Across the Stars: John Williams’ und Anne-Sophie Mutters Projekt ab 30.8.2019 erhältlich

von Stefan Hohenwarter 27.07.2019

Gute Nachrichten für die Fans von Filmmusik – Deutsche Grammophon kündigt mit Across the Stars ein Projekt der Stargeigerin Anne-Sophie Mutter und des legendären Filmkomponisten John Williams an, das ab 30.8.2019 erhältlich ist.  Das Album serviert den KäuferInnen eine breit gefächerte Auswahl von Williams’ berühmten Filmthemen.

Across the Stars John Williams Anne-Sophie Mutter Vinyl

»Es gibt nur einen John Williams«, erklärt Anne-Sophie Mutter. »Was er schreibt, ist unvergleichlich. Wenn ich einen seiner Filme sehe und darin eine Geige oder ein Cello erklingt, denke ich jedes Mal, das würde ich gern selbst spielen! Und jetzt stehen mir seine wunderbaren Arrangements für all diese Kult-Filmmusiken zur Verfügung.«

Studioaufnahmen von Soundtracks haben Tradition in Hollywood, auch deshalb brachte Williams Musiker zusammen, mit denen er schon in früheren Jahren gearbeitet hat, und formte das 70-köpfige Recording Arts Orchestra of Los Angeles. In fünf Tagen intensiver Zusammenarbeit nahm es nun mit Anne-Sophie Mutter als Solistin und John Williams am Pult eine Reihe von Williams’ Filmthemen in Arrangements des Komponisten auf. Die Aufnahmen entstanden Anfang April im berühmten Sony Pictures Scoring Stage, einem Ort, an dem schon viele große Filmmusiken eingespielt wurden, darunter Der Zauberer von Oz, Vom Winde verweht, Ein Amerikaner in Paris, Singin’ in the Rain, Lawrence von Arabien, E. T. und viele mehr.

Anne-Sophie Mutter, vierfache Grammy-Preisträgerin und weltweit eine der besten Geigerinnen unserer Zeit, sagt, es sei »eine ungeheure Ehre« für sie, mit dem fünffachen Oscar-Preisträger und 24-fachen Grammy-Preisträger John Williams zu arbeiten. Die Bedingungen bei dieser Aufnahme seien so gut gewesen wie zuletzt vor über 30 Jahren bei ihrer Arbeit mit Herbert von Karajan.

Mutter erzählt, wie sie als Teenager im Schwarzwald die Musik von Krieg der Sterne für sich entdeckte. »Diese Melodien, die uns so tief berühren, sind unvergesslich«, erklärt sie. »Das ist das Wunderbare an Johns Musik – sie steht für sich, auch ohne den Film.

Mutter und Williams lernten sich vor fast zehn Jahren durch ihren gemeinsamen Freund André Previn kennen. Previn regte Williams an, für die Geigerin zu schreiben und sie vor eine neue Aufgabe zu stellen mit seinen Arrangements für dieses Album. Das Projekt wurde für beide Künstler zu einem Markstein ihrer Laufbahn.

Anne-Sophie Mutter ist für Williams »die größte Geigerin, die Deutschland in den letzten 100 Jahren hervorgebracht hat«, es habe ihm sehr geschmeichelt, dass sie seine Melodien spielen wollte. Zuvor hatte er schon das Stück Markings (für Solovioline, Streicher und Harfe) für Mutter geschrieben. Sie brachte es 2017 beim Tanglewood Music Festival in den USA zur Uraufführung. »Mit Anne-Sophie Across the Stars aufzunehmen war ungeheuer inspirierend«, erklärt er. »Durch ihre Interpretation wirken diese vertrauten Themen plötzlich anders. Das war für mich als Komponisten natürlich wunderbar.«

Stücke, die Williams seit Jahren in einer bestimmten Version kannte, hat er für diese Aufnahme transkribiert und für die Geige übersetzt: »Auf der Geige gespielt werden sie zu einem neuen Erlebnis.« So beschreiben Williams und Mutter denn auch sein neues Arrangement von »Hedwig’s Theme« aus Harry Potter als »Harry Potter trifft Paganini« und »Carmen Fantasy für das 21. Jahrhundert«.

Die Uraufführung von Williams’ neuem Arrangement von Across the Stars spielte Mutter am 6. November 2018 beim DG120-Galakonzert in Berlin mit der Staatskapelle Berlin unter Leitung von Manfred Honeck.

Mutter wird das neu geschaffene Repertoire des Albums ebenfalls auf die Bühne bringen. Am 7. Juli 2019 tritt sie mit dem Boston Pops Orchestra unter Leitung von John Williams bzw. David Newman in Tanglewood auf. Am 14. September geben Newman und Anne-Sophie Mutter ein weiteres reines Williams-Konzert, diesmal mit dem Royal Philharmonic Orchestra auf dem Königsplatz in München – das erste Open-Air-Konzert der Geigerin überhaupt.