Auf in die Karibik: Sail Away im Test

von Marianne Kräuter 21.01.2017

Palmen, tiefblaues Meer, unermessliche Reichtümer, prächtige Inseln und listige Piraten: In Sail Away reisen wir zurück in eine Zeit, in der Handelskompanien und Freibeuter in der Karibik ihr Unwesen trieben.

Fakten

Alter: ab 10 Jahren
Personenanzahl: 2-4
Dauer: 45 Minuten
Inhalt: 1 allgemeines Tableau, 4 Spielertableaus, 13 Inseln, 28 normale Kisten, 12 Piratenkisten, 8 Insel-Markierungsschilder, 16 Goldmünzen, 30 Silbermünzen, 6 allgemeine Rohstoffplättchen, 36 Schiffskarten, 8 Piratenaktionskarten

sail away inhalt

Gründung der eigenen Handelskompanie

In Sail Away sammeln wir als Händler Siegpunkte, indem wir Schiffe mit kostbaren Waren in See stechen lassen.

In Sail Away sammeln wir als Händler Siegpunkte, indem wir listige Piraten anheuern, Münzen anhäufen und Schiffe mit kostbaren Waren in See stechen lassen.

Bevor wir uns in tiefe Gewässer wagen, erhält jedeR ein Spielertableau, vier Silbermünzen und alle Spielmarker in seiner oder ihrer Farbe: normale Kisten, Piratenkisten und Inselmarkierungsschilder. Die restlichen Münzen kommen in die Tischmitte. Von den Rohstoffplättchen wird eines als “allgemeiner Rohstoff” aufgedeckt; außerdem erhalten alle einen persönlichen Rohstoff, den sie geheim halten. Anschließend wird je nach Zahl der SpielerInnen eine bestimmte Anzahl Inseln offen ausgelegt und je sechs Schiffkarten an alle ausgeteilt. Drei weitere Schiffskarten werden offen oberhalb des Spielertableaus als Schiffsanlegestelle ausgelegt. Zu guter Letzt, werden die drei obersten der gemischten Piratenaktionskarten in den Piratenaktionskartenbereich unterhalb des allgemeinen Tableaus gelegt. Nun sind wir bereit, ins Abenteuer aufzubrechen!

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Hisst die Segel!

Siegpunkte bekommt die Person, die zu Spielende die meisten Einheiten des allgemeinen Rohstoffs ergattern konnte. Außerdem bekommt jedeR Siegpunkte für jede gesammelte Einheit des persönlichen, geheimen Rohstoffs. – Während man selbst also alles versucht, um möglichst viele dieser zwei Waren zu bekommen, möchte man die GegenspielerInnen natürlich an diesem Vorhaben hindern. Weitere Siegpunkte gibt es am Ende auch für gespartes Geld und in See gestochene Schiffe.

Pro Zug darf man bis zu zwei Kisten auf Rohstofffelder auf unterschiedliche Inseln stellen, um die Waren für sich zu beanspruchen. Wer eine Kiste auf das letzte freie Rohstofffeld eines Eilands stellt, beansprucht diese Insel für sich und erhält üblicherweise Geld dafür. Wurde eine Insel beansprucht, nehmen sich alle, die eine Kiste auf der Insel haben, diese vom Rohstofffeld und stellen sie auf ein entsprechendes Rohstofffeld seiner oder ihrer Schiffskarten.

Wenn alle Rohstoffelder der Schiffskarte belegt sind, sticht das Schiff in See: Die Kisten kommen wieder in den eigenen Vorrat und die Karte wird an einer beliebigen der fünf verfügbaen Ablagestellen offen unter das Spielertableau gelegt. Jede der fünf Ablagestellen ermöglicht eine einmalige Sonderaktion. Dann sucht man sich eine der Schiffskarten der Schiffsanlegestelle des allgemeinen Tableaus aus und füllt den Schiffsanleger mit der obersten Karte vom Schiffskartenstapel wieder auf.

Piraten!

Piratenkisten werden verwendet, um sich bereits von MitspielerInnen beanspruchte Rohstoffe unter den Nagel zu reißen.

Piratenkisten werden verwendet, um sich bereits von MitspielerInnen beanspruchte Rohstoffe unter den Nagel zu reißen. Wird eine Insel gewertet, muss der oder die Betroffene dem Besitzer der Piratenkiste 2 Silber zahlen, sonst geht der Rohstoff an sie oder ihn. Ebenso kann man einen Piraten anzuheuern, indem man die Kiste auf eine ausliegende Piratenkarte stellt. Die Freibeuter bieten unterschiedliche Fähigkeiten, die einem Vorteile verschaffen: So kann man zum Beispiel eine seiner Schiffskarten mit einer der MitspielerInnen tauschen, ihnen gegen eine kleine Geldspende Rohstoffe abknöpfen oder Waren aufs eigene Schiff laden, ehe die Insel beansprucht wurde.

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Ist es jemandem gelungen am Ende seines Zuges insgesamt fünf oder mehr Schiffe in See stechen zu lassen, beginnt die finale Runde, in der alle noch einen letzten Spielzug tätigen dürfen. Danach endet das Spiel.

Meine Meinung zu Sail Away

Für ein Familienspiel werden hier erstaunlich viele unterschiedliche Aktionen und Taktiken geboten

Meinem Eindruck nach sind Piraten im Wikinger-Hype der letzten Jahre etwas untergegangen. Schön, dass es mit Sail Away wieder ein Brettspiel gibt, das uns in eine raue und korrupte Karibik mit massenhaft Reichtümern verschlägt. Das cartoonhafte, humorvolle Artwork von Pierre Lechevalier passt gut zum Spiel, die Spielkomponenten wirken hochwertig und die Fächer der Schachtel sind so gut aufgeteilt, dass fast nichts verrutschen kann.

Doch nicht nur den Schauplatz will ich bei Sail Away loben: Für ein Familienspiel werden hier erstaunlich viele unterschiedliche Aktionen und Taktiken geboten, ohne zu kompliziert zu werden. Während der Worker-Placement-Mechanismus mit dem Reservieren der Rohstoffe und der taktisch klugen Platzierung auf den Schiffen im Vordergrund steht, gibt es durch die Piraten auch ein ausgeprägtes aggressives Spielelement. Hinzu kommt durch die begrenzte Anzahl an Kisten und Rohstoffe auf den Inseln ein Mangel-Mechanismus, der zu aggressivem Vorgehen einlädt.

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Zwar kann man theoretisch friedlich vor sich hinspielen, doch wenn MitspielerInnen Rohstoffe für sich beanspruchen, die man unbedingt haben möchte oder auch wenn man mehr Geld bräuchte, wird es äußerst verlockend, eine seiner Piratenkisten einzusetzen. Ebenso verschaffen die Piratenkarten einem wichtige Vorteile und an welchen Platz man ein in See gestochenes Schiff legt, um die entsprechende Sonderaktion nützen zu können, will wohl überlegt sein. Gleichzeitig sollte man ein Auge auf die Anzahl seiner Kisten haben und darauf achten, genügend von seinem geheimen Rohstoff zu sammeln, ohne andere darauf aufmerksam zu machen, dass es sich dabei um den persönlichen Rohstoff handelt. Gar nicht so einfach!

Weiters gut gefiel mir, dass ein einzelner Zug im Prinzip nur daraus besteht, 1-2 Kisten zu setzen. Somit muss niemand lange warten, ehe er oder sie an der Reihe ist.

 

Fazit

Die cartoonhaften Illustrationen, die Piraten-Thematik sowie die Spielmechanismen, die viel Interaktion zwischen den SpielerInnen bieten, machen Sail Away zu einem abwechslungsreichen und spaßigen Familienspiel.

Wertung: 8.1 Pixel

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