einigen Startschwierigkeiten, wie Abstürzen und den Spielspaß dämpfenden Lags, kann man Battlefield 4 nun in vollen Zügen genießen. Ich habe den Genregiganten ganz genau unter die Lupe genommen und zeige euch, was der Titel momentan draufhat.

Nicht schon wieder ein Singleplayer …

… werden sich viele SpielerInnen denken, gequält von den oft lieblosen Singleplayer-Kampagnen, die im Genre schon fast üblich sind. Oft wird einfach nur Mission um Mission durchgerannt, ohne sich genauer umzusehen oder die Atmosphäre zu genießen. Viele Kugeln und Deckungsmanöver später hat man die Story beendet und kann sich kaum an den Anfang erinnern. Nicht so bei Battlefield 4!

Schon die Länge der einzelnen Missionen ist DICE sehr gut gelungen. Kein Auftrag ist zu lang oder gar zu langweilig geraten. Durch die atemberaubende Grafik und Texturierung haben es die EntwicklerInnen geschafft, eine beeindruckende Atmosphäre zu schaffen (ja, ich spreche von einem Kriegsszenario). Man ist hier gezwungen, sich die Orte genauer anzusehen, da man hie und da Waffen findet, die man ansonsten nicht bekommt. Dies ist wichtig für den Multiplayer, aber dazu komme ich später.

Durch diverse Dialoge, gefährliche Szenarien und aktive Events wie Helikopter, die euch über Funk unterstützen, und euer Squad, dem ihr Befehle geben dürft, gelingt es DICE, eine spannende und dramatische Geschichte zu erzählen. Ein wirkliches Highlight ist die Frostbite-3-Engine, die es ermöglicht, beinahe alles zu zerstören. Dadurch gelingt es, die Deckung des Feindes zu durchbrechen oder aber sogar ganze Gebäude zum Einsturz zu bringen. Ein paar Abzüge gibt es leider wegen des „Schlauchs“, im Rahmen dessen sich das Spiel im Story-Modus bewegt. Zu oft hat man das Gefühl, in einem Tunnel zu laufen und weder nach links noch nach rechts zu können. Das Leveldesign ist so strukturiert, dass man außerhalb dieser vorgegebenen Linie beinahe keine Möglichkeit hat, in Deckung zu gehen oder Feinde zu flankieren. Wer also einmal einen Blockbuster selbst spielen und nicht passiv konsumieren möchte, sollte sich auf den Einzelspielermodus stürzen.

Endlich 64 SpielerInnen auf der Konsole!

Ein Traum wird wahr: Endlich dürfen sich auch KonsolenfreundInnen mit bis zu 32 vs. 32 SpielerInnen auf diversen großen Maps gegenseitig die Kugeln um die Ohren schießen. Lange Zeit war dieses Getümmel nur über den PC möglich, da Konsolen nicht die benötigte Rechenleistung hatten. Allerdings hat dies auch eine Kehrseite, denn wenn tatsächlich 32 vs. 32 SpielerInnen anwesend sind, kommt es hin und wieder zu sogenannten Lags. Soll so viel heißen wie: Raketen kommen nie bei ihrem Ziel an, feindliche Soldaten stehen vor der Flinte, man gibt diesen eine Salve mit, und im nächsten Moment stehen sie unbeschadet einige Meter weiter entfernt und erledigen einen. Durch einige Updates wurden diese Probleme aber zumindest reduziert, wenn nicht sogar ganz beseitigt.

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Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Battlefield 4 hat es geschafft, alle Arten der Schlacht in einer einzigen zu vereinen. Gab es ehemals nur Schlachten auf dem Feld mit Panzern und Infanterie oder in kleinen Häusern, so darf man sich jetzt auch in die Luft und ins kalte Nass begeben. Während einer Partie durchlebt man viele verschiedene Ereignisse: Man versucht, durch Tauchen langsam an eine kleine Insel heranzuschwimmen, während ein feindliches Kampfboot vorbeifährt, und hofft, nicht entdeckt zu werden. Als Pilot eines Transporthelikopters versucht man wiederum, durch den Kugelhagel der Panzer und der Jets zu fliegen, um sein Team wohlbehalten an einem taktischen Punkt absetzten zu können. Durch diese und weitere unzählige Möglichkeiten legt man sich als EinzelkämpferIn oder aber in einem Squad mit bis zu fünf Personen eine Strategie zurecht, wie man den Feind am besten bezwingt.

Die überarbeitet Frostbite-3-Engine erlaubt es SpielerInnen zudem, aktiv in das Level einzugreifen. Der Begriff „Levolution“ beschreibt dies am besten. In manchen Situationen ist es vorteilhaft, wenn man alle stützenden Wände eines Hochhauses sprengt, um dieses zu Fall zu bringen. Befinden sich SpielerInnen in den Aufzügen oder Sniper auf dem Dach, so werden diese mit großer Wahrscheinlichkeit das Zeitliche segnen. Die sich auf dem Dach befindenden Soldaten haben noch die Chance, per Fallschirm zu flüchten, bevor die Trümmer sie begraben.

Wie aus den Vorgängern gewohnt, darf man sich wieder aus Sturmsoldat, Pionier, Versorger und Aufklärer eine Klasse aussuchen. Gab es noch in Battlefield Bad Company 2 einen Sanitäter, so muss man nun entweder mit dem Sturmsoldaten und seinem Sanitäterpäckchen auskommen oder mit der Munitionskiste des Versorgers vorliebnehmen.

Altes bewährt sich bei DICE

Seit den Anfängen der Videospiele ist es in der Spieleindustrie Standard, Altes wiederzuverwerten. Auch DICE bleibt diesem Prinzip treu: Es gibt nur wenige Neuerungen, die jedoch so gut umgesetzt wurden, dass es wie neu erscheint. Die Waffen blieben beinahe dieselben wie in Battlefield 3, und auch die Tarnungen bzw. Skins der Fahrzeuge und Waffen wurden kaum verändert. Allerdings spielt sich jede Klasse anders, und jede Waffe hat Vor- und Nachteile. Außerdem ist es möglich, den eigenen Soldaten bis ins kleinste Detail zu individualisieren. Dazu gibt es nun strategisch bessere Maps als noch in den Vorgängern und erheblich mehr Fahrzeugtypen. Die altbewährten Spielmodi wie Conquest, Deathmach, oder Capture the Flag haben nichts an Charme verloren. Durch das Gesamtpaket der älteren Titel, das die EntwicklerInnen mit Battlefield 4 geschaffen haben, kommt jede/r Pro-GamerIn, aber auch Casual-GamerIn voll auf seine/ihre Kosten.

DLCs und Premium-Account

Damit das Ganze nicht zu einer Odyssee für euch wird, werde ich die DLCs und den Premium-Account nur kurz behandeln. Die derzeitigen Pakete China Rising, Second Assault und Naval Strike sind notwendig für diejenigen, die das Spiel in vollen Zügen genießen bzw. noch mehr Abwechslung haben wollen. Während China Rising zusätzliche bewaldetet Maps bietet, gilt es in der Erweiterung Second Assault, Wüsten zu durchqueren und Sandstürme als Deckung zu nutzen. Mit Naval Strike könnt ihr Wasserschlachten ausfechten.

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Hier müsst ihr beispielsweise den Träger des Gegners infiltrieren und erobern. Premiummitglieder konnten diese anfangs gratis ihr Eigen nennen, während SpielerInnen der späteren Premium-Account-Stunde ein paar Euro dafür ausgeben müssen. Alles in allem sind die DLCs gute Erweiterungen, die jeweils einen eigenen Fokus, wie z. B. Wasserschlachten oder Fahrzeugkämpfe, haben. Zusätzlich sind für den Sommer 2014 noch zwei weitere DLCs geplant.

Fazit

Battlefield 4 ist eines der ersten Spiele auf den Next-Gen-Konsolen und hat so die Messlatte für alle Nachfolger des Ego-Shooter-Genres hoch angesetzt. Wer fesselnde, turbulente und taktisch kluge Action erleben möchte, sollte auf keinen Fall an diesem Blockbuster vorbeiziehen. Der Premium-Account ist für jene wichtig, die neue Maps, Tarnungen und Waffenaufsätze oder Dog-Tags gratis bzw. vergünstigt bekommen möchten. Ansonsten kann man das Spiel auch sehr gut ohne diese Zusätze genießen. Momentan bietet Battlefield 4 eines der besten Gesamtpakete, die es auf dem Markt gibt.

Wertung: 8.5 Pixel

für Battlefield 4 (PS4) im Test