Apple ist für seine konservativen Schätzungen, was die Akkulaufzeit beim iPad Pro (2017) anbelangt, bekannt. Mit zehn Stunden wurde die Nutzungszeit benannt, doch in unserem Test hält das iPad Pro viel länger!

Schon beim Review des iPad Pro fiel mir auf, dass hier irgendetwas eigenartig war. Bei meinem alten iPad Air waren die zehn Stunden Akkulaufzeit eine solide Angabe, manchmal erreichte ich sie, und manchmal eben nicht. Bezüglich der Akkulaufzeit beim iPad Pro hingegen hatte ich so eine Ahnung, dass die Nutzungszeit dramatisch länger werden würde.

Aus dem Review:
Apple verspricht wie gewohnt zehn Stunden Akkulaufzeit beim iPad Pro bei gemischter Nutzung. Hier kommt die ProMotion-Technologie zum Einsatz: Wenn ihr viele Comics liest, hält der Akku länger durch. Nutzt ihr allerdings den Stylus öfters, dreht das Display auf 120 Bilder pro Sekunde auf. Stellt ihr dann darüber hinaus auch die Helligkeit nach oben, kann es vorkommen, dass ihr auch unter zehn Stunden Nutzungszeit kommt. Im Schnitt wird diese offizielle Angabe aber immer erreicht und ihr könnt euch auf den Akku verlassen.

Nun, da ich schon ein paar Ladezyklen auf dem iPad Pro drauf habe, kann ich diese Passage genauer beschreiben. Meine typische Nutzung besteht aus Safari, Notizen, Nachrichten, Skype, Trello und vielen verschiedenen Games. Das alles wird mit angehängtem Smart Keyboard bestritten (auch etwas, was ein bisschen Strom zieht), aktiviertem WLAN und aktiviertem Bluetooth. Die Helligkeit beträgt etwa 20 % mit aktiviertem Umgebungslichtsensor und automatischer Anpassung.

Mittlerweile kann ich bestätigen, dass die von Apple angegebenen zehn Stunden bei meiner Normalnutzung Nonsens sind. Mit schönster Regelmäßigkeit schafft mein iPad Pro 2017 über 15 Stunden, und dafür sind zwei Gründe auszumachen. Diese gelten zwar grundsätzlich für alle Geräte, werden aber erst beim iPad Pro tatsächlich so schlagend.

Woher kommt die Akkulaufzeit beim iPad Pro (2017)?

Ihr seht am Screenshot: 15 Stunden und noch immer 20 % Akku übrig. Das geht schon in Ordnung! Grund eins ist die Helligkeit. Bei der Nutzung im Freien im Sonnenlicht geht auch die Helligkeit bis an den Anschlag nach oben. Das erwärmt einerseits das Display enorm und leert andererseits euren Akku wie nichts anderes. Dazu kommt, dass die Bildschirmausmaße von 12,9 Zoll Bildschirmdiagonale schon von sich aus eine Menge Strom benötigen. Hier gilt also wie bei jedem technischen Gerät: Runter mit der Helligkeit auf das erträglichste Minimum, und ihr habt länger etwas davon.

Grund zwei benötigt ein wenig mehr Erklärung. Apple hat mit seiner ProMotion-Technologie etwas geschaffen, was noch kein Anbieter so verbaut hat. ProMotion steuert die Bildwiederholungsrate zwischen 24 und 120 Hz je nach Inhalt auf dem Bildschirm. Eine höhere Hertz-Rate sorgt für ein flüssigeres Erlebnis, und eine niedrigere für eine längere Akkulaufzeit. Jedes Mal, wenn ihr das Display des iPad Pro berührt, wird das Bild 120 Mal in der Sekunde dargestellt (beziehungsweise alle 8,33 Millisekunden erneuert). Allerdings berührt ihr euer iPad nicht ständig, daher sind diese 120 Hertz nur für den Interaktionsfall vorgesehen.

Alle Geräte bislang liefen standardmäßig mit 60 Hertz, egal, welche Inhalte ihr auf dem Tablet oder Smartphone angesehen habt. Dank ProMotion kann aber die Bildwiederholrate auf 24 Bilder pro Sekunde gesenkt werden. Ihr als Endnutzer merkt davon nichts, denn das Umschalten dieser Frequenz passiert binnen Millisekunden. Für den Akku bedeutet das aber einen Riesenvorteil, da er bis zu fünf Mal weniger Strom zur Verfügung stellen muss. Und wenn ihr ein Standbild (etwa euren Homescreen oder eine Website) angezeigt bekommt, ist genau dies der Fall. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil des neuen iPad Pro (2017), der nicht mal wirklich kommuniziert wurde. Wie sieht es bei euch aus, habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder kennt ihr ein Notebook, das bei Normalnutzung länger als 13 Stunden durchhält? Schreibt es in den Kommentaren!