Aiper Scuba V3 und Surfer S2 im Test: Clean Team, Dream Team!
Aiper will mit dem Scuba V3 und dem Surfer S2 nichts weniger als das „Clean Team“ für den gesamten Pool liefern. Schafft der Hersteller das?
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Über das Aiper-Traumduo
Wie stellt man sich das vor? Unten im Pool saugt eine KI-gesteuerte Robo-Maschine, oben patrouilliert ein solarbetriebener Skimmer. In der Praxis funktioniert dieses Duo erstaunlich gut, also tauchen wir mal ab in die Details. Der Scuba V3 ist ein akkubetriebener Poolroboter, der Boden, Wände und Wasserlinie in Becken bis etwa 150 Quadratmeter Fläche reinigen kann. Er setzt auf eine Frontkamera mit KI‑Vision, dToF‑Sensoren und 4.800 GPH (18.170 l/h) Saugleistung, um Schmutz nicht nur zufällig, sondern gezielt anzufahren. Das kommt sogar inklusive „Patrouillenmodus“, der aktiv nach Dreck sucht. Der Surfer S2 besetzt die andere Hälfte des Beckens: Er ist ein solarunterstützter Oberflächen-Skimmer mit großem 4‑Liter‑Korbbasket, 150‑µm‑Filter und integriertem 3‑Zoll‑Chlor-Tablettenfach.
Der Scuba V3 (zur offiziellen Website) wirkt wie eine Mischung aus flachem U‑Boot und Saugroboter: Kompakt, kantig, überwiegend in dunklen Tönen gehalten. Er wiegt rund 8,2 kg, ist etwa 44 × 38 × 22 cm groß und damit deutlich leichter als viele High‑End‑Roboter, was das Herausheben aus dem Pool im Alltag auch wesentlich erleichtert. Als Gegenstück dazu erinnert der Surfer S2 (zur offiziellen Website) eher an ein kleines Surfbrett mit großem Solarpanel auf der Oberseite, zwei Propellern am Heck und einer breiten Ansaugöffnung an der Front. Das Gehäuse ist relativ schlicht, in Grau gehalten und zwar nicht gerade ein Design-Highlight, aber dafür robust genug, um auch mal anzuecken oder länger in der Sonne zu liegen. Zielgruppe sind all jene, die ihren Pool am liebsten nie wieder selber reinigen wollen.
Vom Karton ins kühle Nass
Beim Scuba V3 fällt zunächst das kabellose Gesamtkonzept auf: Er lädt auf einem kompakten Dock, das Strom bekommt, den Roboter per Induktion lädt und gleichzeitig als ordentlicher Stellplatz dient. Die Ersteinrichtung erfolgt per App auf dem Trockenen, danach reicht ein längerer Druck auf den physischen Knopf für den Start; die App-Steuerung im Becken selbst ist bewusst eingeschränkt, weil die Funkverbindung unter Wasser nicht stabil wäre. Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten und die App ist übersichtlich, inklusive Reinigungsprotokoll, Akkustand und Auswahl der Modi wie AI Patrol, AI Navium oder Eco.
Negativ fällt auf, dass spontane Änderungen am Laufzeitverhalten im On‑Demand‑Modus kaum möglich sind, der Roboter zieht seine 2,5–3 Stunden durch, bis der Akku leer ist. Der Surfer S2 zeigt sich noch niederschwelliger: Auspacken, Seitenkorb und Propellerschutz montieren, optional noch aufladen und dann ab auf die Wasseroberfläche. Über die App lassen sich Start/Stopp, manuelle Steuerung und Zeitpläne setzen. Insgesamt wirkt die Integration sehr reif, etwa durch frei definierbare Reinigungsfenster und Statusanzeigen für Akku und Historie.
Aiper Scuba V3 im Alltag
Das Kernversprechen des Scuba V3 ist die „AI Patrol Cleaning“: Eine Frontkamera erkennt laut Hersteller über 20 verschiedene Arten von Fremdkörpern und verändert die Route, sobald Schmutz im Sichtfeld auftaucht. Wir konnten nachstellen, wie der Roboter kleine Steine und Blätter gezielt ansteuert, statt nur zufällig darüberzufahren. Daraus ergibt sich eine sehr gezielte, effiziente Bodenreinigung. VisionPath kombiniert die Kamera mit dToF‑Sensoren, um systematische Bahnen zu fahren und Hindernisse zu umgehen, sodass die Bodenfläche ohne viele Doppelwege abgedeckt wird. So erreicht das Gerät so gut wie sämtliches Testlaub und Schmutz, lediglich in schwierigen Ecken blieb ein Rest liegen. Die Wasserlinienreinigung übernimmt das JetAssist‑System, das seitliche Düsen nutzt, um den Roboter entlang der Wasserlinie zu bewegen und gleichzeitig mit den Bürsten zu schrubben.
In Kombination mit der automatischen „Waterline Retrieval“-Funktion parkt der Roboter nach dem Durchlauf an der Oberfläche in Randnähe und lässt sich mit einem Haken bequem herausfischen, was besonders cool ist, weil er relativ leicht geraten ist. Neben der direkten Patrouillenreinigung bietet der Scuba V3 den Modus „Cognitive AI Navium“, der anhand von Poolgröße, Wetterdaten und Reinigungsverlauf einen autonomen Wochenplan erstellen soll. Auf dem Papier klingt das nach „Set it and forget it“, in der Realität reagiert die KI aber eher konservativ und analysiert vor allem vergangene Durchläufe, statt echtzeitbasiert auf neue Verschmutzung zu reagieren. Soll so sein! Aiper betont, dass Kameraaufnahmen ausschließlich lokal verarbeitet und weder gespeichert noch in die Cloud geladen werden. Gerade im privaten Gartenpool ist das ein angenehmer Punkt.
Aiper Surfer S2 in der Praxis
Der Surfer S2 ist darauf ausgelegt, eigentlich nie vom Wasser zu verschwinden: Aiper bewirbt bis zu 35 Stunden Akkulaufzeit mit Netzteilladung und nahtlosen 24/7‑Betrieb durch das große Solarpanel. Dank SolarSeeker‑Technologie fährt das Gerät bei niedrigem Ladestand automatisch in einen sonnigen Bereich, legt dort einen Tankstopp ein und setzt danach seine Aufgabe fort. Hervorzuheben dabei ist das DebrisGuard‑Konzept mit Aquadynamic‑Baffle, also einer Art Klappe, die beim Rückwärtsfahren oder beim Anlegen Dreck im 4‑Liter‑Korb zurückhält, damit nichts wieder in den Pool zurückfällt. Nach einigen Tests kann man diese raffinierte Konstruktion nur loben: Selbst bei randvollem Korb bleibt der Inhalt beim Herausziehen sauber eingeschlossen, ohne dass es beim Entleeren spritzt. Zwei optische Sensoren unterstützen bei der Hindernisvermeidung, und das Chassis ist so geformt, dass sich der Skimmer an Treppen oder Einbauteilen eher abstößt, statt sich daran festzubeißen.
Der Surfer S2 ist einer der wenigen Skimmer, die wirklich voll in eine App integriert sind: Start/Stopp, manuelle Steuerung, Zeitpläne und ein Status‑Dashboard laufen zentral zusammen. Wir können Reinigungsfenster definieren, ähnlich einem Wecker, und so beispielsweise tagsüber im Schatten pausieren und den Skimmer nachts seine Runden drehen lassen. Insbesondere das Preis‑Leistungs‑Verhältnis stimmt, denn unterhalb seiner UVP von 399,- Euro ist der Surfer S2 einer der günstigeren, aber funktionsreichsten Solar-Skimmer mit App‑Integration. Dass er sich eher gemächlich fortbewegt und die Farbwahl eher Funktionalität als Stimmung der Marke „flashiges Gadget“ versprüht, ist in Ordnung. Ein nettes Extra ist der integrierte Chlor-Tabletten-Dispenser mit regulierbarer Durchfluss-Öffnung, sodass ein Teil der Wasserpflege gleich mit erledigt wird. Hier können wir bestätigen, dass sich die Tabletten dort unauffällig auflösen, ohne dass der Skimmer Schaden nimmt.
Das ist aufgefallen
Mit seinen zwei Bürsten und bis zu 4.800 GPH Saugleistung glänzt der Scuba V3 vor allem bei schwereren Partikeln am Boden wie Sand, Kies und Blättern, die im MicroMesh‑Filter bis hinunter zu etwa 3 Mikron Partikelgröße hängenbleiben. In mehreren Tests war der Poolboden nach ein bis drei Stunden Laufzeit sichtbar sauber, während die Wände je nach Verschmutzung (etwa vor der Saison) einen zweiten Durchgang benötigten. Da der V3 die Wasseroberfläche nicht reinigt, bleiben dort Blütenstaub, Insekten und aufschwimmende Pollen – genau hier spielt der Surfer S2 seine Stärken aus. Dank großem Ansaugmaul, höherer Saugkraft als der Vorgänger und 150‑µm‑Filter sammelt er zuverlässig Blätter, Insekten, Staub und Algenfilm ein, solange er sich im Wasser befindet. Der Surfer S2 ist ein Produkt, das einfach funktioniert, während der Scuba V3 als intelligenter Boden‑ und Wandreiniger fungiert. Gemeinsam funktioniert das Duo sehr gut und kann durchwegs empfohlen werden, wenn ihr euch dauerhaft um möglichst wenig manuelle Pflege kümmern wollt.
Aiper gibt für den Scuba V3 im Standardmodus bis zu drei Stunden Minuten Laufzeit an, das können wir bestätigen. Die Ladezeit liegt bei rund fünf Stunden, was für einen typischen „einmal täglich“‑Einsatz völlig ausreicht, aber spontane zweite volle Durchgänge am selben Tag eher limitiert. Das ist beim Surfer S2 anders, denn er hält mit einer Netzteilladung laut Hersteller bis zu 35 Stunden durch und kann über das Solarpanel praktisch permanent nachladen, wenn die Sonne scheint. Gerade in sonnigen Regionen kann man den Adapter getrost vergessen und den Skimmer dauerhaft auf dem Wasser parken, was im Vergleich zu klassischen Oberflächenskimmern Energiekosten spart. Besonders cool: Beide Geräte sind während ihrer Arbeitszeit so gut wie nicht zu hören, das ist alles angenehm unaufdringlich und weit unter dessen, was man als auffällig oder gar störend beschreiben könnte. Keine hochfrequenten Töne, keine Piepser, aber auch kein ewiges Dahinplätschern, diese Kombination ist nicht nur sehr säuberlich, sondern auch äußerst dezent.
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Wenig Aufwand, große Wirkung
Unterm Strich liefert Aiper mit Scuba V3 und Surfer S2 ein sehr schlüssiges Zweiergespann: Der V3 kümmert sich mit KI‑Unterstützung und kräftiger Saugleistung um Boden, Wände und Wasserlinie, während der Skimmer die Oberfläche 24/7 sauber hält. Gemeinsam kommen die beiden dem Versprechen eines wartungsfreien Pools deutlich näher als die meisten Einzelgeräte. Der Surfer S2 muss praktisch nicht nachgeladen, nur geleert werden, beim Scuba V3 ist mit Nachladen und Reinigen mehr zu tun.
Wer einen mittelgroßen, eher klassischen Pool besitzt, technisch affin ist und den Pool nicht als Wochenendprojekt, sondern als entspannte Kulisse begreift, bekommt hier eine starke Kombination aus Komfort und Reinigungsleistung. Ihr solltet halt allerdings nur bereit sein, den Premiumpreis des Scuba V3 zu zahlen und akzeptieren, dass gewisse Features wie die KI eher Assistenz als Magie sind, und dass der Surfer S2 lieber in Ruhe skimmt, statt im Eiltempo über die Oberfläche zu sprinten. Dann zahlt sich das Duo aus!