Mittlerweile ist es Tradition: Kaum droht der November mit seiner Tristesse, da wird zum Palazzo, dem Spiegelpalast des Wiener Praters geladen, wo BesucherInnen mit erstklassigen kulinarischen, akustischen und visuellen Genüssen verwöhnt werden. Wir haben die Premiere des diesjährigen Palazzo Wien [Offizielle Website] besucht und erzählen euch, was diese Saison dort geboten wird.

Ein royaler Abend

„Kings & Queens“ lautet der Titel des diesjährigen Programms. Ein Motto, das sich von der prunkvollen Dekoration bis zur Rahmenhandlung der akrobatischen Darstellungen zieht. Das vorwiegend in rot und weiß gestaltete Interieur, das mittels Luster und vieler Kerzenständer in ein warmes Licht getaucht wird, stimmt bereits beim Empfang auf den royalen Abend ein.

palazzo wien

Klassiker in neuem Gewand

Mit den neuen Palazzo-Menüs hat sich Toni Mörwald an österreichischen Klassikern bedient, die zeitgemäß interpretiert werden. Hier erstrahlen die typische Erdäpfelsuppe mit Wachtelei und Trüffel-Pommes frites oder die Ente an Champagnerkraut in neuem Licht. Neben dem „Standard“-Menü wird auch eine Alternative für VegetarierInnen geboten. Auf Unverträglichkeiten wird bei vorheriger Bekanntgabe individuell Rücksicht genommen.

Das klassische Menü:

  • Geräucherte Bachforelle mit roten Rüben, Oberskren und Kerbel, Saibling mit Schnittlauch, Traubenkernöl und Limettencreme und Sashimi vom Waller mit Wasabi, Ingwer, Chili und Kräutersalat
  • Weiße Erdäpfelcremesuppe mit wildem Majoran, gebackenem Wachtelei und Trüffel-Pommes frites
  • Confierte Entenkeule an Champagnerkraut mit Erbsenpüree, Grammelködel und karamellisiertem Apfel.
  • Pralinenstollen von dunkler Schokolade mit Krokant und Nougat an Sauerkirschen, Eierliköreis und Punsch-Zabaione

Das vegetarische Menü:

  • Mariniertes Carpaccio vom Sellerie und roten Rüben an Kräutersalat
  • Weiße Erdäpfelcremesuppe mit wildem Majoran, gebackenem Wachtelei und Trüffel-Pommes frites
  • Zwiebeltarte an Champagnerkraut mit Erbsenpüree und karamellisiertem Apfel
  • Pralinenstollen von dunkler Schokolade mit Krokant und Nougat an Sauerkirschen, Eierliköreis und Punsch-Zabaione

Wer möchte, kann sich eine passende Bier- oder Weinbegleitung dazubestellen, die das Menü geschmacklich abrundet.

Akrobatik und Musik

Zwischen den Gängen des Menüs sorgen renommierte KünstlerInnen und AkrobatInnen für ein abwechslungsreiches wie spektakuläres Programm. Dessen dünne „Handlung“ ist nicht wirklich eine Erwähnung wert, doch das schmälert die Leistung der MusikerInnen oder ArtistInnen in keinster Weise: Neben Hula-Hoop, Partnerakrobatik, Seiltänzen, magischen Tricks, Balanceakten und mitreißenden Rythmusnummern wusste auch die Musik zu unterhalten. Die Sängerin Denise Beiler führte das Publikum mit ihrer beeindruckend wandlungsfähigen Stimme von Coldplay über Peter Fox bis Amy Winehouse durch das Menü, gut begleitet von The Prater Brothers. Von den Artisten beeindruckte mich insbesondere Nadine Louis, die sich bereits im Team des Cirque du Soleil einen Namen machte, und während des Abends mit einer Kontorsions- und einer Tuch-Darbietung begeisterte.

palazzo wien 2017/18

Fazit zum Palazzo Wien 2017/2018

Auch dieses Jahr bietet das Palazzo Wien einen genussreichen Abend, der einen die kalte Jahreszeit vergessen lässt. Wieder hat Toni Mörwald ein erstklassiges Menü gezaubert, und wieder sorgen KünstlerInnen, die zu den besten der Welt zählen, für ein unvergessliches Programm. Mit Weinbegleitung gibt man im Palazzo auch bei der günstigsten Ticketkategorie bereits über 100€ aus, doch für den Preis bekommt man als Gast auch etwas wirklich Besonderes geboten.