Huawei MatePad Air Test: Fantastisches OLED PaperMatte Display

von David 02.09.2026

Mit dem Huawei MatePad Air bringt der chinesische Hersteller nach drei Jahren wieder einen echten Nachfolger seiner Air-Reihe nach Europa. Der direkte Vorgänger, das MatePad Air von 2023, war ein 11,5-Zoll-Tablet mit IPS-Display und Snapdragon-888-Chip. Das neue Modell wächst nun auf zwölf Zoll und will mit OLED, einer matten PaperMatte-Oberfläche und produktivem Zubehör deutlich hochwertiger auftreten.

Preislich bewegt sich Huawei mit rund 799 Euro klar in der Oberklasse (8 GB RAM und entweder Tastatur oder M-Pencil Pro). Wichtig ist aber: Zu diesem Preis sind entweder der M-Pencil Pro oder das Smart Magnetic Keyboard enthalten. Für dieses Geld bekommt ihr ein hochwertiges OLED-Display, einen großen Akku, sechs Lautsprecher und ein extrem schlankes Gehäuse, zudem wir jetzt gleich als Erstes kommen.

Schlankes Design, hervorragendes Display

Das Huawei MatePad Air ist mit nur 5,3 Millimetern sehr dünn. Mit rund 509 Gramm bleibt es für ein 12-Zoll-Tablet auch angenehm mobil. Damit passt es problemlos in einen Rucksack. Außerdem ist die Haptik wirklich gut. Es greift und fühlt sich alles sehr wertig an.

Optisch setzt Huawei auf ein Metall-Unibody-Gehäuse mit leicht schimmernder Oberfläche. Das ist natürlich Geschmackssache, aber gerade die Farben Rosa, Weiß und Blau wirken etwas weniger „techy“ und ein bisschen kreativer als das übliche Grau oder Schwarz vieler Konkurrenz-Tablets.

Das ist dann auch schon der erste Hinweis dazu, dass es sich hier um ein kreatives Tool handelt, doch dazu später noch mehr. Trotz des dünnen Gehäuses ist das MatePad Air 17 Prozent widerstandsfähiger als das MatePad 12 X und vor allem greift es sich gut an. Man hat weder des Gefühl, dass es gleich aus der Hand rutscht, noch dass irgendetwas kaputt werden könnte. Schon beim ersten in die Hand nehmen hat man das Gefühl, das es ein gutes Arbeitsgerät für den Alltag ist. Das große Display nimmt mit einer Screen-to-Body-Ratio von 92 Prozent angenehm viel Platz auf der Vorderseite ein. Die Ränder sind mit 4,6 Millimetern angenehm schmal. Das sorgt nicht nur beim Serien-Schauen für ein modernes Erscheinungsbild, sondern gibt euch auch mehr Fläche für Dokumente, Zeichnungen oder Split-Screen-Anwendungen.

Das hat sich seit 2023 getan

Gegenüber dem MatePad Air von 2023 ist das neue Modell kein kleines Update, sondern ein deutlich größerer Schritt. Das alte Air bot bereits ein schnelles 144-Hz-IPS-Display, doch nun wechselt Huawei auf OLED. Dadurch erwarten euch tiefere Schwarzwerte, ein viel höherer Kontrast und kräftigere Farben. Die Auflösung bleibt mit 2800 mal 1840 Pixeln sehr scharf, allerdings wächst das Display von 11,5 auf zwölf Zoll. Besonders spannend ist die neue PaperMatte-Variante. Das Vorgängermodell gab es zwar später ebenfalls mit matter Oberfläche, doch beim neuen MatePad Air kombiniert Huawei diese erstmals mit OLED. Das war wirklich eine positive Überraschung, denn mit der Kombi aus OLED und mattem Display ist es auch sehr gut möglich draußen zu arbeiten. Außerdem gibt einem das rauere Display ein angenehmeres Gefühl beim Schreiben mit dem Stift. Auch beim Gehäuse legt Huawei nach. Das neue Modell ist mit 5,3 Millimetern deutlich dünner als das alte Air mit rund 6,4 Millimetern. Trotz des größeren Displays bleibt es mit 509 Gramm gut transportabel.

OLED PaperMatte Display als großes Highlight

Das Display ist ganz klar das Highlight des neuen Huawei MatePad Air. Noch einmal ganz kurz: Huawei verbaut ein 12 Zoll großes OLED PaperMatte Display mit einer Auflösung von 2800 mal 1840 Pixeln. Dazu kommen bis zu 144 Hz Bildwiederholrate, eine Spitzenhelligkeit von 1.200 Nits und ein Kontrastverhältnis von 2.000.000:1. OLEDs sind bei Tablets dieser Größe noch immer etwas Besonderes. Im Vergleich zu einem LCD erwarten euch tiefere Schwarzwerte, kräftigere Farben und ein deutlich besserer Kontrast. Für Filme, Serien und Games ist das natürlich ideal. Besonders spannend ist aber die PaperMatte-Oberfläche. Sie vermindert Spiegelungen stark und vermittelt zugleich ein papierähnlicheres Gefühl beim Schreiben mit dem Stift.

Das kennen wir bereits von anderen Huawei-Tablets. Gerade beim Lesen, Schreiben und Zeichnen ist eine matte Oberfläche deutlich angenehmer als ein klassisches spiegelndes Glasdisplay. Es gibt zwar im Bereich E-Ink meiner Meinung nach noch bessere Displays, aber das ist auch eine ganz andere Zielgruppe. Wer gerne auf der Terrasse arbeitet oder in hellen Räumen sitzt, wird Damit besonders viel Freude haben. Die Welt braucht mehr entspiegelte Displays und wenn diese dann noch ein OLED sind, dann bereitet mir das wirklich extrem viel Freude. Huawei nennt außerdem Zertifizierungen von TÜV Rheinland und SGS für die Augenfreundlichkeit. Das ersetzt natürlich keine Pausen, aber bei langen Lern-Sessions oder beim abendlichen Lesen ist ein entspiegeltes Display mit Blaulichtfilter ebenso ein großer Vorteil.

Harmony OS

HarmonyOS 4.3 fühlt sich auf dem großen 12-Zoll-Display angenehm aufgeräumt an. Die Bedienung erinnert grundsätzlich an Android, sodass ihr euch nicht lange umgewöhnen müsst. Besonders gut passt das System zu Tablet-Aufgaben. Mehrere Apps lassen sich per Split-Screen nebeneinander öffnen, kleinere Apps können als schwebende Fenster darüber liegen und mit dem Dock seid ihr schnell bei den wichtigsten Programmen. Das funktioniert vor allem mit Tastatur und Touchpad sehr angenehm. Neu beziehungsweise stärker im Fokus stehen bei HarmonyOS 4.3 Funktionen wie SuperHub zum schnellen Teilen von Texten, Bildern und Dateien zwischen kompatiblen Huawei-Geräten, die PC-ähnliche WPS-Office-Umgebung sowie KI-Funktionen für Notizen. Dazu gehören Sprach-zu-Text, Zusammenfassungen und das Glätten von Handschrift (es ist zwar schon Standard, aber ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie gut meine hässliche Handschrift erkannt wird).

Gerade für Studierende, Kreative und Personen, die oft Dokumente bearbeiten oder Präsentationen halten, ist das ein richtig stimmiges Gesamtpaket. Das zeigt sich auch in der GoPaint App, die mit einem coolen Tutorial zeigt was sie alles kann. Perfekte Kreise oder ander Forme zeichnen, Farben sofort erkennen, Objekte erkennen und ausschneiden, vergrößer, verkleinern oder drehen und was ich besonders cool finde sind die besonderen Pinseleinstellungen. Ihr könnt hier mit feinem Sand Planentenoberflächen verschönern oder auf Ölmalerei bzw. Flüssigkeit wecheseln.

Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt, denn ihr habt auch eine sehr große Auswahl an Erweiterungen, wie diese realistischen Wasserfarben, mit denen ihr dann in diesem Stil malen und zeichnen könnt.

Lustigerweise haben meine Kinder das gesehen und hatten dann auch gleich Lust die Vorlagen auszumalen.

Auch Bei HarmonyOS könnt ihr ohne Probleme Multitasking machen. Es gibt splittbare Apps und Apps, die ihr frei schwebend am Bildschirm rumschieben könnt. Hier wird alles geboten, was man braucht, um mit mehreren Apps gleichzeitig zu arbeiten.

Ihr habt außerdem viele Anpassungsmöglichkeiten und viele, sehr schöne Designs sind auch kostenlos. Einige kosten allerdings auch zwischen zwei und vier Euro.

Der große Vorteil von HarmonyOS ist die ruhige, flüssige Bedienung ohne unnötige Werbung und mit guter Verzahnung zu anderen Huawei-Geräten. Es gibt aber leider auch einen kleinen Haken.

Die AppGallery bleibt ein kleiner Kompromiss

Bei der Huawei AppGallery hat sich seit dem Test des MatePad 12X im Jahr 2024 zwar einiges getan, das grundlegende Problem bleibt aber bestehen. Der Store ist heute übersichtlicher und bietet mit Huawei Notes, GoPaint, WPS Office oder Petal Maps durchaus brauchbare eigene Anwendungen. Gerade für Zeichnungen, Notizen, Office-Arbeiten und einfache Unterhaltung reicht das lockker aus. Trotzdem wirkt die AppGallery auf einem 849 Euro teuren Tablet noch immer etwas merkwürdig. Die Hardware schreit nach Premium, während ihr bei vielen bekannten Apps erst recherchieren müsst, ob sie direkt verfügbar sind. Google Play Store und Google-Dienste fehlen weiterhin offiziell und auch große Streamingdienste wie Netflix oder Disney Plus, sind nicht mit an Board. Auch bei Social Media, Banking, KI-Tools und Games ist die Auswahl je nach App deutlich eingeschränkter als bei Apple, Samsung oder Xiaomi.

Aber und das ist ein Aber mit Ausrufezeichen: man muss schon zugeben, dass mittels Petal Search viele APKs gefunden werden können. Streamingdienste wie z.B. Netflix und sogar meine Bankapp konnte ich damit als APK downloaden. Findet ihr mal die App auch hier nicht gibt es ja oft die Möglichkeit die Webapp im Browser zu nutzen. Das kann funktionieren, ist aber nichts, was ich normalen Nutzer:innen als festen Bestandteil eines Premium-Tablets empfehlen würde. Solltet ihr euch eine Anschaffung überlegen, dann schaut euch vorher an, welche eurer Liebglinsapp unterstützt werden.

Genau darin liegt der seltsame Widerspruch beim MatePad Air. Als kreatives Gerät mit M-Pencil Pro, PaperMatte-Display und GoPaint ist es extrem attraktiv. Als universelles Alltags-Tablet müsst ihr dagegen bereit sein, eventuell kleine Kompromisse einzugehen und euch mit Alternativen zu beschäftigen. Wer genau weiß, dass die eigenen Apps verfügbar sind, bekommt ein starkes Gesamtpaket. Wer auf Komfort und den Play Store nutzen will wird mit den klassischen Android Alternativen entspannter durch den Alltag kommen. Seit 2023 hat sich aber doch ein gutes Stück getan und durch Petal Search sind nun deutlich mehr Apps als früher verfügbar. Es wird Geschmacksfrage bleiben, was man hier bevorzugt.

M-Pencil Pro und Tastatur für produktives Arbeiten

Huawei positioniert das MatePad Air klar als Werkzeug für kreative und produktive Nutzer:innen. Dazu passt der neue M-Pencil Pro. Der Stift unterstützt Funktionen wie Blättern per Wischgeste und einen Air-Mouse-Modus für Präsentationen. Damit könnt ihr Folien steuern, ohne das Display direkt berühren zu müssen.

Dazu kommen KI-Funktionen in der Notiz-App. Gesprochene Inhalte werden in Text umgewandelt und zusammengefasst. Handschrift kann, wie schon erwähnt auf Wunsch leserlicher geglättet werden. Das klingt nach nicht viel, aber mir hat das sehr geholfen, denn so können auch andere Menschen meine Notizen lesen und müssen nicht mehr raten was ich geschrieben habe. Ich finde den Anwendungsfall sehr gelungen, denn genau bei so etwas kann uns die fortgeschrittene Technik gut aushelfen. Es ist schön zu sehen, dass bei deutschsprachiger Verwendung, die Ergebnisse sehr zuverlässig sind. Mit dem Smart Magnetic Keyboard wird aus dem Tablet ein kleiner Laptop funktionieren. Die Tastatur verbindet sich über NearLink. Sie wurde beim ersten anklipsen per Magnet sofort erkannt und ich konnte ohne Probleme gleich drauf lostippen. Es tut genau das was es soll und hat mit zwei Kipppositionen noch ein kleines bisschen mehr Komfort, als manch anderer Hersteller. Wie gewohnt ist hier alles magnetisch und gut verbaut.

Viel Akku und schnell geladen

Im Inneren steckt ein 10.100-mAh-Akku. Huawei verspricht damit bis zu zehn Stunden Online-HDR-Video oder bis zu 16 Stunden lokale Videowiedergabe. Solche Herstellerangaben hängen natürlich stark von Helligkeit, Bildwiederholrate und Nutzung ab. In der Praxis lief das Gerät bei mir mit Streaming, Dokumentenbearbeitungen und Surfen mehrere Tage, ohne dass ich es erneut aufladen musste. Geladen wird mit bis zu 66 Watt. Das ist deutlich schneller als bei vielen Tablets von Apple und Samsung. Praktisch ist auch die Unterstützung verschiedener Schnelllade-Standards, wie Quick Charge. Damit kann das MatePad Air nicht nur am originalen Huawei-Netzteil flott laden. Der Akku und die schnelle Aufladung sind ein absoluter Pluspunkt für die alltägliche Nutzung.

Für Entertainment verbaut Huawei gleich sechs Lautsprecher mit Huawei Sound. Für ein Tablet wird hier ein breites Klangbild beim Schauen von Filmen und Serien geboten. Für Meetings gibt es zwei Mikrofone sowie eine 12-MP-Frontkamera. Die 50-MP-Kamera auf der Rückseite ist vor allem für Dokumenten-Scans, Whiteboards und schnelle Fotos praktisch.

Huawei MatePad Air Fazit

Das Huawei MatePad Air hat auf dem Papier alles, was ein modernes Premium-Tablet braucht. Ein großes OLED-Display mit 144 Hz, eine matte Oberfläche für angenehmes Arbeiten, einen großen Akku, schnelles Laden und sinnvolles Zubehör für Kreative und Produktive. Im Test funktioniert dieses Gesamtpaket wirklich großartig. Besonders das OLED PaperMatte Display ist ein echtes Highlight. Wer viel liest, zeichnet oder Notizen schreibt, bekommt hier eine angenehmere Oberfläche als bei vielen klassischen Tablets. Auch die Kombination aus Tastatur, Stift und Office-Funktionen macht das MatePad Air zu einer interessanten Laptop-Alternative für unterwegs.

Der fehlende Play Store bleibt für mich einer der wichtigsten Kritikpunkte, wenn es denn Apps gibt, die ihr braucht und hier nicht unterstützt werden. Wer mit Huaweis App-Angebot gut zurechtkommt und vor allem kreativ oder produktiv arbeiten möchte, bekommt hier ein besonders starkes Tablet, für einen guten Preis. Für 799 Euro ohne Stift und Tastatur ist das MatePad Air daher ein tolles, aber nicht uneingeschränkt empfehlenswertes Gerät.

Wertung: 8.7 Pixel

für Huawei MatePad Air Test: Fantastisches OLED PaperMatte Display von
Benachrichtigungen
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Kommentare
neuste
älteste